Kommentierte Spiele
Hier mal eine schöne Kurzpartie im Wolga-Gambit
Sam0907 - 16. Jul '16
Es gibt Situationen in einem Turnier, wo man sein letztes Spiel gewinnen muss, um den Turniersieg zu erringen. In genau dieser Situation war im Jahr 2001 GM Stuart Conquest ( ELO 2563 ). Sein Gegner und Opfer in dieser Partie war GM JM. Degraeve ( ELO 2589 ).
In welcher Marnier er dies tat ist schon sehr beeindruckend, auch wenn sein Gegner kräftig nachgeholfen hat. Trotzdem sieht man hier, wie schnell man auch mal gewinnen kann.
In einer ziemlich selten gespielten Variante des Wolga-Gambits gibt hier Conquest aber sowas von Gas, so das er es bereits im 22. Zug zum Matt schafft.
Über die Eröffnung will ich hier nicht viel erörtern, das können hier einige Spezialisten besser ( liebe Grüße an Colorado77 ).
Ansonsten gibt es hier auch nicht alzuviel zu kommentieren – es ist fast alles selbsterklärend.
Hier mal eine Worte zu den beiden Spielern:
GM Conquest ist ein englischer GM und gehörte, genau wie sein Gegner, nicht zur ersten Garde der TOP-Spieler. Er hat es in seiner Karriere zu 4 Turniersiegen gebracht, darunter zwei Mal Hastings. Desweiteren wurde er 1981 im Alter von 14 Jahren Jugendweltmeister U16.
Er nahm an 4 Schacholypiaden teil.
Bekannt dürfte er auch hier in Deutschland sein. Er spielte in der Bundesliga bei einigen Clubs.
GM Degraeve ist ein französischer GM und schaffte es bereits auf 8 Turniersiege in kleineren, aber gut besetzten Turnieren. Er nahm an 3 Schacholypiaden teil und spielte auch mehrere Jahre in der Schachbundesliga.































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In welcher Marnier er dies tat ist schon sehr beeindruckend, auch wenn sein Gegner kräftig nachgeholfen hat. Trotzdem sieht man hier, wie schnell man auch mal gewinnen kann.
In einer ziemlich selten gespielten Variante des Wolga-Gambits gibt hier Conquest aber sowas von Gas, so das er es bereits im 22. Zug zum Matt schafft.
Über die Eröffnung will ich hier nicht viel erörtern, das können hier einige Spezialisten besser ( liebe Grüße an Colorado77 ).
Ansonsten gibt es hier auch nicht alzuviel zu kommentieren – es ist fast alles selbsterklärend.
Hier mal eine Worte zu den beiden Spielern:
GM Conquest ist ein englischer GM und gehörte, genau wie sein Gegner, nicht zur ersten Garde der TOP-Spieler. Er hat es in seiner Karriere zu 4 Turniersiegen gebracht, darunter zwei Mal Hastings. Desweiteren wurde er 1981 im Alter von 14 Jahren Jugendweltmeister U16.
Er nahm an 4 Schacholypiaden teil.
Bekannt dürfte er auch hier in Deutschland sein. Er spielte in der Bundesliga bei einigen Clubs.
GM Degraeve ist ein französischer GM und schaffte es bereits auf 8 Turniersiege in kleineren, aber gut besetzten Turnieren. Er nahm an 3 Schacholypiaden teil und spielte auch mehrere Jahre in der Schachbundesliga.
Conquest, Stuart Degraeve, JM. GM/Clichy FRA | 9 | 2001 | E90 | 1:0
8








7








6
5
4
3
2








a
1

b

c

d

e

f

g

h

1. d4 Sf6 2. Sf3 c5 3. d5 b5 4. c4 Lb7 5. Dc2 häufiger wird hier 5.a4 b4 6.Nbd2 d6 7.e4 gespielt xc4 6. e4 g6 7. Lxc4 Eine sehr seltene Variante im Wolga-Gambit. Aber nach Datenbank Ende offen: 29% Weißsieg, 29% Schwarzsieg, 42% Remis. In heutigen Großmeisterpartien wird diese Variante kaum bis garnicht mehr gespielt. Lg7 8. Sc3 O-O Soo - nun viel Spaß beim weißen Angriff 9. e5 Se8 10. h4! Der Turm kann es auf der h-Linie gut aushalten, eine Rochade ist hier nicht notwendig d6 Mit 10... h5 hätte Schwarz den Angriff wohl stoppen können, aber positionell steht er grauenvoll und wohl hier schon keine Chance mehr zum Ausgleich. 11. h5 xe5 12. xg6 xg6 13. De4 Weiß spielt voll auf Matt und durch folgenden Fehler von Schwarz hat er dazu gute Chancen Sd6?? Natürlich ist hier ....Sf6 die bessere Wahl gewesen. Jetzt kann Schwarz schon aufgeben - macht er aber für uns zum Glück nicht 14. Dh4 f6 15. Ld3 e4 16. Sxe4 Sf5? 17. Dh7+ Kf7 Ein Schlupfloch zum Entkommen ?? NEIN 18. Seg5+! xg5? 19. Se5+ Kf6 20. Dxg6+ Kxe5 21. De6+ Kd4 22. De4#
Colorado77 - 16. Jul '16
Wunderbar vom schillernden Conquest! Erinnerte mich immer so ein bisserl an Tony Miles.
Tolles Game, "aber" der Degraeve muss wirklich zuviel vom frz. Rotwein genossen haben, wieso um alles in der Welt lässt er weisses e5 zu und spielt nicht einfach 8....d6?
Zusatz aus eröffnungstheroetischer Sicht sei mir erlaubt: Im Wolga mit Lb7 wird auch gerne die Zentrumsformation 6....e6 gewählt, um dem Lb7 freie Bahn zu verschaffen: Dirk gab schon die Zugfolge, die hier verlängert wird:
10....Le7
11.Te1 Sa6
12.Lg5 00
13.Lxe7 Sxe7
14.Dc4 Sc7
15.Dxc5 Se6
=
Besten Gruss
Ralf
Tolles Game, "aber" der Degraeve muss wirklich zuviel vom frz. Rotwein genossen haben, wieso um alles in der Welt lässt er weisses e5 zu und spielt nicht einfach 8....d6?
Zusatz aus eröffnungstheroetischer Sicht sei mir erlaubt: Im Wolga mit Lb7 wird auch gerne die Zentrumsformation 6....e6 gewählt, um dem Lb7 freie Bahn zu verschaffen: Dirk gab schon die Zugfolge, die hier verlängert wird:
10....Le7
11.Te1 Sa6
12.Lg5 00
13.Lxe7 Sxe7
14.Dc4 Sc7
15.Dxc5 Se6
=
Besten Gruss
Ralf
Vabanque - 17. Jul '16
Eine verblüffende Partie, die wieder einmal zeigt, dass mit selten gespielten und von der Theorie als 'harmlos' abgetanen Varianten häufig die größten Erfolge zu erzielen sind! (Fast immer, wenn mich mein Gegner mit einer seltenen Variante überrascht, verliere ich schnell.)
Ja, warum hat Schwarz nicht 8... d6 gespielt, um weißes e5 zu verhindern? Eventuell empfand er Lb5+ als unangenehm, und vielleicht dachte er auch, dass der Vorstoß e5 harmlos wäre, so wie im Königsinder, wo man mit d6 auch warten und e5 provozieren kann, um hinterher das 'stolze' weiße Zentrum zu zerschlagen (wie von Fischer gegen Letelier, glaube ich, erfolgreich so demonstriert wurde).
Dass der weiße Angriff nach 8... 0-0 wie geschmiert läuft und Schwarz so gut wie keine Abwehr mehr hat, erstaunt.
Ja, warum hat Schwarz nicht 8... d6 gespielt, um weißes e5 zu verhindern? Eventuell empfand er Lb5+ als unangenehm, und vielleicht dachte er auch, dass der Vorstoß e5 harmlos wäre, so wie im Königsinder, wo man mit d6 auch warten und e5 provozieren kann, um hinterher das 'stolze' weiße Zentrum zu zerschlagen (wie von Fischer gegen Letelier, glaube ich, erfolgreich so demonstriert wurde).
Dass der weiße Angriff nach 8... 0-0 wie geschmiert läuft und Schwarz so gut wie keine Abwehr mehr hat, erstaunt.