Kommentierte Spiele

Shirov-Special: Shirov - Gurevich, 2006

Vabanque - 12. Jan '14
Bevor ich die Reihe mit Partien aus der zweiten Hälfte
des 20. Jh. fortsetze, bringe ich noch ein paar eher
leichtgewichtige, d.h. hauptsächlich unterhaltsame
Partien einiger uns bereits bekannter Protagonisten. Da
diese Partien nicht den Anspruch erheben, zu den
'großen' Partien zu gehören, fällt auch meine sonstige
Voraussetzung weg, dass der Sieg jeweils gegen einen
Vertreter der Weltspitze errungen worden sein muss.
Trotzdem wird der Gegner - wie hier - meist auch ein GM
sein.

Eigentlich ist diese Partie nicht so sehr typisch
Shirov. Er erzeugt hier keine bizarren Stellungsbilder,
die den Gegner so verwirren, dass dieser in den
Komplikationen fehlgreift. Die Partie beginnt ganz
einfach und positionell, und trotzdem hat Shirov schon
nach 12 Zügen, ohne wirklich etwas 'gemacht' zu haben,
die bessere Stellung. Im 21. Zug geht die Partie dann
unmittelbar in die taktische Phase über, und Shirov
haut dem sicherlich verdutzten Gegner dann mit einigen
wohlgezielten Schlägen seine Stellung um die Ohren

Die Partie ist jedenfalls ein glänzendes Beispiel dafür,
wie sich eine Stellungsüberlegenheit in einem taktischen
Feuerwerk entladen kann. Wenn es zudem so
ästhetisch geschieht wie hier, kann man von einem
Glücksfall sprechen.

Alexey Shirov Mikhail Gurevich 37th Chess Olympiad | Turin ITA | 12 | 2006.06.03 | C11 | 1:0
8
7
6
5
4
3
2
a
1
b
c
d
e
f
g
h
1. e4 e6 2. d4 d5 3. Sc3 Sf6 4. Lg5 xe4 Die Rubinstein-Variante der Französischen Verteidigung. Es hat sich in der Praxis gezeigt, dass dieses - ehemals von Tarrasch als 'Aufgabe des Zentrums' kategorisch verurteilte - Schlagen doch sehr gut spielbar ist. Jedenfalls führt es zu völlig anderen Stellungsbildern, als dies die Alternativen 4. ... Le7 (Aufhebung der Fesselung) oder 4. ... Lb4 (Gegenfesselung), wonach Weiß in der Regel e4-e5 folgen lassen wird, wonach die typisch 'französischen' Zentrums-Bauernketten entstehen. 5. Sxe4 Sbd7 6. Sf3 h6 7. Sxf6+ Sxf6 8. Le3 Sieht ein wenig eigenartig aus, da Weiß freiwillig die Fesselung wieder aufgibt und den Läufer an einen scheinbar passiven Platz stellt. Aber Weiß erschwert damit den thematischen Gegenstoß c7-c5 gegen sein Zentrum, der nach dem natürlich aussehenden Lh4 erfolgen könnte. Sd5 9. Ld3 Ld6 Konsequent wäre eigentlich Sxe3, hätte aber ebenfalls seine Schattenseiten. Weiß erhielte dann eine halboffene f- Linie für seinen Turm (nach der kurzen Rochade), und der f-Bauer würde zum Zentrumsbauern avancieren. 10. Ld2 Interessant. Shirov opfert ein Tempo, um den Tausch auf e3 endgültig zu verhindern. Jetzt könnte Schwarz aber doch mit c5 fortfahren. Jedenfalls ist nicht zu sehen, was direkt dagegen sprechen würde. Auch O-O kam in Frage, obwohl Schwarz wahrscheinlich Bedenken hatte, dann in einen weißen Angriff hineinzurochieren. Aber der nächste Zug von Schwarz ist jedenfalls bestimmt nicht besser als diese beiden Alternativen. Sf4 11. Lxf4 Nach der ganzen Reise Lg5 -e3-d2 tauscht sich der Läufer am Ende doch gegen den schwarzen Springer! Aber jetzt ist der Abtausch ganz eindeutig für Weiß günstig, wie man gleich sehen wird. Lxf4 12. De2 Weiß ist nun optimal aufgestellt und steht bereit für beide Rochaden, während Schwarz jetzt ganz bestimmt nicht rochieren kann, weil dann De4 wegen der Mattdrohung auf h7 den Lf4 gewinnen würde. c6 Auf c5 könnte Weiß zwar mit dxc5 keinen Bauern gewinnen, weil Schwarz ihn mit Da5+ nebst Dxc5 sofort zurückgewinnen würde, doch anschließend würde Weiß dem Schwarzen mit Lb5+ die Rochade verderben. 13. O-O Dc7 14. c4 c5 Ohne diesen Zug behält Schwarz letztlich immer eine beengte Stellung, aber jetzt ist der Zeitpunkt auch nicht gut gewählt, weil die resultierende Linienöffnung immer den besser entwickelten Spieler begünstigt. 15. xc5 Dxc5 16. a3! Mit der Absicht b4. Man erkennt den Positionsvorteil von Weiß: Schwarz hat gerade mal zwei Figuren im Spiel, aber auch die stehen ziemlich dumm in der Gegend herum. Beim Läufer weiß man gar nicht so recht, was er eigentlich auf f4 will, und die Dame muss sich auch wieder zurückziehen. Dc7 17. b4 Ld7 18. g3 Diese Befragung zeigt schlagartig auf, wie schlecht der Läufer hier steht. Ld6 Etwas besser war noch Lg5. Schwarz spielt die ganze Partie sehr passiv und erhält dafür letztlich die Quittung. 19. c5 Le7 20. Se5 Was hat Tartakower seinerzeit über den Springer auf e5 gesagt? Beim Vorbereiten dieser Kommentare bin ich nun langsam selber erstaunt, wie oft sich sein Spruch bewahrheitet. Aber ist der Zug hier, so beeindruckend er optisch aussieht, denn auch wirklich gut? Kann Schwarz denn nicht den Springer fesseln und dann abtauschen? Lf6 21. Sxd7! Das hat Shirov natürlich im Voraus geplant. Jetzt ist er in seinem Element. Er lässt den Turm a1 einfach im Stich. Nach der Deckung des Springers mit Tae1 würde Schwarz zweimal auf e5 tauschen, und in dem entstehenden Endspiel hätte Weiß so gut wie gar keinen Vorteil mehr. Lxa1 Schwarz greift zu, damit wir eine schöne Partie zu sehen bekommen! Denn nun ist er, wie wir sehen werden, glatt verloren. Natürlich ging auch Dxd7 nicht wegen Lb5 mit Damengewinn, aber Kxd7 war möglich, so seltsam es aussieht. Weiß hat dann Positionsvorteil, aber ein Gewinn ist nicht zu sehen. 22. Lb5 Rettet sich der La1 jetzt z.B. nach c3, so gewinnt Weiß mit dem Abzugsschach Sb6+ den Turm a8. Schwarz muss sich dann bemühen, zumindest den eingesperrten weißen Springer auf a8 zu erobern (um materiellen Gleichstand herzustellen), und ist dann hilflos gegen die Fortsetzung des weißen Angriffs. O-O-O Also bleibt nur dieser Zug als letzter Rettungsversuch. Schlägt Weiß nun vorschnell auf a1, so ist sein Vorteil nach Txd7 vielleicht noch nicht entscheidend. 23. Td1!! Der schönste Zug der Partie! Der abseits stehende schwarze Läufer interessiert überhaupt nicht; wichtig ist es vielmehr, den im Angriff befindlichen weißen Springer zu erhalten! Weiß droht jetzt, auch den vorgeschobenen c-Bauern in den Angriff einzuschalten. Alles greift wunderbar ineinander. e5 Auf a7-a6 bekäme der Springer den tödlichen Stützpunkt b6 in unmittelbarer Nähe des schwarzen Königs: a6 24. Sb6+ Kb8 25. Txa1 axb5 (sonst behält Schwarz zu wenig Material) 26. a4!, und letztlich entscheidet die Öffnung der a-Linie. Mit dem Textzug versucht Schwarz verzweifelt noch einen Stützpunkt auf d4 für seinen Läufer zu schaffen, aber es ist nur eine dünne Halterung aus Bindfaden, wie es sich zeigen wird. 24. c6! Jetzt kann Schwarz nicht auf c6 schlagen wegen La6+ mit Damengewinn, aber es droht auch direkt cxb7+ Kxb7 (Schlagen mit der Dame führt wiederum zu Damengewinn durch La6) De4+ Kc8 (es gibt kein anderes Feld) Da8+ nebst Matt. a6 Damit verschafft Schwarz seinem König in der gerade ausgeführten Drohvariante das Feld a7. 25. xb7+ Kxb7 26. De4+ Ka7 Wie man gleich sehen wird, hat das alles nichts geholfen. 27. Lc6! Achte immer auf die stillen, fluchtfeldabschneidenden Züge! Der schwarze König bekommt nun keine Luft mehr, so dass ihm jedes Schachgebot den Garaus machen würde. Es droht De3+, wonach noch der Läufer auf d4 dazwischen ziehen könnte, der aber durch Turmopfer beseitigt würde. Und a6-a5 schafft auch nur kurzzeitig ein Fluchtfeld wegen b4-b5. Deswegen gab Schwarz hier auf (1:0), aber wir schauen uns gerne noch einen möglichen Schluss an: Tc8 um den Lc6 anzugreifen 28. De3+ Ld4 29. Txd4! der erwähnte Bindfaden reißt; auf exd4 ist es Matt in 2 weiteren Zügen Dxc6 30. Td6+ mit Damengewinn und dann zum Sieg ausreichendem Materialübergewicht, wobei auch der schwarze König immer noch total unsicher steht. Also ist die Rubinstein-Variante im Französischen doch ungünstig für Schwarz? Tarrasch hätte an dieser Partie jedenfalls seine Freude gehabt; einerseits natürlich wegen der 'praktischen Widerlegung' einer von ihm verurteilten Variante, andererseits aber auch wegen der wahrhaft klassischen Umsetzung eines Positionsvorteils in einen Mattangriff, genau wie der große Lehrmeister es immer gepredigt hat: Zuerst eine Stellungsüberlegenheit erreichen, dann taktisch zuschlagen.
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[Event "37th Chess Olympiad"]
[Site "Turin ITA"]
[Date "2006.06.03"]
[EventDate "2006.05.21"]
[Round "12"]
[Result "1-0"]
[White "Alexey Shirov"]
[Black "Mikhail Gurevich"]
[ECO "C11"]
[WhiteElo "2699"]
[BlackElo "2643"]
[PlyCount "53"]

1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Nf6 4.

Bg5 dxe4 {Die Rubinstein-Variante der Französischen

Verteidigung. Es hat sich in der Praxis gezeigt, dass

dieses - ehemals von Tarrasch als 'Aufgabe des

Zentrums' kategorisch verurteilte - Schlagen doch sehr

gut spielbar ist. Jedenfalls führt es zu völlig anderen

Stellungsbildern, als dies die Alternativen 4. ... Le7

(Aufhebung der Fesselung) oder 4. ... Lb4

(Gegenfesselung), wonach Weiß in der Regel e4-e5 folgen

lassen wird, wonach die typisch 'französischen'

Zentrums-Bauernketten entstehen.} 5. Nxe4 Nbd7 6. Nf3

h6 7. Nxf6+ Nxf6
8. Be3 {Sieht ein wenig eigenartig aus, da Weiß

freiwillig die Fesselung wieder aufgibt und den Läufer

an einen scheinbar passiven Platz stellt. Aber Weiß

erschwert damit den thematischen Gegenstoß c7-c5 gegen

sein Zentrum, der nach dem natürlich aussehenden Lh4

erfolgen könnte.} Nd5 9. Bd3 Bd6 {Konsequent wäre

eigentlich Sxe3, hätte aber ebenfalls seine

Schattenseiten. Weiß erhielte dann eine halboffene f-

Linie für seinen Turm (nach der kurzen Rochade), und

der f-Bauer würde zum Zentrumsbauern avancieren.} 10.

Bd2 {Interessant. Shirov opfert ein Tempo, um den

Tausch auf e3 endgültig zu verhindern. Jetzt könnte

Schwarz aber doch mit c5 fortfahren. Jedenfalls ist

nicht zu sehen, was direkt dagegen sprechen würde. Auch

0-0 kam in Frage, obwohl Schwarz wahrscheinlich

Bedenken hatte, dann in einen weißen Angriff

hineinzurochieren. Aber der nächste Zug von Schwarz ist

jedenfalls bestimmt nicht besser als diese beiden

Alternativen.} Nf4 11. Bxf4 {Nach der ganzen Reise Lg5

-e3-d2 tauscht sich der Läufer am Ende doch gegen den

schwarzen Springer! Aber jetzt ist der Abtausch ganz

eindeutig für Weiß günstig, wie man gleich sehen wird.}

Bxf4 12. Qe2 {Weiß ist nun optimal aufgestellt und

steht bereit für beide Rochaden, während Schwarz jetzt

ganz bestimmt nicht rochieren kann, weil dann De4 wegen

der Mattdrohung auf h7 den Lf4 gewinnen würde.} c6 {Auf

c5 könnte Weiß zwar mit dxc5 keinen Bauern gewinnen,

weil Schwarz ihn mit Da5+ nebst Dxc5 sofort

zurückgewinnen würde, doch anschließend würde Weiß dem

Schwarzen mit Lb5+ die Rochade verderben.} 13. O-O Qc7

14. c4
c5 {Ohne diesen Zug behält Schwarz letztlich immer eine

beengte Stellung, aber jetzt ist der Zeitpunkt auch

nicht gut gewählt, weil die resultierende Linienöffnung

immer den besser entwickelten Spieler begünstigt.} 15.

dxc5 15... Qxc5 16. a3! {Mit der Absicht b4. Man

erkennt den Positionsvorteil von Weiß: Schwarz hat

gerade mal zwei Figuren im Spiel, aber auch die stehen

ziemlich dumm in der Gegend herum. Beim Läufer weiß man

gar nicht so recht, was er eigentlich auf f4 will, und

die Dame muss sich auch wieder zurückziehen.} Qc7 17.

b4 Bd7 18. g3 {Diese Befragung zeigt schlagartig auf,

wie schlecht der Läufer hier steht.} Bd6 {Etwas besser

war noch Lg5. Schwarz spielt die ganze Partie sehr

passiv und erhält dafür letztlich die Quittung.} 19. c5

Be7
20. Ne5 {Was hat Tartakower seinerzeit über den

Springer auf e5 gesagt? Beim Vorbereiten dieser

Kommentare bin ich nun langsam selber erstaunt, wie oft

sich sein Spruch bewahrheitet. Aber ist der Zug hier,

so beeindruckend er optisch aussieht, denn auch

wirklich gut? Kann Schwarz denn nicht den Springer

fesseln und dann abtauschen?} Bf6 21. Nxd7! {Das hat

Shirov natürlich im Voraus geplant. Jetzt ist er in

seinem Element. Er lässt den Turm a1 einfach im Stich.

Nach der Deckung des Springers mit Tae1 würde Schwarz

zweimal auf e5 tauschen, und in dem entstehenden

Endspiel hätte Weiß so gut wie gar keinen Vorteil

mehr.} Bxa1 {Schwarz greift zu, damit wir eine schöne

Partie zu sehen bekommen! Denn nun ist er, wie wir

sehen werden, glatt verloren. Natürlich ging auch Dxd7

nicht wegen Lb5 mit Damengewinn, aber Kxd7 war möglich,

so seltsam es aussieht. Weiß hat dann Positionsvorteil,

aber ein Gewinn ist nicht zu sehen.} 22. Bb5 {Rettet

sich der La1 jetzt z.B. nach c3, so gewinnt Weiß mit

dem Abzugsschach Sb6+ den Turm a8. Schwarz muss sich

dann bemühen, zumindest den eingesperrten weißen

Springer auf a8 zu erobern (um materiellen Gleichstand

herzustellen), und ist dann hilflos gegen die

Fortsetzung des weißen Angriffs.}
O-O-O {Also bleibt nur dieser Zug als letzter

Rettungsversuch. Schlägt Weiß nun vorschnell auf a1, so

ist sein Vorteil nach Txd7 vielleicht noch nicht

entscheidend.} 23. Rd1!! {Der schönste Zug der Partie!

Der abseits stehende schwarze Läufer interessiert

überhaupt nicht; wichtig ist es vielmehr, den im

Angriff befindlichen weißen Springer zu erhalten! Weiß

droht jetzt, auch den vorgeschobenen c-Bauern in den

Angriff einzuschalten. Alles greift wunderbar

ineinander.} 23... e5 {Auf a7-a6 bekäme der Springer

den tödlichen Stützpunkt b6 in unmittelbarer Nähe des

schwarzen Königs: a6 24. Sb6+ Kb8 25. Txa1 axb5 (sonst

behält Schwarz zu wenig Material) 26. a4!, und

letztlich entscheidet die Öffnung der a-Linie. Mit dem

Textzug versucht Schwarz verzweifelt noch einen

Stützpunkt auf d4 für seinen Läufer zu schaffen, aber

es ist nur eine dünne Halterung aus Bindfaden, wie es

sich zeigen wird.} 24. c6! {Jetzt kann Schwarz nicht

auf c6 schlagen wegen La6+ mit Damengewinn, aber es

droht auch direkt cxb7+ Kxb7 (Schlagen mit der Dame

führt wiederum zu Damengewinn durch La6) De4+ Kc8 (es

gibt kein anderes Feld) Da8+ nebst Matt.} a6 {Damit

verschafft Schwarz seinem König in der gerade

ausgeführten Drohvariante das Feld a7.} 25.
cxb7+ Kxb7 26. Qe4+ Ka7 {Wie man gleich sehen wird, hat

das alles nichts geholfen.}27. Bc6! {Achte immer auf

die stillen, fluchtfeldabschneidenden Züge! Der

schwarze König bekommt nun keine Luft mehr, so dass ihm

jedes Schachgebot den Garaus machen würde. Es droht

De3+, wonach noch der Läufer auf d4 dazwischen ziehen

könnte, der aber durch Turmopfer beseitigt würde. Und

a6-a5 schafft auch nur kurzzeitig ein Fluchtfeld wegen

b4-b5. Deswegen gab Schwarz hier auf (1-0), aber wir

schauen uns gerne noch einen möglichen Schluss an:} Rc8

{um den Lc6 anzugreifen} 28. Qe3+ Bd4 29. Rxd4! {der

erwähnte Bindfaden reißt; auf exd4 ist es Matt in 2

weiteren Zügen} Qxc6 30. Rd6+ {mit Damengewinn und dann

zum Sieg ausreichendem Materialübergewicht, wobei auch

der schwarze König immer noch total unsicher steht.

Also ist die Rubinstein-Variante im Französischen doch

ungünstig für Schwarz? Tarrasch hätte an dieser Partie

jedenfalls seine Freude gehabt; einerseits natürlich

wegen der 'praktischen Widerlegung' einer von ihm

verurteilten Variante, andererseits aber auch wegen der

wahrhaft klassischen Umsetzung eines Positionsvorteils

in einen Mattangriff, genau wie der große Lehrmeister

es immer gepredigt hat: Zuerst eine

Stellungsüberlegenheit erreichen, dann taktisch

zuschlagen.} 1-0