Kommentierte Spiele

Deutsche Schachgeschichte (IX): Uhlmann

Kellerdrache - 17. Dez '17
Sowie Unzicker der beherrschende Spieler Westdeutschlands in der Nachkriegszeit war, so füllte Wolfgang Uhlmann diese Rolle für die DDR aus. Er gewann insgesamt elf nationale Meisterschaften.
In den 60er Jahren gewann er auch international einige Turniere und sammelte Siege gegen die bedeutenden Spieler der damaligen Zeit. Polugajewski, Smyslov, Petrosjan und Spasski wurden zu seinen Opfern.
Die von mir ausgewählte Partie zeigt Efim Geller als Leidtragenden von Uhlmanns Französischer Verteidigung. Der Deutsche galt zeitlebends als einer der Top-Experten dieser Eröffnung. Wir verdanken ihm etliche schöne Beispielpartien und wichtige Beiträge zur Theorie.

Efim Geller Wolfgang Uhlmann Amsterdam IBM | Amsterdam NED | 7 | 1970.07.21 | C09 | 0:1
8
7
6
5
4
3
2
a
1
b
c
d
e
f
g
h
1. e4 e6 2. d4 d5 Ganz wie man Königsindisch ganz aus den Partien von Gligoric und Damengambit aus den Partien von Flohr lernen kann, so bekommt man einen tiefen Eindruck der Französischen Verteidigung wenn man Uhlmanns Partien nachspielt. Neben Kortschnoi galt er als weltweiter Experte dieser Eröffnung. 3. Sd2 die Tarrasch-Variante. Weiß geht der komplizierten Winawer-Variante nach 3.Sc3 Lb4 aus dem Weg. Ohne den Druck auf d5 durch den Springer c3 kann Schwarz aber sofort c5 spielen c5 4. xd5 xd5 5. Sgf3
Natürlich kann man dem Schwarzen mit 5. xc5 Lxc5 einen Isolani verpassen. Frei nach Tarrasch sollte man aber kein Schach spielen wenn man Angst davor hat mit einem Isolani zu spielen. Geller geht dieser Hauptvariante aber vermutlich einfach aus dem Weg um dem Französisch-Spezialisten Uhlmann nicht in die Karten zu spielen. 6. Sb3 Lb6
Sc6 6. Lb5 die bisherigen Züge dienten alle dem Kampf um den weißen d-Bauern Ld6 kein schlechtes Feld fur den Läufer. Man gibt dem Weißen allerdings die Option mit dxc5 diesen zum erneuten Ziehen zu zwingen und quasi ein Tempo zu gewinnen 7. O-O xd4 Uhlmann leitet bereits Angriffshandlungen ein, obwohl er in der Entwicklung hinten liegt 8. Sb3 Sge7 der d4 ist ja ohnehin des Todes. Sge7 ist hier besser als Sf6, da erstens nach dem folgenden Sbxd4 der Sc6 ausreichend gedeckt bleibt und zweitens der Bauer auf d5 nicht indirekt durch Lg5 angegriffen werden kann. 9. Sbd4 O-O Ist der Isolani jetzt eine Schwäche oder nicht ? Der stärkste Bauer auf dem Brett ist er sicher nicht, doch immerhin ist er momentan der Einzige mit Zentrumseinfluß 10. Lg5 f6 11. Le3 mit den letzten beiden Zügen hat Geller ein Loch auf e6 provoziert, was in Zukunft eventuell vom Sd4 besetzt werden kann Se5 Ohne Fesselung steht der Lb5 relativ sinnlos auf b5 herum. Geht er nach d3 bekommt Uhlmann nach Sxd3 das Läuferpaar. Tauscht Weiß auf e5 macht er aus dem Isolani ein Zentrum beherrschendes Bauernpaar. 12. Te1 a6 13. Lf1 die Alternative wäre den Läufer über a4 nach b3 zu überführen von wo aus er stark auf den d5 drückt Kh8 der König geht vorsorglich aus der Diagonale a2-g8 heraus um möglichen Fesselungen des Isolanis zu entgehen 14. h3 Ld7 räumt c8 damit der Turm die halboffene c-Linie unter Kontrolle nehmen kann. Weiß hat im Gegenzug die offene e-Linie die im Moment aber noch ziemlich verstopft ist 15. c3 die weiße Dame kann jetzt über b3 ins Spiel eingreifen Tc8 16. a4 Te8 17. Se5 eine folgenschwere (Fehl-) Entscheidung. Zur Beurteilung der Lage muss man sich die Frage stellen ob das Bauernpaar d5/e5 jetzt stark oder schwach ist. Als Faustregel sagt man solange sie nebeneinander stehen bleiben können sind sie stark, kann man einen davon zum Vorziehen nötigen werden beide schwach. Durch den Abtauscht verliert Weiß auch das Feld d4 für seinen Springer. Mir persönlich hatte z.B. Db3 gefolgt von Tad1 besser gefallen. Doch auch das ist nicht viel besser
17. Db3 Dc7 18. Tad1 Sc4 19. Lc1 um das Läuferpaar zu behalten Sb6 20. a5 La4
fe5 18. Sf3 h6 Ansonsten könnte der Springer ja über g5 wieder aktiv ins Spiel kommen 19. a5 Tc6 ein hübscher Mehrzweckzug. Der Turm deckt den Ld6, beseitigt damit eine taktische Schwäche, kann jetzt bei Bedarf über die sechste Reihe auf den Königsflügel wechseln und gibt der Dame den Weg nach b8 frei 20. Lb6 Db8 Lc7 ginge auch, doch so kann die Dame in Zusammenhang mit dem Ld6 gegen den weißen Monarchen arbeiten 21. Tc1 Tf8 Uhlmann bringt alle Figuren in Angriffsstellung. Dame und Ld6 auf der Diagonale h2-b8, Tf8 über die halboffene f-Linie, Tc6 über die sechste Reihe, und der Lc8 über mögliche Opfer auf h3. Geller muß hier einiges im Auge behalten 22. c4 e4 23. Sd2 Nicht nur ist das kein schönes Feld für den Springer, sondern er versperrt auch der Dame den Blick auf die d-Linie. Zusätzlich hat der Tf8 jetzt freie Sicht auf f2. Auf der anderen Seite ist das schwarze Bauernpaar jetzt sehr schwach. Kommt Weiß zu cxd5 fällt der e-Bauer fast zwangsläufig Tb6 ein überraschendes Qualitatsopfer. Die Schwäche von f2 bietet aber mehr als ausreichende Kompensation wie wir sehen werden 24. ab6 Lc5 legt den Finger in die Wunde f2. Ich gebe zu zu diesem Zeitpunkt nocht nicht sehr positiv über die Durchsetzungskraft des schwarzen Angriffs gedacht zu haben. Das Zentrum ist schwer krank, der Lc5 nach cxd5 ungedeckt und f2 einfach zu decken. 25. Te2 Tf2 für den ersten Turm gab es noch eine Leichtfigur, für diesen erstmal nur einen Bauern 26. Tf2
26. cd5 Te2+ 27. Tc5 Te3
e3 so schnell wird aus einem Sorgenkind ein Held 27. cd5
27. Te2 ist erst recht schlecht ed2+ 28. Kh1 dc1=Q
ef2+ 28. Kh1 und jetzt m uss sich Schwarz erst mal um den ungedeckten Läufer auf c5 kümmern, oder ? Sf5 Sehr schön. die extrem anfällige Königsstellung Gellers verhindert das Nehmen auf c5 29. Se4 deckt g3 und greift den Lc5 erneut an
29. Tc5 Sg3+ 30. Kh2 Sf1+ 31. Kh1 Dh2#
Lb6 Materiell ist die Partie jetzt so gut wie ausgeglichen, doch Weiß hat auf d5 und b2 hässliche Bauernschwächen 30. Df3 De5 greift direkt beide der vorher erwähnten schwachen Bauern an 31. Ld3 würde der lästige Sf5 verschwinden hätte Weiß nach Grundreihenschach durch die Dame und folgendem ...Kh7 ein paar hübsche Abzugsschachs Dd5 32. Sc5 Df3 33. gf3 Lc5 34. Tc5 Se3 mit der Drohung f1-D 35. Tc1 Kg8 36. Kh2 der Springer verhindert von e3 auch die schnelle Annäherung des Königs an f2 Lb5 die Idee ist einfach. Läufer tauschen, f-Bauer umwandeln 37. Tc8+ Kf7 es gibt jetzt keinen Zug mehr der den Ld3 rettet und die Umwandlung des f2 verhindert 38. Kg3 Ld3 39. Tc7+ Kf6 40. Kf2 Auch wenn der Turm im Endspiel eine starke Figur ist hat er gegen die beiden Leichtfiguren hier keine Chance Sd1+ 41. Kg3 Sb2 42. Tb7 Sc4 43. h4 a5 Springer und Läufer sichern den Freibauern Schritt für Schritt bis zur Umwandlung 44. Td7 Lc2 45. Tc7 Lb3 46. Kf4 a4 47. Tb7
47. Tb7 a3 48. Tb3 a2
PGN anzeigen
[Event "Amsterdam IBM"]
[Site "Amsterdam NED"]
[Date "1970.07.21"]
[Round "7"]
[White "Efim Geller"]
[Black "Wolfgang Uhlmann"]
[Result "0-1"]
[ECO "C09"]
[PlyCount "93"]
[EventDate "1970.??.??"]
[SourceDate "2017.03.28"]

1. e4 e6 2. d4 d5 {Ganz wie man Königsindisch ganz aus den Partien von
Gligoric und Damengambit aus den Partien von Flohr lernen kann, so bekommt man
einen tiefen Eindruck der Französischen Verteidigung wenn man Uhlmanns Partien
nachspielt. Neben Kortschnoi galt er als weltweiter Experte dieser Eröffnung.}
3. Nd2 {die Tarrasch-Variante. Weiß geht der komplizierten Winawer-Variante
nach 3.Sc3 Lb4 aus dem Weg. Ohne den Druck auf d5 durch den Springer c3 kann
Schwarz aber sofort c5 spielen} c5 4. exd5 exd5 5. Ngf3 ({
Natürlich kann man dem Schwarzen mit} 5. dxc5 Bxc5 {einen Isolani verpassen.
Frei nach Tarrasch sollte man aber kein Schach spielen wenn man Angst davor
hat mit einem Isolani zu spielen. Geller geht dieser Hauptvariante aber
vermutlich einfach aus dem Weg um dem Französisch-Spezialisten Uhlmann nicht
in die Karten zu spielen.} 6. Nb3 Bb6) 5... Nc6 6. Bb5 {
die bisherigen Züge dienten alle dem Kampf um den weißen d-Bauern} Bd6 {
kein schlechtes Feld fur den Läufer. Man gibt dem Weißen allerdings die Option
mit dxc5 diesen zum erneuten Ziehen zu zwingen und quasi ein Tempo zu gewinnen}
7. O-O cxd4 {Uhlmann leitet bereits Angriffshandlungen ein, obwohl er in der
Entwicklung hinten liegt} 8. Nb3 Nge7 {der d4 ist ja ohnehin des Todes. Sge7
ist hier besser als Sf6, da erstens nach dem folgenden Sbxd4 der Sc6
ausreichend gedeckt bleibt und zweitens der Bauer auf d5 nicht indirekt durch
Lg5 angegriffen werden kann.} 9. Nbxd4 O-O {Ist der Isolani jetzt eine
Schwäche oder nicht ? Der stärkste Bauer auf dem Brett ist er sicher nicht,
doch immerhin ist er momentan der Einzige mit Zentrumseinfluß} 10. Bg5 f6 11.
Be3 {mit den letzten beiden Zügen hat Geller ein Loch auf e6 provoziert, was
in Zukunft eventuell vom Sd4 besetzt werden kann} Ne5 {Ohne Fesselung steht
der Lb5 relativ sinnlos auf b5 herum. Geht er nach d3 bekommt Uhlmann nach
Sxd3 das Läuferpaar. Tauscht Weiß auf e5 macht er aus dem Isolani ein Zentrum
beherrschendes Bauernpaar.} 12. Re1 a6 13. Bf1 {die Alternative wäre den
Läufer über a4 nach b3 zu überführen von wo aus er stark auf den d5 drückt} Kh8
{der König geht vorsorglich aus der Diagonale a2-g8 heraus um möglichen
Fesselungen des Isolanis zu entgehen} 14. h3 Bd7 {räumt c8 damit der Turm die
halboffene c-Linie unter Kontrolle nehmen kann. Weiß hat im Gegenzug die
offene e-Linie die im Moment aber noch ziemlich verstopft ist} 15. c3 {
die weiße Dame kann jetzt über b3 ins Spiel eingreifen} Rc8 16. a4 Re8 17. Nxe5
{eine folgenschwere (Fehl-) Entscheidung. Zur Beurteilung der Lage muss man
sich die Frage stellen ob das Bauernpaar d5/e5 jetzt stark oder schwach ist.
Als Faustregel sagt man solange sie nebeneinander stehen bleiben können sind
sie stark, kann man einen davon zum Vorziehen nötigen werden beide schwach.
Durch den Abtauscht verliert Weiß auch das Feld d4 für seinen Springer. Mir
persönlich hatte z.B. Db3 gefolgt von Tad1 besser gefallen. Doch auch das ist
nicht viel besser} (17. Qb3 Qc7 18. Rad1 Nc4 19. Bc1 {
um das Läuferpaar zu behalten} Nb6 20. a5 Ba4) 17... fxe5 18. Nf3 h6 {
Ansonsten könnte der Springer ja über g5 wieder aktiv ins Spiel kommen} 19. a5
Rc6 {ein hübscher Mehrzweckzug. Der Turm deckt den Ld6, beseitigt damit eine
taktische Schwäche, kann jetzt bei Bedarf über die sechste Reihe auf den
Königsflügel wechseln und gibt der Dame den Weg nach b8 frei} 20. Bb6 Qb8 {
Lc7 ginge auch, doch so kann die Dame in Zusammenhang mit dem Ld6 gegen den
weißen Monarchen arbeiten} 21. Rc1 Rf8 {Uhlmann bringt alle Figuren in
Angriffsstellung. Dame und Ld6 auf der Diagonale h2-b8, Tf8 über die
halboffene f-Linie, Tc6 über die sechste Reihe, und der Lc8 über mögliche
Opfer auf h3. Geller muß hier einiges im Auge behalten} 22. c4 e4 23. Nd2 {
Nicht nur ist das kein schönes Feld für den Springer, sondern er versperrt
auch der Dame den Blick auf die d-Linie. Zusätzlich hat der Tf8 jetzt freie
Sicht auf f2. Auf der anderen Seite ist das schwarze Bauernpaar jetzt sehr
schwach. Kommt Weiß zu cxd5 fällt der e-Bauer fast zwangsläufig} Rxb6 {
ein überraschendes Qualitatsopfer. Die Schwäche von f2 bietet aber mehr als
ausreichende Kompensation wie wir sehen werden} 24. axb6 Bc5 {legt den Finger
in die Wunde f2. Ich gebe zu zu diesem Zeitpunkt nocht nicht sehr positiv über
die Durchsetzungskraft des schwarzen Angriffs gedacht zu haben. Das Zentrum
ist schwer krank, der Lc5 nach cxd5 ungedeckt und f2 einfach zu decken.} 25.
Re2 Rxf2 {für den ersten Turm gab es noch eine Leichtfigur, für diesen erstmal
nur einen Bauern} 26. Rxf2 (26. cxd5 Rxe2+ 27. Rxc5 Re3) 26... e3 {
so schnell wird aus einem Sorgenkind ein Held} 27. cxd5 (27. Re2 {
ist erst recht schlecht} exd2+ 28. Kh1 dxc1=Q) 27... exf2+ 28. Kh1 {und jetzt m
uss sich Schwarz erst mal um den ungedeckten Läufer auf c5 kümmern, oder ?} Nf5
{Sehr schön. die extrem anfällige Königsstellung Gellers verhindert das Nehmen
auf c5} 29. Ne4 {deckt g3 und greift den Lc5 erneut an} (29. Rxc5 Ng3+ 30. Kh2
Nxf1+ 31. Kh1 Qh2#) 29... Bxb6 {Materiell ist die Partie jetzt so gut wie
ausgeglichen, doch Weiß hat auf d5 und b2 hässliche Bauernschwächen} 30. Qf3 Qe5
{greift direkt beide der vorher erwähnten schwachen Bauern an} 31. Bd3 {
würde der lästige Sf5 verschwinden hätte Weiß nach Grundreihenschach durch die
Dame und folgendem ...Kh7 ein paar hübsche Abzugsschachs} Qxd5 32. Nc5 Qxf3 33.
gxf3 Bxc5 34. Rxc5 Ne3 {mit der Drohung f1-D} 35. Rc1 Kg8 36. Kh2 {
der Springer verhindert von e3 auch die schnelle Annäherung des Königs an f2}
Bb5 {die Idee ist einfach. Läufer tauschen, f-Bauer umwandeln} 37. Rc8+ Kf7 {
es gibt jetzt keinen Zug mehr der den Ld3 rettet und die Umwandlung des
f2 verhindert} 38. Kg3 Bxd3 39. Rc7+ Kf6 40. Kxf2 {Auch wenn der Turm im
Endspiel eine starke Figur ist hat er gegen die beiden Leichtfiguren hier
keine Chance} Nd1+ 41. Kg3 Nxb2 42. Rxb7 Nc4 43. h4 a5 {Springer und Läufer
sichern den Freibauern Schritt für Schritt bis zur Umwandlung} 44. Rd7 Bc2 45.
Rc7 Bb3 46. Kf4 a4 47. Rb7 (47. Rb7 a3 48. Rxb3 a2) 0-1
patzer0815 - 17. Dez '17
Bei mir funktionieren einige Züge beim Nachspielen in der Animation nicht. Wie ist es bei Euch?
Vabanque - 17. Dez '17
Ich kenne das Problem mit diesem Viewer. Die Wurzel des Übels ist der Zug Sge7; der Viewer würde nur Se7 akzeptieren, weil der andere Springer (weil gefesselt) sowieso nicht ziehen kann.
Vabanque - 17. Dez '17
Jetzt sollte es gehen :)

(Kellerdrache wird mir hoffentlich verzeihen, dass ich mich an seiner Datei zu schaffen gemacht habe)

Efim Geller Wolfgang Uhlmann Amsterdam IBM | Amsterdam NED | 7 | 1970.07.21 | C09 | 0:1
8
7
6
5
4
3
2
a
1
b
c
d
e
f
g
h
1. e4 e6 2. d4 d5 Ganz wie man Königsindisch ganz aus den Partien von Gligoric und Damengambit aus den Partien von Flohr lernen kann, so bekommt man einen tiefen Eindruck der Französischen Verteidigung wenn man Uhlmanns Partien nachspielt. Neben Kortschnoi galt er als weltweiter Experte dieser Eröffnung. 3. Sd2 die Tarrasch-Variante. Weiß geht der komplizierten Winawer-Variante nach 3.Sc3 Lb4 aus dem Weg. Ohne den Druck auf d5 durch den Springer c3 kann Schwarz aber sofort c5 spielen c5 4. xd5 xd5 5. Sgf3
Natürlich kann man dem Schwarzen mit 5. xc5 Lxc5 einen Isolani verpassen. Frei nach Tarrasch sollte man aber kein Schach spielen wenn man Angst davor hat mit einem Isolani zu spielen. Geller geht dieser Hauptvariante aber vermutlich einfach aus dem Weg um dem Französisch-Spezialisten Uhlmann nicht in die Karten zu spielen. 6. Sb3 Lb6
Sc6 6. Lb5 die bisherigen Züge dienten alle dem Kampf um den weißen d-Bauern Ld6 kein schlechtes Feld fur den Läufer. Man gibt dem Weißen allerdings die Option mit dxc5 diesen zum erneuten Ziehen zu zwingen und quasi ein Tempo zu gewinnen 7. O-O xd4 Uhlmann leitet bereits Angriffshandlungen ein, obwohl er in der Entwicklung hinten liegt 8. Sb3 Se7 der d4 ist ja ohnehin des Todes. Sge7 ist hier besser als Sf6, da erstens nach dem folgenden Sbxd4 der Sc6 ausreichend gedeckt bleibt und zweitens der Bauer auf d5 nicht indirekt durch Lg5 angegriffen werden kann. 9. Sxd4 O-O Ist der Isolani jetzt eine Schwäche oder nicht ? Der stärkste Bauer auf dem Brett ist er sicher nicht, doch immerhin ist er momentan der Einzige mit Zentrumseinfluß 10. Lg5 f6 11. Le3 mit den letzten beiden Zügen hat Geller ein Loch auf e6 provoziert, was in Zukunft eventuell vom Sd4 besetzt werden kann Se5 Ohne Fesselung steht der Lb5 relativ sinnlos auf b5 herum. Geht er nach d3 bekommt Uhlmann nach Sxd3 das Läuferpaar. Tauscht Weiß auf e5 macht er aus dem Isolani ein Zentrum beherrschendes Bauernpaar. 12. Te1 a6 13. Lf1 die Alternative wäre den Läufer über a4 nach b3 zu überführen von wo aus er stark auf den d5 drückt Kh8 der König geht vorsorglich aus der Diagonale a2-g8 heraus um möglichen Fesselungen des Isolanis zu entgehen 14. h3 Ld7 räumt c8 damit der Turm die halboffene c-Linie unter Kontrolle nehmen kann. Weiß hat im Gegenzug die offene e-Linie die im Moment aber noch ziemlich verstopft ist 15. c3 die weiße Dame kann jetzt über b3 ins Spiel eingreifen Tc8 16. a4 Te8 17. Sxe5 eine folgenschwere (Fehl-) Entscheidung. Zur Beurteilung der Lage muss man sich die Frage stellen ob das Bauernpaar d5/e5 jetzt stark oder schwach ist. Als Faustregel sagt man solange sie nebeneinander stehen bleiben können sind sie stark, kann man einen davon zum Vorziehen nötigen werden beide schwach. Durch den Abtauscht verliert Weiß auch das Feld d4 für seinen Springer. Mir persönlich hatte z.B. Db3 gefolgt von Tad1 besser gefallen. Doch auch das ist nicht viel besser
17. Db3 Dc7 18. Tad1 Sc4 19. Lc1 um das Läuferpaar zu behalten Sb6 20. a5 La4
xe5 18. Sf3 h6 Ansonsten könnte der Springer ja über g5 wieder aktiv ins Spiel kommen 19. a5 Tc6 ein hübscher Mehrzweckzug. Der Turm deckt den Ld6, beseitigt damit eine taktische Schwäche, kann jetzt bei Bedarf über die sechste Reihe auf den Königsflügel wechseln und gibt der Dame den Weg nach b8 frei 20. Lb6 Db8 Lc7 ginge auch, doch so kann die Dame in Zusammenhang mit dem Ld6 gegen den weißen Monarchen arbeiten 21. Tc1 Tf8 Uhlmann bringt alle Figuren in Angriffsstellung. Dame und Ld6 auf der Diagonale h2-b8, Tf8 über die halboffene f-Linie, Tc6 über die sechste Reihe, und der Lc8 über mögliche Opfer auf h3. Geller muß hier einiges im Auge behalten 22. c4 e4 23. Sd2 Nicht nur ist das kein schönes Feld für den Springer, sondern er versperrt auch der Dame den Blick auf die d-Linie. Zusätzlich hat der Tf8 jetzt freie Sicht auf f2. Auf der anderen Seite ist das schwarze Bauernpaar jetzt sehr schwach. Kommt Weiß zu cxd5 fällt der e-Bauer fast zwangsläufig Txb6 ein überraschendes Qualitatsopfer. Die Schwäche von f2 bietet aber mehr als ausreichende Kompensation wie wir sehen werden 24. xb6 Lc5 legt den Finger in die Wunde f2. Ich gebe zu zu diesem Zeitpunkt nocht nicht sehr positiv über die Durchsetzungskraft des schwarzen Angriffs gedacht zu haben. Das Zentrum ist schwer krank, der Lc5 nach cxd5 ungedeckt und f2 einfach zu decken. 25. Te2 Txf2 für den ersten Turm gab es noch eine Leichtfigur, für diesen erstmal nur einen Bauern 26. Txf2
26. xd5 Txe2+ 27. Txc5 Te3
e3 so schnell wird aus einem Sorgenkind ein Held 27. xd5
27. Te2 ist erst recht schlecht xd2+ 28. Kh1 dc1=Q
xf2+ 28. Kh1 und jetzt m uss sich Schwarz erst mal um den ungedeckten Läufer auf c5 kümmern, oder ? Sf5 Sehr schön. die extrem anfällige Königsstellung Gellers verhindert das Nehmen auf c5 29. Se4 deckt g3 und greift den Lc5 erneut an
29. Txc5 Sg3+ 30. Kh2 Sxf1+ 31. Kh1 Dh2#
Lxb6 Materiell ist die Partie jetzt so gut wie ausgeglichen, doch Weiß hat auf d5 und b2 hässliche Bauernschwächen 30. Df3 De5 greift direkt beide der vorher erwähnten schwachen Bauern an 31. Ld3 würde der lästige Sf5 verschwinden hätte Weiß nach Grundreihenschach durch die Dame und folgendem ...Kh7 ein paar hübsche Abzugsschachs Dxd5 32. Sc5 Dxf3 33. xf3 Lxc5 34. Txc5 Se3 mit der Drohung f1-D 35. Tc1 Kg8 36. Kh2 der Springer verhindert von e3 auch die schnelle Annäherung des Königs an f2 Lb5 die Idee ist einfach. Läufer tauschen, f-Bauer umwandeln 37. Tc8+ Kf7 es gibt jetzt keinen Zug mehr der den Ld3 rettet und die Umwandlung des f2 verhindert 38. Kg3 Lxd3 39. Tc7+ Kf6 40. Kxf2 Auch wenn der Turm im Endspiel eine starke Figur ist hat er gegen die beiden Leichtfiguren hier keine Chance Sd1+ 41. Kg3 Sxb2 42. Txb7 Sc4 43. h4 a5 Springer und Läufer sichern den Freibauern Schritt für Schritt bis zur Umwandlung 44. Td7 Lc2 45. Tc7 Lb3 46. Kf4 a4 47. Tb7
47. Tb7 a3 48. Txb3 a2
PGN anzeigen[Event "Amsterdam IBM"]
[Site "Amsterdam NED"]
[Date "1970.07.21"]
[Round "7"]
[White "Efim Geller"]
[Black "Wolfgang Uhlmann"]
[Result "0-1"]
[ECO "C09"]
[PlyCount "93"]
[EventDate "1970.??.??"]
[SourceDate "2017.03.28"]

1. e4 e6 2. d4 d5 {Ganz wie man Königsindisch ganz aus den Partien von
Gligoric und Damengambit aus den Partien von Flohr lernen kann, so bekommt man
einen tiefen Eindruck der Französischen Verteidigung wenn man Uhlmanns Partien
nachspielt. Neben Kortschnoi galt er als weltweiter Experte dieser Eröffnung.}
3. Nd2 {die Tarrasch-Variante. Weiß geht der komplizierten Winawer-Variante
nach 3.Sc3 Lb4 aus dem Weg. Ohne den Druck auf d5 durch den Springer c3 kann
Schwarz aber sofort c5 spielen} c5 4. exd5 exd5 5. Ngf3 ({
Natürlich kann man dem Schwarzen mit} 5. dxc5 Bxc5 {einen Isolani verpassen.
Frei nach Tarrasch sollte man aber kein Schach spielen wenn man Angst davor
hat mit einem Isolani zu spielen. Geller geht dieser Hauptvariante aber
vermutlich einfach aus dem Weg um dem Französisch-Spezialisten Uhlmann nicht
in die Karten zu spielen.} 6. Nb3 Bb6) 5... Nc6 6. Bb5 {
die bisherigen Züge dienten alle dem Kampf um den weißen d-Bauern} Bd6 {
kein schlechtes Feld fur den Läufer. Man gibt dem Weißen allerdings die Option
mit dxc5 diesen zum erneuten Ziehen zu zwingen und quasi ein Tempo zu gewinnen}
7. O-O cxd4 {Uhlmann leitet bereits Angriffshandlungen ein, obwohl er in der
Entwicklung hinten liegt} 8. Nb3 Ne7 {der d4 ist ja ohnehin des Todes. Sge7
ist hier besser als Sf6, da erstens nach dem folgenden Sbxd4 der Sc6
ausreichend gedeckt bleibt und zweitens der Bauer auf d5 nicht indirekt durch
Lg5 angegriffen werden kann.} 9. Nbxd4 O-O {Ist der Isolani jetzt eine
Schwäche oder nicht ? Der stärkste Bauer auf dem Brett ist er sicher nicht,
doch immerhin ist er momentan der Einzige mit Zentrumseinfluß} 10. Bg5 f6 11.
Be3 {mit den letzten beiden Zügen hat Geller ein Loch auf e6 provoziert, was
in Zukunft eventuell vom Sd4 besetzt werden kann} Ne5 {Ohne Fesselung steht
der Lb5 relativ sinnlos auf b5 herum. Geht er nach d3 bekommt Uhlmann nach
Sxd3 das Läuferpaar. Tauscht Weiß auf e5 macht er aus dem Isolani ein Zentrum
beherrschendes Bauernpaar.} 12. Re1 a6 13. Bf1 {die Alternative wäre den
Läufer über a4 nach b3 zu überführen von wo aus er stark auf den d5 drückt} Kh8
{der König geht vorsorglich aus der Diagonale a2-g8 heraus um möglichen
Fesselungen des Isolanis zu entgehen} 14. h3 Bd7 {räumt c8 damit der Turm die
halboffene c-Linie unter Kontrolle nehmen kann. Weiß hat im Gegenzug die
offene e-Linie die im Moment aber noch ziemlich verstopft ist} 15. c3 {
die weiße Dame kann jetzt über b3 ins Spiel eingreifen} Rc8 16. a4 Re8 17. Nxe5
{eine folgenschwere (Fehl-) Entscheidung. Zur Beurteilung der Lage muss man
sich die Frage stellen ob das Bauernpaar d5/e5 jetzt stark oder schwach ist.
Als Faustregel sagt man solange sie nebeneinander stehen bleiben können sind
sie stark, kann man einen davon zum Vorziehen nötigen werden beide schwach.
Durch den Abtauscht verliert Weiß auch das Feld d4 für seinen Springer. Mir
persönlich hatte z.B. Db3 gefolgt von Tad1 besser gefallen. Doch auch das ist
nicht viel besser} (17. Qb3 Qc7 18. Rad1 Nc4 19. Bc1 {
um das Läuferpaar zu behalten} Nb6 20. a5 Ba4) 17... fxe5 18. Nf3 h6 {
Ansonsten könnte der Springer ja über g5 wieder aktiv ins Spiel kommen} 19. a5
Rc6 {ein hübscher Mehrzweckzug. Der Turm deckt den Ld6, beseitigt damit eine
taktische Schwäche, kann jetzt bei Bedarf über die sechste Reihe auf den
Königsflügel wechseln und gibt der Dame den Weg nach b8 frei} 20. Bb6 Qb8 {
Lc7 ginge auch, doch so kann die Dame in Zusammenhang mit dem Ld6 gegen den
weißen Monarchen arbeiten} 21. Rc1 Rf8 {Uhlmann bringt alle Figuren in
Angriffsstellung. Dame und Ld6 auf der Diagonale h2-b8, Tf8 über die
halboffene f-Linie, Tc6 über die sechste Reihe, und der Lc8 über mögliche
Opfer auf h3. Geller muß hier einiges im Auge behalten} 22. c4 e4 23. Nd2 {
Nicht nur ist das kein schönes Feld für den Springer, sondern er versperrt
auch der Dame den Blick auf die d-Linie. Zusätzlich hat der Tf8 jetzt freie
Sicht auf f2. Auf der anderen Seite ist das schwarze Bauernpaar jetzt sehr
schwach. Kommt Weiß zu cxd5 fällt der e-Bauer fast zwangsläufig} Rxb6 {
ein überraschendes Qualitatsopfer. Die Schwäche von f2 bietet aber mehr als
ausreichende Kompensation wie wir sehen werden} 24. axb6 Bc5 {legt den Finger
in die Wunde f2. Ich gebe zu zu diesem Zeitpunkt nocht nicht sehr positiv über
die Durchsetzungskraft des schwarzen Angriffs gedacht zu haben. Das Zentrum
ist schwer krank, der Lc5 nach cxd5 ungedeckt und f2 einfach zu decken.} 25.
Re2 Rxf2 {für den ersten Turm gab es noch eine Leichtfigur, für diesen erstmal
nur einen Bauern} 26. Rxf2 (26. cxd5 Rxe2+ 27. Rxc5 Re3) 26... e3 {
so schnell wird aus einem Sorgenkind ein Held} 27. cxd5 (27. Re2 {
ist erst recht schlecht} exd2+ 28. Kh1 dxc1=Q) 27... exf2+ 28. Kh1 {und jetzt m
uss sich Schwarz erst mal um den ungedeckten Läufer auf c5 kümmern, oder ?} Nf5
{Sehr schön. die extrem anfällige Königsstellung Gellers verhindert das Nehmen
auf c5} 29. Ne4 {deckt g3 und greift den Lc5 erneut an} (29. Rxc5 Ng3+ 30. Kh2
Nxf1+ 31. Kh1 Qh2#) 29... Bxb6 {Materiell ist die Partie jetzt so gut wie
ausgeglichen, doch Weiß hat auf d5 und b2 hässliche Bauernschwächen} 30. Qf3 Qe5
{greift direkt beide der vorher erwähnten schwachen Bauern an} 31. Bd3 {
würde der lästige Sf5 verschwinden hätte Weiß nach Grundreihenschach durch die
Dame und folgendem ...Kh7 ein paar hübsche Abzugsschachs} Qxd5 32. Nc5 Qxf3 33.
gxf3 Bxc5 34. Rxc5 Ne3 {mit der Drohung f1-D} 35. Rc1 Kg8 36. Kh2 {
der Springer verhindert von e3 auch die schnelle Annäherung des Königs an f2}
Bb5 {die Idee ist einfach. Läufer tauschen, f-Bauer umwandeln} 37. Rc8+ Kf7 {
es gibt jetzt keinen Zug mehr der den Ld3 rettet und die Umwandlung des
f2 verhindert} 38. Kg3 Bxd3 39. Rc7+ Kf6 40. Kxf2 {Auch wenn der Turm im
Endspiel eine starke Figur ist hat er gegen die beiden Leichtfiguren hier
keine Chance} Nd1+ 41. Kg3 Nxb2 42. Rxb7 Nc4 43. h4 a5 {Springer und Läufer
sichern den Freibauern Schritt für Schritt bis zur Umwandlung} 44. Rd7 Bc2 45.
Rc7 Bb3 46. Kf4 a4 47. Rb7 (47. Rb7 a3 48. Rxb3 a2) 0-1
patzer0815 - 17. Dez '17
Eine wirklich tolle Partie. Habe meiner Freundin kürzlich ein Französisch-Buch von Uhlmann geliehen.
Vabanque - 17. Dez '17
Spielt die auch Schach??
patzer0815 - 17. Dez '17
Ja, sie zeigt großes Interesse. Dafür habe ich inzwischen auch schon sehr viele andere tolle Brettspiele kennengelernt :-)
Vabanque - 17. Dez '17
Brettspiele?
Kellerdrache - 18. Dez '17
Meinen ausdrücklichen Dank an Vabanque für die Reparatur meiner Datei. Da ich die von mir selbst eingestellten Partien nicht nachspiele habe ich das Problem nicht mal bemerkt. Jetzt wo sie nachspielbar ist hoffe ich mein kleines Weihnachtsgeschenk gefällt euch.
Im neuen Jahr geht es dann unter anderem mit Hübner, Lobron und Lutz weiter.
Vabanque - 18. Dez '17
Danke, aber es war doch patzer0815, der zuerst darauf aufmerksam gemacht hat, dass mit der Datei etwas nicht stimmt.

Schöne Partie, und dabei ziemlich leicht verständlich, was aber sicher auch an der guten Kommentierung liegt.
Allerdings wäre mir der weiße Zug 17. Sxe5 auch ohne deinen Kommentar übel aufgestoßen; es ist mir geradezu unverständlich, wie ein Spieler wie Geller zu einer solchen Fehleinschätzung gelangen konnte. Er musste wirklich geglaubt haben, das schwarze Zentrum erfolgreich zerstören zu können. Doch das schwarze Figurenspiel und die offenen Linien machten die scheinbaren Bauernschwächen mehr als wett, und Uhlmann nützte diesen Umstand auch sehr schön aus. Das Qualitätsopfer auf b6 mit nachfolgendem Turmopfer auf f2 ist schon beeindruckend. Interessanterweise ist es ja Weiß, der hinterher die Bauernschwächen hat.
Sehr hübsch auch das abschließende kurze Endspiel mit zwei Figuren gegen den hilflosen Turm, der keine Chance gegen den freien a-Bauern hat.
Ja, das war von Uhlmann eindrucksvoll gespielt!
Danke für die Partie, die ich noch gar nicht kannte.
patzer0815 - 18. Dez '17
Was genau meinstest Du mit Deiner Frage "Brettspiele?" ?
Vabanque - 18. Dez '17
Äh ja halt, was du konkret unter Brettspiele verstehst, bzw. in diesem Zusammenhang damit gemeint hast.
patzer0815 - 18. Dez '17
Brettspiele. Möchtest Du eine Auswahl?

- Carcassonne
- Dominion
- Village
- Wettlauf nach El Dorado
- Drecksau
- Hanabi
...
(zusammen haben meine Freundin und ich in etwa 100 Brettspiele)

Sehr zu empfehlen sind übrigens "Hunter und Cron" auf Youtube.
Vabanque - 18. Dez '17
Ok, danke, geklärt, hatte schon sowas befürchtet ;)

Für mich sind typische Brettspiele (neben Schach) halt Mühle, Dame, Halma, Go, Reversi, Hex und 4gewinnt (und alles, was denen ähnelt).

Diese modernen Spiele sind definitiv nichts für mich ... ich erinnere mich da mit Schrecken an meine Studentenzeit zurück, wenn ich zu Spieleabenden eingeladen war ... meist hatte ich am Ende des Abends noch nicht mal die Regeln des betreffenden Spiels kapiert ... und man hat es auch nicht oft genug gespielt, um in dem jeweiligen Spiel gut zu werden :(
patzer0815 - 18. Dez '17
Für mich sind natürlich die anderen Spiele nicht auf der gleichen Stufe wie Schach.

Als weiteres Hobby habe ich es allerdings durchaus zu schätzen gelernt, sich immer wieder in neue Spiele einzudenken. Das erhält und fördert meiner Ansicht nach die geistige Flexibilität, die auch für das Schachspiel förderlich ist (kann es also nur empfehlen ;-)).

Darum kann ich Dich nur ermuntern eine neue Erfahrung mit Spielen zu machen. Deiner Beschreibung nach zu urteilen, hattest Du damals leider schlechte Spielpartner (oder die falschen Spiele). Spielregeln kurz und verständlich für Neueinsteiger zu erklären ist nämlich der Schlüssel um ihnen einen guten Einsteig zu bereiten. So wie Du es schilderst, kann es natürlich gar keinen Spaß machen.

Übrigens: Für Spielerfinder ist die Königsdisziplin das Erstellen einer ebenso ansprechenden, wie leicht verständlichen und alles potenziellen Rückfrageb beantwortenden Spieleanleitung. [Bei uns liest in der Regel meine Freundin die Spielanleitungen laut vor und erklärt mir in Zweifel etwaige Rückfragen. Einmal habe ich mich angeboten diesen Dienst für sie zu übernehmen, bin allerdings dabei auf ein Spiel gestoßen, dass 36 DIN A4 Siten Spieleanleitung hatte. Deshalb ein kleiner aber wichtiger Tipp von mir als fortgeschrittenem Anfänger in Sachen ("modernen") Brettspielen: Fange noch nicht gleich mit Spielen mit dem Prädikat "Kennnerspiel" an, z.B. Herr der Ringe - das Kartenspiel, Village.
Am besten Du startest mit Drecksau - das ist nicht nur lustig, sondern acuh sehr günstig zu erwerben - und einfach.]
Vabanque - 18. Dez '17
>> bin allerdings dabei auf ein Spiel gestoßen, dass 36 DIN A4 Siten Spieleanleitung hatte.<<

So schlimm habe ich es zwar nie erlebt, aber trotzdem erinnere ich mich daran, dass wir einmal alle miteinander gefühlte Stunden über der Spielanleitung brüteten, und danach beim Spielen in etlichen Situationen trotzdem (oder gerade deswegen) keine Ahnung hatten, was denn nun die Regeln hier vorsehen ... nee danke, nicht mit mir! :)

Spiele, die man nur mal so für einen Abend lernt, sollten tunlichst übersichtliche Regeln haben!

Aber nun müllen wir mit dieser generellen Spiel-Grundsatz-Diskussion Kellerdraches schönen Partie-Thread zu ...
Kellerdrache - 19. Dez '17
>>Aber nun müllen wir mit dieser generellen Spiel-Grundsatz-Diskussion Kellerdraches schönen Partie-Thread zu ...>>
Ich war schon in Gefahr ob der zahlreichen Beiträge unter dieser Partie ganz eingebildet zu werden.
Auch wenn es das Spiel der Könige ist hat Schach den Nachteil nur für zwei Spieler angelegt zu sein und es ist eben auch nichts was man mal eben in ein paar Minuten lernen kann. So gesehen haben die anderen Brett - oder meinetwegen auch Computerspiele auch ihre Berechtigung.
Vabanque - 19. Dez '17
>>Ich war schon in Gefahr ob der zahlreichen Beiträge unter dieser Partie ganz eingebildet zu werden.<<

Viele Beiträge unter einer Partie sind immer verdächtig :))

Das ist dann meistens ein Chat, oder (wie hier) eine off-topic-Diskussion, oder aber (was Caissa verhüten möge) ein Streit ...

>>Auch wenn es das Spiel der Könige ist hat Schach den Nachteil nur für zwei Spieler angelegt zu sein<<

Wie die von mir oben genannten Brettspiele halt auch.

Könnte man sich denn nicht auch eine Version für mehr als 2 Spieler vorstellen?
Kellerdrache - 19. Dez '17
Schach für 4 oder 6 Spieler ? An einem Brett ? Um Gottes willen! Die Zwei-Mann-Variante ist schon kompliziert genug.
Es gibt aber durchaus ein paar Schach-Abarten wie Tandem-Schach (außerhalb Deutschlands auch Crazyhouse genannt) oder Beratungspartien die man ganz gut mit mehreren Leuten spielen kann.
Für den Trainingsabend im Nahschach bin ich an neuen Ideen immer interessiert.
Vabanque - 19. Dez '17
Tandem am Vereinsabend hab ich immer gehasst :)

Neben Beratungspartien gibt es aber auch noch die Partien, wo auf jeder Seite je zwei Spieler sitzen, die immer abwechselnd ziehen, aber ohne sich zu beraten :)
Kellerdrache - 19. Dez '17
Oder so eine Art-Simultan mit weiterrutschen. man zieht an Brett 1 und geht weiter zu Brett 2 usw. Derjenige der an Brett 2 den ersten Zug gemacht hat geht weiter zu Brett 3 usw. Das kann man z.B. mit zwei Teams zu je 5 Leuten machen, wobei nach verschiedenen Seiten weitergerutscht wird.
Vabanque - 19. Dez '17
Damit wird Schach ja zu einem ECHTEN Mannschaftsspiel!
patzer0815 - 19. Dez '17
Tandem spielt man allerdings normalerweise mit 2 oder 3 Spielern.
Crazyhouse ist die Einspielervariante, die deshalb auch fast ausschließlich online gespielt wird, da man bei den geschlagenen Figuren immer erst die Farbe wechseln muss, um sie einsetzen zu können.
Vabanque - 19. Dez '17
Vielleicht sollte man in der Rubrik 'Kommentierte Spiele' auch mal eine Tandem- oder Crazyhouse- Partie bringen?

Halt, geht nicht, weil der hiesige Viewer das ja nicht unterstützt.

Der kann leider nicht mal Partien, die erst bei einer bestimmten Stellung (FEN) starten - hab's ausprobiert. (Damit sind insbesondere auch Vorgabepartien ausgeschlossen.)
Jackpot - 20. Dez '17
Ich habe übrigens vor zig Jahren gegen Uhlmanns Trainer Manfred Kahn (auch aus Dresden wie Uhlmann) als Schwarzer im simultan remis gespielt. Es war die Angriffsvariante in der französischen Verteidigung und Meister Kahn wusste bestens, wogegen er als Weißer spielt.
Vabanque - 20. Dez '17
Wen wunderts ;)
Tschechov - 18. Feb '18
Uhlmann schlug sogar mal Fischer. Natürlich mit französisch.