Kommentierte Spiele
Verlustpartien der Weltmeister (XIV ) : Lasker
Kellerdrache - 14. Sep '16
Der bislang einzige deutsche Weltmeister und auch der der die Krone am längsten besaß ist Emanuel Lasker oft erstaunlich wenig populär hier. Was beeidruckt ist seine Vielseitigkeit. Taktisch stark, positionell ebenfalls, meisterhaft im Endspiel und vor allem nervenstark. In einem Alter in dem Karpov Briefmarken sammelt und Kasparov Politik macht gewann Lasker in New York eines der stärksten Turniere seiner Zeit vor Capablanca und Aljechin.
Sein Gegner ist Harry Nelson Pillsbury, der wenn auch nur für kurze Zeit für einen der stärksten Spieler der Welt gehalten wurde. Hier revanchiert er sich für eine Niederlage aus 1896.































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Sein Gegner ist Harry Nelson Pillsbury, der wenn auch nur für kurze Zeit für einen der stärksten Spieler der Welt gehalten wurde. Hier revanchiert er sich für eine Niederlage aus 1896.
Harry Nelson Pillsbury Emanuel Lasker Cambridge Springs | Cambridge Springs, PA USA | 6.6 | 1904.05.03 | D40 | 1:0
8








7








6
5
4
3
2








a
1

b

c

d

e

f

g

h

1. d4 d5 2. c4 e6 3. Sc3 Sf6 4. Sf3 c5 die verbesserte Tarrasch-Verteidigung, die sich durch die eingeschobenen Züge Sf3 und Sf6 auszeichnet. Hier kann man wenn man es für nötig hält des Isolani vermeiden 5. Lg5 xd4 tauscht auf d4 damit der schwarzfeldrige Läufer nicht weiter an die Deckung des c5 gebunden ist und z.B. Le7 spielen könnte 6. Dxd4 verstärkt den Druck sowohl auf d5 als auch auf f6 Sc6 7. Lxf6 Eine Neuerung Pillsburys. In einer anderen Begegnung mit Lasker hatte er hier Dh4 gespielt und seinem Gegner die Gelegenheit zu einem überzeugenden Sieg gegeben. xf6 8. Dh4 xc4 nach 8.d4 kann Pillsbury einfach lang rochieren 9. Td1 Ld7 10. e3 Betrachtet man die Stellung fallen die schwarzen Bauernschwächen auf. Allerdings ist Lasker ein wenig besser entwickelt und hat Aussichten auf dem Damenflügel Se5 Will Weiß den Bauern auf c4 wiederhaben so muss er tauschen 11. Sxe5 xe5 12. Dxc4 der Bauer auf e5 ist nicht viel besser als er auf f6 war. Verhält man sich passiv wird Weiss früher oder später seine bessere Bauernstellung ausnutzen. Lasker entscheidet sich für einen Angriff am Damenflügel, der viel kritisiert wurde Db6 13. Le2 opfert den Bauern auf b2 Dxb2 14. O-O Pillsburys Bauernopfer kann als so etwas wie ein verspätetes Gambit gesehen werden. Wie ich in meiner Gambitreihe mehrfach erwähnt habe muss der Gambitspieler den Fuß auf dem Gas lassen um seine mögliche Kompensation nicht zu verlieren Tc8 die beste Verteidigung ist der Gegenangriff. Hätte Weiß nicht eigene starke Drohungen in Reserve würde der Springer c3 im nächsten Zug fallen 15. Dd3 die Drohung Dxd7 matt verhindert erstmal das Nehmen des Pferdchens Tc7 16. Se4 am stärksten. Der Springer droht auf f6 oder d6 einzudringen. Le7 17. Sd6+ geht das denn ? Ist die Dame d3 nicht mit der Deckung von d6 und e2 überfordert ? Kf8 18. Sc4 Db5 der schwache e-Bauern muss geschützt werden. 19. f4 es gibt hier Alternativen, die mit Tb1 beginnen und sicher auch zu Vorteil führen, aber der König ist ein lohnenderes Ziel als selbst die Dame xf4 20. Dd4! eine dieser kleinen Feinheiten. Dieser kleine Zwischenzug erlaubt es Pillsbury auf f4 mit der Dame zu nehmen und so einfach die Schwerfiguren zu verdoppeln f6 21. Dxf4 mit Angriff auf den Turm c7 Dc5 22. Se5 nutzt die Fesselung des f-Bauern aus. Auch 22...Dxe5 23.Dxe5 würde ja Material verlieren Le8 notwendig um Weiß nicht die Diagonale h5-f8 für seinen Läufer zu geben. Allerdings versperrt der Le8 seinem König auch den Weg zur anderen Seite 23. Sg4 die verdammte Fesselung auf der f-Linie verhindert so einfache Verteidigungszüge wie Dg5 f5 24. Dh6+ Kf7 25. Lc4!! sehr schön. Nimmt Lasker den Läufer kommt die Gabel Se5+. Doch das ist noch nicht alles. Auch der doppelt angegriffene e6 ist nicht das Hauptproblem. Schlieslich gibt es diverse Möglichkeiten ihn zu decken. Tc6 26. Txf5+!! öffnet der Gegner die Tür nicht auf Klingeln und Klopfen hin muss man eben die Tür eintreten. Der e-Bauer ist gefesselt, die eigentliche Pointe von Lc4, aber die Dame kann schlagen. Dxf5 27. Tf1 Dxf1+ 28. Kxf1 für die Dame hat man zwei Türme bekommen, materiell ist also alles in Ordnung. Doch Schwarz kommt nicht mehr zur Ruhe Ld7 um den eingesperrte Turm auf h8 zu befreien 29. Dh5+ natürlich gewinnt auch die prosaische Gabel Se5+, aber Pillsburys Zug ist noch stärker Kg8 30. Se5 und das Matt ist nicht mehr zu decken
Vabanque - 14. Sep '16
Ja, diese Partie ist klasse. Selten wurde Lasker so vorgeführt wie hier.
Pillsbury war ein tragischer Fall. Einer der begabtesten Spieler überhaupt, und von 1901 bis 1904 wahrscheinlich der weltbeste Spieler, starb er nur 2 Jahre nach dieser Partie, vermutlich an der Syphillis (heute wäre es wahrscheinlich Aids, eine Krankheit, der leider auch viele hochbegabte Leute aus allen Bereichen zum Opfer fielen). Gezeigte Partie war sein letzter großer Auftritt.
Im Kommentar zum 7. Zug von Schwarz ist mir ein kleiner Fehler aufgefallen: Nach 9.... Sxa1 gewinnt Weiß wohl besser nicht den Bauern auf d5, weil er erstmal den Ld8 rettet, und wenn er dann nämlich noch den Sa1 erobert, hat er 2 Leichtfiguren für einen Turm.
Sehr instruktiv finde ich die Variante nach 22... La4 (statt des geschehenen Le8); sie zeigt nämlich anschaulich auf, wie gefährdet der schwarze König tatsächlich steht (das würde man mit einem flüchtigen Blick nämlich gar nicht so vermuten).
Beim 28. Zug von Schwarz hätte ich vielleicht noch kurz erklärt, warum Schwarz seinen Turm c6 nicht aus der Se5-Gabel retten kann: weil nämlich Se5+ auch ohne Gabel tödlich ist (die einzige Antwort wäre Kg8, worauf Lxe6+ folgen würde).
Pillsbury war ein tragischer Fall. Einer der begabtesten Spieler überhaupt, und von 1901 bis 1904 wahrscheinlich der weltbeste Spieler, starb er nur 2 Jahre nach dieser Partie, vermutlich an der Syphillis (heute wäre es wahrscheinlich Aids, eine Krankheit, der leider auch viele hochbegabte Leute aus allen Bereichen zum Opfer fielen). Gezeigte Partie war sein letzter großer Auftritt.
Im Kommentar zum 7. Zug von Schwarz ist mir ein kleiner Fehler aufgefallen: Nach 9.... Sxa1 gewinnt Weiß wohl besser nicht den Bauern auf d5, weil er erstmal den Ld8 rettet, und wenn er dann nämlich noch den Sa1 erobert, hat er 2 Leichtfiguren für einen Turm.
Sehr instruktiv finde ich die Variante nach 22... La4 (statt des geschehenen Le8); sie zeigt nämlich anschaulich auf, wie gefährdet der schwarze König tatsächlich steht (das würde man mit einem flüchtigen Blick nämlich gar nicht so vermuten).
Beim 28. Zug von Schwarz hätte ich vielleicht noch kurz erklärt, warum Schwarz seinen Turm c6 nicht aus der Se5-Gabel retten kann: weil nämlich Se5+ auch ohne Gabel tödlich ist (die einzige Antwort wäre Kg8, worauf Lxe6+ folgen würde).
Vabanque - 15. Sep '16
Und der Grund, warum Lasker nicht so populär ist, mag sein, dass seine Partien doch äußerst kompliziert und schwer zu verstehen sind, und dabei meist doch nicht so viel äußere Brillanz aufweisen. Ein anderer Grund könnte sein, dass Lasker immer WM-Kämpfen mit Gegner auswich, die ihm wirklich hätten gefährlich werden können. Er spielte gegen Marshall und Janowski, die er gut im Griff hatte, aber nie gegen Rubinstein oder Pillsbury. Als er Capablanca spielte, wusste er, dass seine Zeit gekommen war, abzutreten. Aber hätte er um 1900 herum gegen Pillsbury oder um 1910 herum gegen Rubinstein gespielt, wäre das Resultat wohl offen gewesen. Gegen Schlechter spielte Lasker, weil er ihn offenbar unterschätzte. Psychologisch behielt Lasker natürlich im Fall Schlechter dann doch Recht.
Aljechin verhielt sich übrigens ähnlich wie Lasker: nachdem er gegen Capablanca siegreich geblieben war, verweigerte er nicht nur diesem den Rückkampf (wobei die Frage natürlich ist, wie gut Capas Chancen auf Rückgewinn des Titels gestanden hätten), sondern spielte auch nur WM-Kämpfe gegen Spieler, die er als ungefährlich eingeschätzt hatte: Bogoljubow und Euwe. Im Fall Euwe irrte sich Aljechin, allerdings machte er seinen Irrtum 2 Jahre später ja gut (aber hätte denn Euwe nicht ebenfalls Aljechin den Rückkampf verweigern könnten). Aljechin spielte aber Ende der 30er Jahre nicht gegen Botwinnik, Reshevsky oder Keres, wo der Ausgang wohl offen gewesen wäre; zumindest die ersten beiden hätten recht gute Chancen gehabt, Aljechin zu entthronen. In der Zeit des 2. Weltkriegs war es natürlich schwierig, ein WM-Match zu organisieren, deswegen behielt Aljechin den Titel, obwohl es da ganz bestimmt eine ganze Reihe von Spielern gab, die zu der Zeit schon stärker waren als er.
Langer Rede kurzer Sinn: In diesen Zeiten bedeutete es nicht allzu viel, wenn ein Spieler den WM-Titel lange behielt! Später, als die WM-Kämpfe organisiert waren, und der Weltmeister in regelmäßigen Abständen gezwungen war, seinen Titel zu verteidigen, war das anders. Deswegen muss man die 10 Jahre, die Karpov regierte, und gar die 15 Jahre, die Kasparov auf dem Thron saß, wohl deutlich höher anrechnen als die 27 Jahre Laskers oder die 11 Jahre Steinitz' oder die 17 Jahre Aljechins.
Freilich ist das im Grunde Erbsenzählerei: großartige Spieler waren sie trotzdem alle!
Aljechin verhielt sich übrigens ähnlich wie Lasker: nachdem er gegen Capablanca siegreich geblieben war, verweigerte er nicht nur diesem den Rückkampf (wobei die Frage natürlich ist, wie gut Capas Chancen auf Rückgewinn des Titels gestanden hätten), sondern spielte auch nur WM-Kämpfe gegen Spieler, die er als ungefährlich eingeschätzt hatte: Bogoljubow und Euwe. Im Fall Euwe irrte sich Aljechin, allerdings machte er seinen Irrtum 2 Jahre später ja gut (aber hätte denn Euwe nicht ebenfalls Aljechin den Rückkampf verweigern könnten). Aljechin spielte aber Ende der 30er Jahre nicht gegen Botwinnik, Reshevsky oder Keres, wo der Ausgang wohl offen gewesen wäre; zumindest die ersten beiden hätten recht gute Chancen gehabt, Aljechin zu entthronen. In der Zeit des 2. Weltkriegs war es natürlich schwierig, ein WM-Match zu organisieren, deswegen behielt Aljechin den Titel, obwohl es da ganz bestimmt eine ganze Reihe von Spielern gab, die zu der Zeit schon stärker waren als er.
Langer Rede kurzer Sinn: In diesen Zeiten bedeutete es nicht allzu viel, wenn ein Spieler den WM-Titel lange behielt! Später, als die WM-Kämpfe organisiert waren, und der Weltmeister in regelmäßigen Abständen gezwungen war, seinen Titel zu verteidigen, war das anders. Deswegen muss man die 10 Jahre, die Karpov regierte, und gar die 15 Jahre, die Kasparov auf dem Thron saß, wohl deutlich höher anrechnen als die 27 Jahre Laskers oder die 11 Jahre Steinitz' oder die 17 Jahre Aljechins.
Freilich ist das im Grunde Erbsenzählerei: großartige Spieler waren sie trotzdem alle!
Kellerdrache - 15. Sep '16
Du hast natürlich vollkommen recht. Der Sinn von Se5+ ist weniger schnöder Materialgewinn, obwohl auch der zum Gewinn reichen würde, sondern der Mattangriff. Ob Schwarz also seinen Turm in Sicherheit bringt oder nicht spielt keine Rolle.
Ja, zu Laskers Zeiten konnte der Weltmeister seinen Titel verteidigen gegen wen immer er wollte. So gesehen ist die "Regierungszeit" von Weltmeistern wie Lasker und Aljechin kritisch zu betrachten. Was bei Lasker wesentlich beeindruckender ist ist wie lange er zur absoluten Spitze gehörte. Wenn Kasparov heute an einem Turnier mit Carlsen, Anand, Caruana usw. teilnehmen würde und gewänne dieses Turnier wäre das eine absolute Sensation. Das ist aber genau das was Lasker 1924 in New York tat.
Ich weiss nicht genau ob der Rückkampf zwischen Aljechin und Euwe nicht bereits von Anfang an zum Vertrag gehörte, aber man kann sich vom super-korrekten Euwe auch solche Tricksereien ohnehin nicht vorstellen.
Um Pillsbury war es wirklich schade. Er ist heute vielen leider nur noch wegen seiner erstaunlichen Gedächtnisleistungen bekannt. Doch wie gesehen konnte er auch richtig gut Schach spielen. Die im Text erwähnte Partie zwischen den beiden aus 1896 ist übrigens, auch wenn dort Lasker gewann, ebenfalls einen Analyseabend wert. Vielleicht mal außer der Reihe.
Ja, zu Laskers Zeiten konnte der Weltmeister seinen Titel verteidigen gegen wen immer er wollte. So gesehen ist die "Regierungszeit" von Weltmeistern wie Lasker und Aljechin kritisch zu betrachten. Was bei Lasker wesentlich beeindruckender ist ist wie lange er zur absoluten Spitze gehörte. Wenn Kasparov heute an einem Turnier mit Carlsen, Anand, Caruana usw. teilnehmen würde und gewänne dieses Turnier wäre das eine absolute Sensation. Das ist aber genau das was Lasker 1924 in New York tat.
Ich weiss nicht genau ob der Rückkampf zwischen Aljechin und Euwe nicht bereits von Anfang an zum Vertrag gehörte, aber man kann sich vom super-korrekten Euwe auch solche Tricksereien ohnehin nicht vorstellen.
Um Pillsbury war es wirklich schade. Er ist heute vielen leider nur noch wegen seiner erstaunlichen Gedächtnisleistungen bekannt. Doch wie gesehen konnte er auch richtig gut Schach spielen. Die im Text erwähnte Partie zwischen den beiden aus 1896 ist übrigens, auch wenn dort Lasker gewann, ebenfalls einen Analyseabend wert. Vielleicht mal außer der Reihe.
Vabanque - 15. Sep '16
Im Gesamtvergleich hatte Lasker gegen Pillsbury nur mit 5 : 4 knapp die Nase vorn, bei 4 Remisen. Pillsbury war Lasker also ziemlich ebenbürtig.
Zumindest von meinem Standpunkt würde sich eine Reihe über Pillsbury lohnen, da er in meinen Augen für seine Zeit auch ziemlich modern gespielt hat, so dass uns seine Partien heute noch etwas sagen (während, nur zum Beispiel, die Partien seines Zeitgenossen Bird heute eigentlich nur noch bizarr wirken).
Oder eine mehr allgemeine Reihe 'Vergessene Spieler', wobei der Titel etwas übertrieben ist (vielleicht findet sich ein besserer), denn da sollte es um Spieler gehen, die zu ihrer Zeit Aufsehen erregt haben, heute aber vergleichsweise wenig Erwähnung finden (da sie nur kurze Zeit an der Weltspitze mitgemischt haben, sei es durch Krankheit, wie auch durch freiwilliges Aufgeben von Turnierschach, oder weil sie nur noch als Trainer tätig sind). In diese Kategorie würden z.B. fallen
- Edgar(d) Colle
- Carlos Torre
- Miguel Najdorf
- Gyula Breyer
- Geza Maroczy
- David Janowski
- Richard Teichmann
- Jacques Mieses
- Mir Sultan Khan
- Salo Flohr
- Reuben Fine
- Henrique Mecking
- Leonid Stein
- Lubomir Kavalek
- Lew Psachis
- Roman Dzindzichashvili
- Rustam Kasimdschanov
- Rafael Waganjan
- Jewgeni Barejew
Die Liste ist natürlich bei weitem nicht vollständig, aber ich wollte mal einen Querschnitt durch die Jahrhunderte bieten, und zeigen, wie viele hochinteressante Spieler es gab und gibt, denen kaum oder jedenfalls zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Zumindest von meinem Standpunkt würde sich eine Reihe über Pillsbury lohnen, da er in meinen Augen für seine Zeit auch ziemlich modern gespielt hat, so dass uns seine Partien heute noch etwas sagen (während, nur zum Beispiel, die Partien seines Zeitgenossen Bird heute eigentlich nur noch bizarr wirken).
Oder eine mehr allgemeine Reihe 'Vergessene Spieler', wobei der Titel etwas übertrieben ist (vielleicht findet sich ein besserer), denn da sollte es um Spieler gehen, die zu ihrer Zeit Aufsehen erregt haben, heute aber vergleichsweise wenig Erwähnung finden (da sie nur kurze Zeit an der Weltspitze mitgemischt haben, sei es durch Krankheit, wie auch durch freiwilliges Aufgeben von Turnierschach, oder weil sie nur noch als Trainer tätig sind). In diese Kategorie würden z.B. fallen
- Edgar(d) Colle
- Carlos Torre
- Miguel Najdorf
- Gyula Breyer
- Geza Maroczy
- David Janowski
- Richard Teichmann
- Jacques Mieses
- Mir Sultan Khan
- Salo Flohr
- Reuben Fine
- Henrique Mecking
- Leonid Stein
- Lubomir Kavalek
- Lew Psachis
- Roman Dzindzichashvili
- Rustam Kasimdschanov
- Rafael Waganjan
- Jewgeni Barejew
Die Liste ist natürlich bei weitem nicht vollständig, aber ich wollte mal einen Querschnitt durch die Jahrhunderte bieten, und zeigen, wie viele hochinteressante Spieler es gab und gibt, denen kaum oder jedenfalls zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird.
pirc_ - 15. Sep '16
- Vasja Pirc ;-)
Kellerdrache - 15. Sep '16
Ich könnte noch Tony Miles, Murray Chandler, Gata Kamsky oder Jan Timman hinzufügen.
Waganjan müsste eigentlich jedem der in den 80ern und 90ern die Bundesliga (Schach nicht Fußball) verfolgt hat ein Begriff sein. Einer der wenigen absoluten Top-GMs die nicht nur auf dem Papier standen sondern tatsächlich gespielt haben.
Breyer spielte wirklich aufregendes Schach. Leider ist er aber sehr früh gestorben. Waren er und Reti nicht Freunde ?
Sultan Khan kennt heute wirklich fast niemand mehr. Seine Schachkarriere begann aus dem Nichts und verschwand auch wieder sehr abrupt darin.
Waganjan müsste eigentlich jedem der in den 80ern und 90ern die Bundesliga (Schach nicht Fußball) verfolgt hat ein Begriff sein. Einer der wenigen absoluten Top-GMs die nicht nur auf dem Papier standen sondern tatsächlich gespielt haben.
Breyer spielte wirklich aufregendes Schach. Leider ist er aber sehr früh gestorben. Waren er und Reti nicht Freunde ?
Sultan Khan kennt heute wirklich fast niemand mehr. Seine Schachkarriere begann aus dem Nichts und verschwand auch wieder sehr abrupt darin.
Vabanque - 15. Sep '16
An Jan Timman musste ich schon auch denken, dann aber habe ich mich erinnert, dass er zumindest in Holland als eine Art Nationalheld gefeiert wird, auch wenn es um ihn mittlerweile schon recht ruhig geworden ist ...
Breyer starb, so weit ich mich erinnere, mit 28 (!!) Jahren, und zumindest schätzte ihn Réti sehr, Réti brachte in jedem seiner Bücher mindestens eine Partie von Breyer ...
Miles, Chandler, Kamsky, ja, die waren auch mal Weltspitze, und werden mittlerweile auch kaum noch erwähnt, warum eigentlich? Zumindest Miles hätte doch durch seinen frühen Tod eigentlich zur Legende werden müssen? Aber dasselbe kann man natürlich auch von den von mir erwähnten Herren Colle und Stein, und auch von Klaus Junge sagen, wobei Letzterer vielleicht deswegen totgeschwiegen wird, weil er angeblich überzeugter Nazi war (und was, wenn er doch nur Mitläufer war ... ?).
Und Vasja Pirc, ja natürlich, wie konnte ich den nur vergessen? ;) :-p
Bei dem würde sich wohl sogar eine Werkschau lohnen, 'Pircs 1000 beste Partien, ausführlichst kommentiert und analysiert vom chessmail-Kommentatoren-Team' ... das gibt Stoff für die nächsten Jahre und Jahrzehnte, hurra! :-))
>>Sultan Khan kennt heute wirklich fast niemand mehr. Seine Schachkarriere begann aus dem Nichts und verschwand auch wieder sehr abrupt darin.<<
Besser kann man es nicht beschreiben; offenbar kennst du ihn ja. Und ich habe sogar ein Buch über ihn.
Breyer starb, so weit ich mich erinnere, mit 28 (!!) Jahren, und zumindest schätzte ihn Réti sehr, Réti brachte in jedem seiner Bücher mindestens eine Partie von Breyer ...
Miles, Chandler, Kamsky, ja, die waren auch mal Weltspitze, und werden mittlerweile auch kaum noch erwähnt, warum eigentlich? Zumindest Miles hätte doch durch seinen frühen Tod eigentlich zur Legende werden müssen? Aber dasselbe kann man natürlich auch von den von mir erwähnten Herren Colle und Stein, und auch von Klaus Junge sagen, wobei Letzterer vielleicht deswegen totgeschwiegen wird, weil er angeblich überzeugter Nazi war (und was, wenn er doch nur Mitläufer war ... ?).
Und Vasja Pirc, ja natürlich, wie konnte ich den nur vergessen? ;) :-p
Bei dem würde sich wohl sogar eine Werkschau lohnen, 'Pircs 1000 beste Partien, ausführlichst kommentiert und analysiert vom chessmail-Kommentatoren-Team' ... das gibt Stoff für die nächsten Jahre und Jahrzehnte, hurra! :-))
>>Sultan Khan kennt heute wirklich fast niemand mehr. Seine Schachkarriere begann aus dem Nichts und verschwand auch wieder sehr abrupt darin.<<
Besser kann man es nicht beschreiben; offenbar kennst du ihn ja. Und ich habe sogar ein Buch über ihn.
pirc_ - 15. Sep '16
Es gibt eine schöne Partie zwischen Sultan Khan und Vasja Pirc aus 1934 in Hastings. Pirc gewinnt mit schwarz im Sizilianer...;-)
Vabanque - 15. Sep '16
Also los ... kommentieren! :)
pirc_ - 15. Sep '16
nee die iss viel zu lang....so schlecht war Khan nicht, dass selbst der geniale Vasja ihn unter 20 zügen besiegen konnte...die haben über 60 züge gemacht ;-)
pirc_ - 15. Sep '16
übrigens eine verlustpartie von lasker gegen bird hatte ich hier schon drin ;-)
/forum/topic.html?key=c1fa6eef21cb7558e&sv=17
/forum/topic.html?key=c1fa6eef21cb7558e&sv=17
Vabanque - 15. Sep '16
Ja, die Ehre, Vorreiter gewesen zu sein, kommt dir auch bei Anand, Spassky und Carlsen zu :)
Hasenrat - 15. Sep '16
Gata Kamsky ist doch noch ganz kregel im Spielbetrieb - und spielt nun bei Deizisau.
schachbundesliga.de/spieler/2836/522
schachbundesliga.de/spieler/2836/522
Vabanque - 15. Sep '16
Das ist natürlich DER Traumverein, klar ;)
2. Liga, was will er denn da?
2. Liga, was will er denn da?
Hasenrat - 15. Sep '16
Vermutlich Geld verdienen und in die erste Liga.
Hasenrat - 15. Sep '16
Und er spielt mit Grischuk und Leko zusammen.
Vabanque - 15. Sep '16
Ob die alle wirklich auch spielen?