Kommentierte Spiele

Verlustpartien der Weltmeister ( VI ) : Fischer -Geller

Kellerdrache - 24. Aug '16
Selbst der große Bobby Fischer hatte Gegner gegen die er sich schwer tat. Das waren in seinem Fall Kortschnoi gegen den er keine gute Bilanz hatte und eben Efim Geller. Die vorliegende Partie war die dritte Verlustpartie gegen den Russen in Folge und ist sicher eine der kürzesten Niederlagen Fischers.
Die Kommentierung ist diesmal etwas variantenreich geraten, aber ich kann nur jedem raten sich die vielen faszinierenden Abzweigungen nicht entgehen zu lassen.

Fischer, Robert James Geller, Efim P Skopje | 1967 | B89 | 0:1
8
7
6
5
4
3
2
a
1
b
c
d
e
f
g
h
1. e4 c5 2. Sf3 d6 3. d4 xd4 4. Sxd4 Sf6 5. Sc3 Sc6 6. Lc4 e6 Geller wollte gegen Fischer keinen Najdorf-Sizilianer spielen, was eine von Bobbys Spezialitäten war 7. Le3 Entwickelt den Läufer und entlastet die Dame von der Deckung des Sd4. Außerdem ermöglicht es Ld3. Ein Standartzug. Le7?!
a6 Teil dieses sizilianischen Aufbaus sind entgegengesetzte Rochaden. Stellungen also die viel von einem Wettrennen an sich haben. In diesem Sinne war Gellers Le7, ein reiner Entwicklungszug, vermutlich zu langsam. 8. Lb3 Dc7 der schwarze Gegenangriff wird über die c-Linie, vor allem c4, geführt 9. f4 b5 10. De2 Lb7 11. O-O-O Sa5 mit einem ernst zu nehmenden Gegenspiel
8. Lb3 Früher oder später wird Schwarz b5 spielen, daher macht Fischer den Rückzug zu einem Zeitpunkt wo er ihm passt. Von b3 aus bietet der Läufer seinem lang rochierten König auch extra Schutz. Er deckt a2 und c2 und stellt sich vor b2. O-O 9. De2 Bereitet die lange Rochade vor ohne Sg4 zuzulassen. Da5
a6 der üblichere Zug. Es könnte z.B. so weiter gehen. 10. O-O-O Dc7 11. g4 Sxd4 12. Txd4 b5 13. g5 Sd7 14. Dh5 Se5 15. f4 Sc6 16. Td3 Sb4 Fischer gibt in seinem Buch noch eine Variante bis zum 30.Zug an, die ich mir hier spare. Die Pläne sind, hoffe ich klar. Weiß stösst mit seinem f- und g-Bauern vor um Linien zu öffnen, gestützt von Türmen auf f2 und g1. Schwarz stürmt mit a- und b-Bauern vor, erzwingt eine Schwächung der Rochadestellung um den Lb3 zu retten und öffnet dann die b-Linie. Allerdings ist es für Weiß leichter zusätzliche Truppen heranzuführen, weswegen Geller dieses Abspiel auch nicht gefiel.
10. O-O-O Auch die kurze Rochade wäre möglich gewesen, aber Fischer ist einer Schlacht noch nie aus dem Weg gegangen. Sxd4 Geller will b5 spielen ohne Zeit für a6 aufzuwenden. Dazu wird eine der weißen Figuren, die das Feld kontrollierten abgetauscht. 11. Lxd4 Ld7 ermöglicht b5. Zusätzlich steht c8 jetzt einem der schwarzen Türme zur Verfügung
Dg5+? diese Variante für die Materialisten unter uns soll nicht unerwähnt bleiben. Gut ist sie aber nicht. 12. Kb1 Dxg2 ein einzelner Bauer ist nie Rechtfertigung genug um Linien auf den eigenen König zu öffnen 13. Thg1 um Schwarz in Versuchung zu führen Dh3
Dxh2 14. Th1 Df4 15. Tdg1 g6 16. Le3 De5 17. Tg5 mit Damengewinn
14. e5 Se8 nach dxe5 15. Dxe5 kommt einiges Unheil auf Schwarz zu. 15. xd6 Lxd6 16. Lxg7 möglich, da der Läufer d6 nach dem Schlagen des g7 ungedeckt ist Sxg7 17. Txd6 Fischer sagt in seinem Kommentar "es ist keine Partie mehr"
12. Kb1 ein in der Regel unverzichtbarer Zug wenn man lang rochiert, vor allem in der sizilianischen Verteidigung mit ihrer halboffenen c-Linie. Es droht Lxf6 was entweder nach dem Zurücknehmen mit dem Läufer den Bauern auf d6 kostet oder die Rochadestellung öffnet. Lc6 13. f4
13. Lxf6 es ist natürlich zuerst zu prüfen ob der erwähnte Bauerngewinn nicht möglich ist. Lxf6 14. Txd6 hätte Geller den Läufer auf d7 gelassen müsste er sich jetzt erstmal um dessen Deckung kümmern. So kann er sofort zur Gegenattacke übergehen. Lxc3 15. xc3 Dxc3
Tad8
Reizvoll sieht e5 aus mit der Hoffnung den schwachen d-Bauern loszuwerden. 14. Le3 ein zumindest vorübergehendes Bauernopfer Lxe4
Sxe4? 15. Sxe4 Lxe4 16. Ld2
15. Sxe4 Sxe4 16. Df3 laut Fischer mit Vorteil für Weiß. Der Springer ist angegriffen und die Dame guckt verdeckt auf b7. Außerdem hat Weiß das Läuferpaar und der Le7 ist nicht sehr gut postiert.
14. Thf1 der letzte Vorbereitungszug für den Angriff auf die schwarze Königsstellung. Ebenfalls gut wäre der naheliegende Zug g4 b5 mit der simplen Drohung 15...b5. Aktuell hat der Springer nicht einmal ein Rückzugsfeld so dass a3 erzwungen aussieht 15. f5!! Fischer opfert den Springer um die Rochadestellung aufzubrechen b4 16. xe6 xc3 17. xf7+ Kh8
Txf7 geht nicht wegen 18. Lxf7+ Kxf7 19. Dc4+ d5 20. Dxc6 Schwarz hat eine Qualität weniger und eine demolierte Königsstellung
18. Tf5 Db4 gegen Tdf1 gerichtet, wonach der Ld4 fallen würde. Zu beachten ist auch, dass nun der Lb3 wegen der Mattdrohung Dxb2 gefesselt ist. 19. Df1 der Bauer auf e4 wird auch geopfert. Es droht jetzt mit Lxf6 die entgültige Zerstörung der Rochadestellung. Geller wählt die aktivste Antwort. Sxe4
schlecht ist Lxe4? 20. Tb5
länger dauert Sd7 20. Th5 Se5 21. Df5 h6 22. Dg6 so etwas muss man erstmal sehen Txf7
Sxg6 23. Txh6#
23. Lxc3 Db7 24. Txh6+ xh6 25. Lxe5+ xe5 26. Txd8+ Lxd8 27. Lxf7 ist ebenfalls verloren
Sg4 20. Lxc3 Db7 21. Df4 ist nach Fischer die beste Fortsetzung. Aber auch hier sieht der weiße Angriff überzeugend aus. Weiß hat immerhin drei Bauern für die geopferte Figur.
20. a3 ein Fehler, aber im Nachhinein ist man immer schlauer. Die Verbesserung fand Fischer nach eigener Aussage ein paar Stunden nach der Partie
20. Df4!! der Plan ist mit Th5 und Df5 einen ähnlichen Angriff aufzubauen wie in der Variante mit 19..Sd7. Weiß muss drei mögliche Fortsetzungen durchrechnen Sd2+
d5 21. De5 Sf6 22. Txf6 Lxf6 23. Dxf6 xf6 24. Lxf6#
xb2 21. Th5 die Drohung ist 22.Lxg7+ Kxg7 23.Dh6+ nebst matt. Sc3+ 22. Kxb2 Sxd1+ 23. Kc1 Txf7 24. Lxf7
21. Txd2 xd2 22. c3 so deckt der Lb3 das Umwandlungsfeld Dxb3 23. Lxg7+ Kxg7 24. Dg4+ Kh8 25. Dd4+ man kann wohl weder Fischer noch Geller vorwerfen, dass sie das nicht am Brett rechnen konnten.
Db7 21. Df4 jetzt ist der oben beschriebene Plan zu langsam La4!! sehr schön! Geller beseitigt die Deckung der weißen Königsstellung 22. Dg4 droht Dxg7 matt Lf6 23. Txf6 Lxb3 Fischer hatte Tf4 vor, doch darauf folgt einfach La2+ nebst Dxb2 matt. Das war dem Amerikaner, wie er schrieb, entgangen.
Lxb3 24. xb3 Sxf6 der Angriff ist vorbei und Geller verbleibt mit einem Turm mehr.
PGN anzeigen
[Site "Skopje"]
[Date "1967.??.??"]
[White "Fischer, Robert James"]
[Black "Geller, Efim P"]
[Result "0-1"]
[ECO "B89"]
[PlyCount "46"]
[EventDate "1967.??.??"]

1. e4 c5 2. Nf3 d6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nf6 5. Nc3 Nc6 6. Bc4 e6 {Geller wollte
gegen Fischer keinen Najdorf-Sizilianer spielen, was eine von Bobbys
Spezialitäten war} 7. Be3 {Entwickelt den Läufer und entlastet die Dame von
der Deckung des Sd4. Außerdem ermöglicht es Ld3. Ein Standartzug.} Be7 ?! (7...
a6 {Teil dieses sizilianischen Aufbaus sind entgegengesetzte Rochaden.
Stellungen also die viel von einem Wettrennen an sich haben. In diesem Sinne
war Gellers Le7, ein reiner Entwicklungszug, vermutlich zu langsam.} 8. Bb3 Qc7
{der schwarze Gegenangriff wird über die c-Linie, vor allem c4, geführt} 9. f4
b5 10. Qe2 Bb7 11. O-O-O Na5 {mit einem ernst zu nehmenden Gegenspiel}) 8. Bb3
{Früher oder später wird Schwarz b5 spielen, daher macht Fischer den Rückzug zu
einem Zeitpunkt wo er ihm passt. Von b3 aus bietet der Läufer seinem lang
rochierten König auch extra Schutz. Er deckt a2 und c2 und stellt sich vor b2.}
O-O 9. Qe2 {Bereitet die lange Rochade vor ohne Sg4 zuzulassen.} Qa5 (9... a6 {
der üblichere Zug. Es könnte z.B. so weiter gehen.} 10. O-O-O Qc7 11. g4 Nxd4
12. Rxd4 b5 13. g5 Nd7 14. Qh5 Ne5 15. f4 Nc6 16. Rd3 Nb4 {Fischer gibt in
seinem Buch noch eine Variante bis zum 30.Zug an, die ich mir hier spare. Die
Pläne sind, hoffe ich klar. Weiß stösst mit seinem f- und g-Bauern vor um
Linien zu öffnen, gestützt von Türmen auf f2 und g1. Schwarz stürmt mit a- und
b-Bauern vor, erzwingt eine Schwächung der Rochadestellung um den Lb3 zu
retten und öffnet dann die b-Linie. Allerdings ist es für Weiß leichter
zusätzliche Truppen heranzuführen, weswegen Geller dieses Abspiel auch nicht
gefiel.}) 10. O-O-O {Auch die kurze Rochade wäre möglich gewesen, aber Fischer
ist einer Schlacht noch nie aus dem Weg gegangen.} Nxd4 {Geller will b5
spielen ohne Zeit für a6 aufzuwenden. Dazu wird eine der weißen Figuren, die
das Feld kontrollierten abgetauscht.} 11. Bxd4 Bd7 {ermöglicht b5. Zusätzlich
steht c8 jetzt einem der schwarzen Türme zur Verfügung} (11... Qg5+ ? {diese Variante für die Materialisten unter uns soll nicht unerwähnt bleiben. Gut ist sie
aber nicht.} 12. Kb1 Qxg2 {ein einzelner Bauer ist nie Rechtfertigung genug um
Linien auf den eigenen König zu öffnen} 13. Rhg1 {
um Schwarz in Versuchung zu führen} Qh3 (13... Qxh2 14. Rh1 Qf4 15. Rdg1 g6 16.
Be3 Qe5 17. Rg5 {mit Damengewinn}) 14. e5 Ne8 {
nach dxe5 15. Dxe5 kommt einiges Unheil auf Schwarz zu.} 15. exd6 Bxd6 16. Bxg7
{möglich, da der Läufer d6 nach dem Schlagen des g7 ungedeckt ist} Nxg7 17.
Rxd6 {Fischer sagt in seinem Kommentar "es ist keine Partie mehr"}) 12. Kb1 {
ein in der Regel unverzichtbarer Zug wenn man lang rochiert, vor allem in der
sizilianischen Verteidigung mit ihrer halboffenen c-Linie. Es droht Lxf6 was
entweder nach dem Zurücknehmen mit dem Läufer den Bauern auf d6 kostet oder
die Rochadestellung öffnet.} Bc6 13. f4 (13. Bxf6 {es ist natürlich zuerst zu
prüfen ob der erwähnte Bauerngewinn nicht möglich ist.} Bxf6 14. Rxd6 {
hätte Geller den Läufer auf d7 gelassen müsste er sich jetzt erstmal um dessen
Deckung kümmern. So kann er sofort zur Gegenattacke übergehen.} Bxc3 15. bxc3
Qxc3) 13... Rad8 ({Reizvoll sieht} 13... e5 {
aus mit der Hoffnung den schwachen d-Bauern loszuwerden.} 14. Be3 {
ein zumindest vorübergehendes Bauernopfer} Bxe4 (14... Nxe4 ? 15. Nxe4 Bxe4
16. Bd2) 15. Nxe4 Nxe4 16. Qf3 {laut Fischer mit Vorteil für Weiß. Der
Springer ist angegriffen und die Dame guckt verdeckt auf b7. Außerdem hat Weiß
das Läuferpaar und der Le7 ist nicht sehr gut postiert.}) 14. Rhf1 {der letzte
Vorbereitungszug für den Angriff auf die schwarze Königsstellung. Ebenfalls
gut wäre der naheliegende Zug g4} b5 {mit der simplen Drohung 15...b5. Aktuell
hat der Springer nicht einmal ein Rückzugsfeld so dass a3 erzwungen aussieht}
15. f5 !! {Fischer opfert den Springer um die Rochadestellung aufzubrechen} b4
16. fxe6 bxc3 17. exf7+ Kh8 (17... Rxf7 {geht nicht wegen} 18. Bxf7+ Kxf7 19.
Qc4+ d5 20. Qxc6 {
Schwarz hat eine Qualität weniger und eine demolierte Königsstellung}) 18. Rf5
Qb4 {gegen Tdf1 gerichtet, wonach der Ld4 fallen würde. Zu beachten ist auch,
dass nun der Lb3 wegen der Mattdrohung Dxb2 gefesselt ist.} 19. Qf1 {der Bauer
auf e4 wird auch geopfert. Es droht jetzt mit Lxf6 die entgültige Zerstörung
der Rochadestellung. Geller wählt die aktivste Antwort.} Nxe4 ({schlecht ist}
19... Bxe4 ? 20. Rb5) ({länger dauert} 19... Nd7 20. Rh5 Ne5 21. Qf5 h6 22.
Qg6 {so etwas muss man erstmal sehen} Rxf7 (22... Nxg6 23. Rxh6#) 23. Bxc3 Qb7
24. Rxh6+ gxh6 25. Bxe5+ dxe5 26. Rxd8+ Bxd8 27. Bxf7 {ist ebenfalls verloren})
(19... Ng4 20. Bxc3 Qb7 21. Qf4 {ist nach Fischer die beste Fortsetzung. Aber
auch hier sieht der weiße Angriff überzeugend aus. Weiß hat immerhin drei
Bauern für die geopferte Figur.}) 20. a3 {ein Fehler, aber im Nachhinein ist
man immer schlauer. Die Verbesserung fand Fischer nach eigener Aussage ein
paar Stunden nach der Partie} (20. Qf4 !! {der Plan ist mit Th5 und Df5 einen
ähnlichen Angriff aufzubauen wie in der Variante mit 19..Sd7. Weiß muss drei
mögliche Fortsetzungen durchrechnen} Nd2+ (20... d5 21. Qe5 Nf6 22. Rxf6 Bxf6
23. Qxf6 gxf6 24. Bxf6#) (20... cxb2 21. Rh5 {
die Drohung ist 22.Lxg7+ Kxg7 23.Dh6+ nebst matt.} Nc3+ 22. Kxb2 Nxd1+ 23. Kc1
Rxf7 24. Bxf7) 21. Rxd2 cxd2 22. c3 {so deckt der Lb3 das Umwandlungsfeld} Qxb3
23. Bxg7+ Kxg7 24. Qg4+ Kh8 25. Qd4+ {man kann wohl weder Fischer noch Geller
vorwerfen, dass sie das nicht am Brett rechnen konnten.}) 20... Qb7 21. Qf4 {
jetzt ist der oben beschriebene Plan zu langsam} Ba4 !! {
sehr schön! Geller beseitigt die Deckung der weißen Königsstellung} 22. Qg4 {
droht Dxg7 matt} Bf6 23. Rxf6 Bxb3 {Fischer hatte Tf4 vor, doch darauf folgt
einfach La2+ nebst Dxb2 matt. Das war dem Amerikaner, wie er schrieb,
entgangen.} (23... Bxb3 24. cxb3 Nxf6 {
der Angriff ist vorbei und Geller verbleibt mit einem Turm mehr.}) 0-1

Vabanque - 25. Aug '16
Trotz der Kürze eine sehr komplizierte Partie. Geller schrieb, dass es Jahre harter Analysearbeit gebraucht hätte, um alle Varianten zur Klärung der Position nach 19... Sxe4 gefunden wurden. 20. Df4 mit allen Varianten, die dafür durchzurechnen waren, konnte auch ein Fischer am Brett nicht sehen. Die Stellung, die er durch sein gewagtes Opferspiel herbeigeführt hatte, war zwar theoretisch gewonnen, aber die Aufgabe, die er sich damit selbst gestellt hatte, überstieg menschliche Kräfte.
Ich bin froh, dass du, Kellerdrache, die Kommentierung übernommen hast, und ich finde, du hast das Problem der Beschränkung auf das Wesentliche hier sehr gut gelöst.
(Ein kleiner Schreibfehler ist natürlich immer drin - hier muss es im Kommentar zum 17. Zug von Schwarz natürlich heißen: 'Mit der simplen Drohung 15... b4')
Ich selber hatte diese Partie schon seit vielen Jahren nicht mehr angeschaut, es ist eine jener Partien, wo man sich beim Nachspielen allzu leicht im Variantendickicht verliert und am Ende dann doch eigentlich nichts verstanden hat. (Eine andere Partie solcher Art ist Pillsbury - Lasker, St. Petersburg 1896, wo Lasker mit Schwarz mit einem völlig undurchsichtigen Opferangriff gewann.)
Battle - 25. Aug '16
Danke für all die erfreulichen und aufwendigen Beiträge.
Kellerdrache - 25. Aug '16
Bei der Recherche zu dieser Partie haben sich diverse Spieler unterschiedlichster Stufen zu Urteilen wie Fischer-Patzer und "so was muss man doch sehen" hinreißen lassen. Das finde ich dann doch arg übertrieben. Klar, a3 war ein Fehler aber zum einen war Gellers Angriff nicht so einfach zu sehen und zweitens war eben auch nur Df4 tatsächlich besser. Die drei Varianten die Fischer danach angibt und die ich übernommen habe sind bestimmt nicht so ohne weiteres am Brett durchzurechnen.

Ich verwende normalerweise ungern viele Varianten in meinen Kommentaren, doch hier sind sie zum Verständnis der Partie notwendig. Vor allem um ihre Kompliziertheit würdigen zu können.
Vabanque - 25. Aug '16
Es gibt nichts, was 'man sehen muss'. Entweder man sieht es oder man sieht es nicht. Fischer hat sich hier einfach zu sehr auf seinen eigenen Angriff konzentriert und die Möglichkeiten von Gellers Gegenangriff unterschätzt bzw. nicht genügend durchgerechnet. So geht es unsereins doch alle Tage, und es ist tröstlich, dass es Spitzenspielern manchmal ebenso ergeht.
Qintus - 05. Sep '16
Ein grosses Lob an Vabanque und Kellerdrache für ihren ambitionierten und beseelten Schachverstand! Es ist immer wieder ein Genuss mit welcher Akribie hier Regie geführt wird.Bravissimo!!!