Schach

Regeln merkwürdig !?

Alapin2 - 13. Jul '24
Hier noch 2 Beispiele (eins hatten wir gerade bei den "Schachaufgaben")zum Thema "Schachregeln" :
1) Bekanntlich ist das Endspiel K+2S gegen K nicht zu gewinnen.Wer jetzt ,als stolzer Besitzer eines nackten Königs (igitt !...des Kaisers neue Kleider !?),remis beantragen möchte, hat Pech.Es gibt nämlich ein einziges theoretisch mögliches Mattbild.Aber nur mit dem König in der Ecke. Es wird also unterstellt, daß jemand möglichst blöd spielen könnte.Pech,wenn der Verteidiger dann auch noch wenig Zeit hat ( am besten noch bei Schnell-/Blitz,wenn nichtmal die 50-Züge zu beweisen sind).Im Zweifel wird dann ein fieser Gegner ihn "drüberheben".
2) Kurios : Ich wurde vor Jahren Zeuge- die entscheidende Runde eines Schnellturniers-, wie der Besitzer eines Läuferpaares seine Figuren unsauber(nicht mit Absicht) an den Rand der Felder stellte.
Plötzlich dachten die zahlreichen Kiebitze, sie würden nicht richtig gucken :
2 weißfeldrige weiße Läufer waren auf dem Brett.Alle grinsten, manche kicherten sogar, nur die Spieler merkten nichts.Der Schiedsrichter war nicht in der Nähe (wie der wohl bloß entschieden hätte ??).Nach einigen Zügen bemerkte der Verursacher seinen Irrtum, griff mit einem der Läufer einen Springer an,den er im nächsten Zug eiligst schlug.Dadurch war der Weg frei zum Turniergewinn !
toby84 - 13. Jul '24 Bearbeitet
"Es wird also unterstellt, daß jemand möglichst blöd spielen könnte"

die diskussion hatten wir auch schon mal. es muss halt irgendwie definiert werden. die aktuelle regelung ist durchaus plausibel. "totremis" beendet die partie sofort. fällt die zeit eines spielers, verliert der spieler, dessen zeit gefallen ist. wenn man diese regel kritisiert, muss man m.e. eine verbesserung vorschlagen. welche regeldefinition wäre denn sinnvoller? oder ganz explizit: bei einem spieler fällt die zeit. ist die partie verloren oder remis und unter welchen bedingungen? bitte so eindeutig und zugleich für jedermann verständlich definieren, dass die definition in die FIDE-schachregeln aufgenommen werden kann.

"Nach einigen Zügen bemerkte der Verursacher seinen Irrtum, griff mit einem der Läufer einen Springer an,den er im nächsten Zug eiligst schlug."

also das klingt so, als würde da sowieso nur noch ohne sinn und verstand gezogen werden ^^ dann kann man auch ein willkürliches ergebnis eintragen.
Alapin2 - 13. Jul '24
toby : ...das hatte ich vielleicht falsch rübergebracht : der "Verursacher" hatte Angst, daß,wegen seines vorher geschehenen "unmöglichen Zuges", er die Partie verlieren könnte.War doch genial,den Beweis sofort zu vernichten,oder ? Zeugt doch von viel Verstand.
toby84 - 13. Jul '24
ich sehe da kein problem. im blitz kann meines wissens nur der letzte zug reklamiert werden. und in der langen partie ist es egal, wann reklamiert wir, auch wenn die verdächtigen figuren schon geschlagen wurden.
Vabanque - 13. Jul '24
Ich erinnere mich tatsächlich an eine GM-Partie, wo plötzlich zwei gleichfarbige Läufer auf dem Brett waren. Ich glaube, diese Partie musste soweit zurückgespielt werden, bis die Stelle gefunden wurde, wo das 'Unglück' passiert war, also wo der eine Läufer seine Felderfarbe gewechselt hatte, und von dieser Stelle an erneut fortgesetzt werden (wie das mit den Uhren gehandhabt wurde, habe ich entweder vergessen oder es stand nicht in meiner Quelle).
Vielleicht fällt mir ja noch ein, was das für eine Partie war, dann würde ich die Quelle nachreichen.
Alapin2 - 13. Jul '24 Bearbeitet
...Übrigens : In meinem Beispiel handelte es sich um keinen GM, aber immerhin um einen , manchmal etwas hektisch agierenden,Bundesligaspieler ...
Vabanque - 13. Jul '24
Quelle gefunden: Es handelte sich um die Partie Agdestein - Shirov aus dem Bundesliga-Mannschaftskampf Lübeck-Delmenhorst, der am 6.11.1999 in Lübeck stattfand.
Shirov war es, der auf einmal zwei schwarzfeldrige Läufer auf dem Brett hatte, und dann auch noch die Zeit überschritt. Da die Stellung jedoch illegal war, wurde nicht auf Verlust entschieden, sondern darauf, dass die Partie bis vor dem illegalen Zug zurückgespielt wurde. Das war gar nicht so einfach, da nach dem 35. Zug wegen der heißen Zeitnotschlacht jegliche Aufzeichnung fehlte.
Also wurde entschieden, dass die Partie bei der Stellung nach besagtem 35. Zug fortgesetzt werden sollte. Danach einigten sich die Kontrahenten (die wohl genug hatten) auf Remis😁