Kommentierte Spiele
100 Jahre Schach (VI) 1960-69: Keres-Spassky 1965
Vabanque - 08. Jul '16
Im Jahre 1965 qualifizierte sich der damals fast 50-jährige Keres noch einmal für die Kandidatenturniere, wo er im Viertelfinale auf den mehr als 20 Jahre jüngeren Spassky traf. Obwohl Keres die erste Partie des Wettkampfes für sich entscheiden konnte, ließ er im Verlauf des Matches Energie vermissen und unterlag am Ende mit 2-4 bei 3 Remisen.
Ich zeige hier die 4. Partie des Wettkampfs, in der Spassky mit den schwarzen Steinen das farblose Spiel von Keres in drastischer Weise bestraft. Die wenig bekannte Partie zeigt Spassky als glänzenden Positionsspieler, eine Seite von ihm, die wohl immer noch zu wenig beachtet wird. Spassky gelingt es hier, frühzeitig einen Freibauern auf der a-Linie zu bilden, den er durch gezielte Abtauschmanöver zu einer immer stärker werdenden Bedrohung für Weiß anschwellen lässt. Am Ende kann Weiß die Umwandlung des Bauern nicht mehr verhindern. Ich kenne keine andere Partie, die in so reiner und klarer Form die unwiderstehliche Gewalt eines isolierten Freibauern auf der Randlinie im Mittelspiel (!) zeigt.
Nebenbei bemerkt, konnte Spassky anschließend im Halbfinale Geller, und im Finale Tal überwinden und durfte so den amtierenden Weltmeister Petrosjan herausfordern, gegen den er in diesem ersten Anlauf allerdings ganz knapp scheiterte, bevor er auch ihn drei Jahre später überzeugend besiegte.































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Ich zeige hier die 4. Partie des Wettkampfs, in der Spassky mit den schwarzen Steinen das farblose Spiel von Keres in drastischer Weise bestraft. Die wenig bekannte Partie zeigt Spassky als glänzenden Positionsspieler, eine Seite von ihm, die wohl immer noch zu wenig beachtet wird. Spassky gelingt es hier, frühzeitig einen Freibauern auf der a-Linie zu bilden, den er durch gezielte Abtauschmanöver zu einer immer stärker werdenden Bedrohung für Weiß anschwellen lässt. Am Ende kann Weiß die Umwandlung des Bauern nicht mehr verhindern. Ich kenne keine andere Partie, die in so reiner und klarer Form die unwiderstehliche Gewalt eines isolierten Freibauern auf der Randlinie im Mittelspiel (!) zeigt.
Nebenbei bemerkt, konnte Spassky anschließend im Halbfinale Geller, und im Finale Tal überwinden und durfte so den amtierenden Weltmeister Petrosjan herausfordern, gegen den er in diesem ersten Anlauf allerdings ganz knapp scheiterte, bevor er auch ihn drei Jahre später überzeugend besiegte.
Paul Keres Boris Spassky Spassky-Keres Candidates Quarterfinal Match | Riga LAT | 4 | 1965.04.11 | C93 | 0 -1
8








7








6
5
4
3
2








a
1

b

c

d

e

f

g

h

1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 a6 4. La4 Sf6 5. O-O Le7 Die 'geschlossene Variante' der Spanischen Partie, im Gegensatz zur 'offenen', die nach Sxe4 entsteht. Wir konnten sie ja schon in der vorigen, von Kellerdrache kommentierten Folge sehen, wo Keres die schwarzen Steine führte. 6. Te1 b5 7. Lb3 d6 8. c3 O-O 9. h3 Kein Anfänger-Randbauernzug, sondern eine notwendige Maßnahme, um dem Lc8 das gute Feld g4 zu nehmen. Nach sofortigem d2-d4 käme nämlich Lg4 mit erheblichem Druck auf d4. h6 Auch das ist nicht einfach eine Verlegenheits-Nachahmung des weißen Randbauernzuges, sondern Schwarz möchte Te8 spielen (um sein eigenes Zentrum zu stärken), ohne durch Sg5 (mit Drohung gegen f7) belästigt zu werden. 10. d4 Te8 11. Sbd2 Das übliche Manöver im geschlossenen Spanier, um den Springer über f1 nach e3 oder g3 zu überführen. Auch das konnten wir in der vorigen Partie der Serie schon sehen. Lf8 Damit befestigt Schwarz den Punkt e5, und droht gelegentlich exd4 mit Druck gegen e4. 12. Sf1 Ld7
Schwarz kann hier nicht mit xd4 13. xd4 Sxe4?? einen Bauern gewinnen, denn 14. Ld5 würde beide Springer 'gabeln'. Nach dem Textzug ist aber der Sc6 gedeckt, und der Bauerngewinn droht. Schwarz zieht diesen Zug der Alternative Lb7 vor, da der Läufer auf der Diagonalen bleiben soll, von wo aus er f5, das Zielfeld des Sf1, kontrolliert.
13. xe5?! Eigentlich eher unverständlich, dass Keres hier die Zentrumsspannung auflöst. So etwas ist in derartigen Situationen fast immer ein strategischer Fehler. Weiß konnte doch gut Sg3 oder Lc2 spielen. Sxe5 Spassky macht die Vereinfachungspolitik mit. dxe5 war vermutlich eine ebenbürtige Alternative. 14. Sxe5 xe5 15. Df3 Zur Unterstützung der Tour Sf1-g3-f5 gespielt, und auch mit einem Blick auf den ein wenig schwachen Punkt f7. c5 Spassky setzt die Damenflügelbauern in Bewegung. Zunächst soll der gut stehende Lb3 abgeschnitten werden. 16. Td1 c4 17. Lc2 De7 18. b3?! Konsequent wäre hier Se3 oder Sg3 gewesen. xb3! Ein Zug, den Engines hier total fehlbeurteilen, da sie nicht die weitreichende strategische Konzeption Spasskys erkennen. Der Abtausch schafft die Voraussetzung für die spätere Bildung eines Freibauern auf der a-Linie durch a6-a5-a4. Man kann sich an dieser Stelle wirklich kaum vorstellen, dass so ein Freibauer sich überhaupt halten, geschweige denn je für Weiß gefährlich werden könnte. Und doch wird es so sein. Weiß wird zwar ebenfalls einen Freibauern, nämlich auf der c-Linie erhalten, doch dieser wird niemals bemerkenswerte Fortschritte machen. All dies hat Spassky hier schon korrekt eingeschätzt! 19. xb3 Tec8 20. Lb2 a5 Gemäß dem skizzierten Plan. 21. Se3 a4 22. xa4 xa4 23. c4 Hier konnte - und musste! - Weiß den Versuch machen, den schwarzen Freibauern mittels 23. La3 zu stoppen. Vermutlich fürchtete er darauf das Damenopfer Dxa3 24. Txa3 Lxa3 , auf das er allerdings mit 25. Sd5! Sxd5 26. xd5 (Weiß hat nun auch einen Freibauern, und die Diagonale des Lc2 ist ebenfalls wieder frei) Ld6 27. Ta1 energisch reagieren konnte. Die weiße Stellung dürfte dann vorzuziehen sein. - Vermutlich wäre auf 23. La3 De6 die beste Antwort gewesen.
a3 Wie schnell dieser böse Kerl vorankommt! 24. Lc3 La4! Sehr gut gespielt! Spassky vermeidet damit, dass Weiß mit Sd5 Sxd5 exd5 den Lc2 wieder aktiviert. Außerdem verbessert jeder Abtausch die 'Vorrückungschancen' des Freibauern. Wir werden später sehen, dass die weiße Dame das Feld a2 wird blockerien müssen, da der weißfeldrige Läufer ja nicht mehr da ist. 25. Lxa4 Txa4 26. Tdb1 Hier bestand die letzte Gelegenheit, Sd5 zu spielen. De6 Wieder ein feiner Zug, der den Se3 endgültig unbeweglich macht (sonst fiele c4) 27. Dd1? Dieser Angriff auf den Ta4 ist ein taktisches Übersehen. Aber einen befriedigenden Zug gab es nicht mehr. Sxe4! Sehr schön ausgenutzt. 28. Lxe5 Dxe5 29. Dxa4 Sc3 30. Dc2 Sxb1 31. Txb1 Immerhin noch besser als Dxb1 Tb8. Ta8 Da der Bauer nun direkt zu gewinnen droht, ist Weiß gezwungen, seine Dame zur Blockadefigur zu degradieren. 32. Da2 Lc5 Nachschub greift ein. 33. Tb5 Diese Fesselung kann Schwarz leicht neutralisieren. Tb8 34. Txb8+ Dxb8 Nun droht Db2 und Exitus. 35. Sd5 Dg3! 36. Kf1 Nun ginge die geschilderte Kombination nicht, da der Läufer nicht mit Schach auf f2 schlagen könnte, und Weiß daher nicht wiedernehmen müsste, sondern Sc3 spielen könnte. Dd3+ 37. Ke1 Dd4 Erneuert die erwähnte Drohung. Und nun kann Weiß nicht wieder Kf1 antworten wegen Dd1#. 38. Db3 Verzweiflung. Dxf2+ 39. Kd1 a2 Und Keres gab auf, denn es folgt: 40. Da4 der letzte Versuch, den Bauern aufzuhalten a1=Q+! 41. Dxa1 Df1+ mit Damengewinn. Eine überzeugende Leistung Spasskys und eine weitere Folge aus der imaginären Reihe 'So einfach ist Schach, wenn man es kann' (oder so ähnlich).
Kellerdrache - 09. Jul '16
Ja, "Schach ist einfach, wenn man kann" wie Vlastimil Hort sagen würde. Keres hat in dieser Partie einfach zu lange nur zugesehen wie der Freibauer immer stärker wurde. La3 sieht wirklich wie der geeignete Verteidigungsplan aus. Aber nicht nur Keres war überrascht wie schnell der Bauern zur ernsten Drohung wurde, sondern auch ich. Er verhindert jedes aktive Spiel von Weiß wobei Spasski die Beweglichkeit der gegnerischen Figuren noch zusätzlich einschränkt.
Vom späteren Weltmeister sehr überzeugend gespielt. Es ist dir übrigens sehr gut gelungen in deinen Kommentaren zu zeigen wieviel auch in solch "einfachen" Partien zu beachten ist damit der Zug nicht entgleist.
Vom späteren Weltmeister sehr überzeugend gespielt. Es ist dir übrigens sehr gut gelungen in deinen Kommentaren zu zeigen wieviel auch in solch "einfachen" Partien zu beachten ist damit der Zug nicht entgleist.
Vabanque - 09. Jul '16
Danke. Das Problem ist halt nur, dass diese 'einfachen' Partien beim Schachpublikum als wenig attraktiv gelten. So häufig zeige ich sie deswegen hier auch nicht, weil ich schon weiß, dass die Mehrheit sie als farblos ansieht. Dabei wären gerade diese Partien, in denen scheinbar fast nichts passiert, eines genauen Studiums wert. Obwohl ich die Partie ja wirklich genau angeschaut habe (andernfalls hätte ich sie kaum kommentieren können), verstehe ich trotzdem immer noch nicht ganz, wie Spassky es geschafft hat, den Bauern derart schnell gefährlich werden zu lassen. Ich erkenne daran immer wieder, dass diese scheinbar 'einfachen' Partien das Ergebnis der allerhöchsten Schachkunst sind. Rubinstein und Capablanca, und in neuerer Zeit Leko und Ponomariov haben viele dieser 'einfachen' Partien gespielt, die ihre Schönheit erst bei mehrmaligem Nachspielen entfalten.
Mercurium - 09. Jul '16
@Vabanque
Kein Problem, bin ja nun online und hab jetzt wieder Reihenweise "+" verteilt an die PGN- Kommentatoren.
Schicke Partie übrigens wiedereinmal, hat mir sehr gut gefallen.
Spiele ja selbst ab und an mal eine "e4" Partie als Weißer, wobei ich ja häufig eher zum Damenbauern (1.d4) greife wenn ich "Heimspiel" habe. Aber ab und zu spiele ich auch mal ein 1.e4 und da kommt zwangsläufig der ein oder andere Spanier bei mir dann vor...
Also sehr interessant was da im Mittelspiel bei einer span. Variante so alles vorkommen kann.
Viele Grüße noch
herzlichst
Sven
Kein Problem, bin ja nun online und hab jetzt wieder Reihenweise "+" verteilt an die PGN- Kommentatoren.
Schicke Partie übrigens wiedereinmal, hat mir sehr gut gefallen.
Spiele ja selbst ab und an mal eine "e4" Partie als Weißer, wobei ich ja häufig eher zum Damenbauern (1.d4) greife wenn ich "Heimspiel" habe. Aber ab und zu spiele ich auch mal ein 1.e4 und da kommt zwangsläufig der ein oder andere Spanier bei mir dann vor...
Also sehr interessant was da im Mittelspiel bei einer span. Variante so alles vorkommen kann.
Viele Grüße noch
herzlichst
Sven
Vabanque - 09. Jul '16
Mich würde ja schon interessieren, wer jeweils so einen Beitrag liest. Natürlich würde eine Anzeige 'Beitrag wurde soundsovielmal gelesen' auch nicht viel helfen, denn 'gelesen' bedeutet hier ja lediglich 'angeklickt', und das sagt nicht viel. Man kennt sein Publikum nicht. Ab und zu outet sich mal jemand als Leser (mit Ausnahme der Üblichen), aber sonst habe ich meist den Eindruck, dass wir Kommentatoren da im 'eigenen Saft' schmoren, und jeder halt die Partien der jeweils anderen Kommentatoren liest und günstig bewertet :)
Colorado77 - 10. Jul '16
Ich habe also die Partie nachgespielt Vabanque!
Vlt. waren es einfach zu viele Partien die letzten 2 Wochen und Sommerloch ist ja auch...
1 Frage habe ich noch:
Wie siehst Du denn weisses b4 in Zug 20?
Das Endspiel zeigt schön die Überlegenheit des Läufers im Verbund mit dem Freibauer auf.
Weiss hat wirklich sehr passiv gespielt.
Gute und verständliche Kommentare von Dir!
Vlt. waren es einfach zu viele Partien die letzten 2 Wochen und Sommerloch ist ja auch...
1 Frage habe ich noch:
Wie siehst Du denn weisses b4 in Zug 20?
Das Endspiel zeigt schön die Überlegenheit des Läufers im Verbund mit dem Freibauer auf.
Weiss hat wirklich sehr passiv gespielt.
Gute und verständliche Kommentare von Dir!
Vabanque - 10. Jul '16
Nun ja, jetzt bringe ich erstmal keine kommentierte Partie mehr, erst wieder Folge 9 zu dieser Reihe. Freilich habe ich noch Partien in der 'Warteschleife', aber die hat jeder von uns mittlerweile 4 oder 5 Kommentatoren, und da sind die Kommentare ja noch jeweils nicht ausgearbeitet.
Diese Partie habe ich gebracht, weil eine gewisse Zeit nach Kellerdraches 5. Folge vergangen war, und weil die Kommentare eben schon fertig waren.
Jetzt können hier noch Sam und pirc war schreiben, und dann ist meine Theorie mit dem 'eigenen Saft' vollends bestätigt ;)
@C77: Zu deiner Frage mit 20. b4. Ich erinnere mich, dass die Engine dies angab. Freilich hätte der Zug den ganzen schwarzen Plan mit a6-a5-a4 verhindert.
Aber: Der Zug hätte den weißen c-Bauern rückständig und den Lb2 damit sehr schlecht gemacht (behindert durch die Bauern auf c3 und b4; er kann ja auch nicht gut über c1 nach e3 geführt werden wegen des schutzbedürftigen c-Bauern, wer sollte den denn dann noch decken?). Deswegen war es für mich klar, dass Keres darauf verzichtet hat. Natürlich ist die Frage, welcher Nachteil stärker gewogen hätte. In der Stellung vor dem weißen 20. Zug sieht die 'Drohung' a6-a5-a4 ja nicht gleich so Furcht erregend aus, dass man derart schwere Nachteile wie einen rückständigen Bauern und einen eingesperrten Läufer in Kauf nehmen muss, um sie zu verhindern. Vermutlich hat Keres die Gefahr des a-Bauern an dieser Stelle nicht mal erkannt. Rückblickend betrachtet, verschieben sich freilich die Gewichte. Ich weiß nicht mehr die Engine-Bewertung nach 20. b4 (vermutlich ausgeglichen, sagt aber nichts in solchen Stellungen, die rein positionell sind und wo nix Taktisches geht), aber jedenfalls sieht die weiße Stellung nach 20. b4 nicht verlockend aus.
Diese Partie habe ich gebracht, weil eine gewisse Zeit nach Kellerdraches 5. Folge vergangen war, und weil die Kommentare eben schon fertig waren.
Jetzt können hier noch Sam und pirc war schreiben, und dann ist meine Theorie mit dem 'eigenen Saft' vollends bestätigt ;)
@C77: Zu deiner Frage mit 20. b4. Ich erinnere mich, dass die Engine dies angab. Freilich hätte der Zug den ganzen schwarzen Plan mit a6-a5-a4 verhindert.
Aber: Der Zug hätte den weißen c-Bauern rückständig und den Lb2 damit sehr schlecht gemacht (behindert durch die Bauern auf c3 und b4; er kann ja auch nicht gut über c1 nach e3 geführt werden wegen des schutzbedürftigen c-Bauern, wer sollte den denn dann noch decken?). Deswegen war es für mich klar, dass Keres darauf verzichtet hat. Natürlich ist die Frage, welcher Nachteil stärker gewogen hätte. In der Stellung vor dem weißen 20. Zug sieht die 'Drohung' a6-a5-a4 ja nicht gleich so Furcht erregend aus, dass man derart schwere Nachteile wie einen rückständigen Bauern und einen eingesperrten Läufer in Kauf nehmen muss, um sie zu verhindern. Vermutlich hat Keres die Gefahr des a-Bauern an dieser Stelle nicht mal erkannt. Rückblickend betrachtet, verschieben sich freilich die Gewichte. Ich weiß nicht mehr die Engine-Bewertung nach 20. b4 (vermutlich ausgeglichen, sagt aber nichts in solchen Stellungen, die rein positionell sind und wo nix Taktisches geht), aber jedenfalls sieht die weiße Stellung nach 20. b4 nicht verlockend aus.
Vabanque - 10. Jul '16
Kleine Korrektur: Wenn Weiß 20. b4 statt 20. Lb2 spielt, steht der L natürlich noch gar nicht auf b2, aber das ändern eigentlich nichts an der ganzen Beurteilung der Stellung.
Colorado77 - 10. Jul '16
Ich war nun zu faul, dies mit Houdini und Co zu checken.
Ich schreibe einfach mal meine Gedanken:
a5 ist schon gefährlich, das hätte ich verhindert mit 20.b4.
Der Bc3 wird rückständig, klar. Das muss man dann eben in Kauf nehmen.
Zur Deckung dieses Bauern bieten sich 2 Pläne an:
1. Lb2 --> Bb2 befestigt, Preis: Grossbauer b2. Aber wie will Schwarz das ausnutzen, da fällt mir nur das Manöver Ld8-Lb6 (xf2) ein.
2. Ta3 mit Idee Lb3 (xf7): Tauscht Schwarz den Läufer mit Le6 ab, wird xc4 natürlich schwach. Vorteil ist, dass der Lc1 nach xe3 entwickelt werden kann, erst einmal.
Dazu kommt, dass mit einem Le3 und dem Plan Sg3 und Sf5 - Annahme, der Le6 tauscht sich gegen Lb3 - xf5 schwach wird, und mit einer Df3 dann eben auch xf6 immer Deckung erfordert.
Ich schreibe einfach mal meine Gedanken:
a5 ist schon gefährlich, das hätte ich verhindert mit 20.b4.
Der Bc3 wird rückständig, klar. Das muss man dann eben in Kauf nehmen.
Zur Deckung dieses Bauern bieten sich 2 Pläne an:
1. Lb2 --> Bb2 befestigt, Preis: Grossbauer b2. Aber wie will Schwarz das ausnutzen, da fällt mir nur das Manöver Ld8-Lb6 (xf2) ein.
2. Ta3 mit Idee Lb3 (xf7): Tauscht Schwarz den Läufer mit Le6 ab, wird xc4 natürlich schwach. Vorteil ist, dass der Lc1 nach xe3 entwickelt werden kann, erst einmal.
Dazu kommt, dass mit einem Le3 und dem Plan Sg3 und Sf5 - Annahme, der Le6 tauscht sich gegen Lb3 - xf5 schwach wird, und mit einer Df3 dann eben auch xf6 immer Deckung erfordert.
Vabanque - 10. Jul '16
Solche Pläne mit Engines zu checken, ist ja auch sehr aufwändig, weil Engines keine strategischen Pläne erkennen können, und man nur herausfinden kann, ob die eigenen strategischen Pläne evtl. taktisch scheitern.
Zu 1. Lb2: Freilich hatte ich an dieser Stelle ('Großbauer') nicht weitergedacht, wie Schwarz das auch ausnutzen könnte. Da haben wir evtl. wieder den Unterschied zwischen optischer und tatsächlicher Schwäche.
Zu 2. Ta3: An einen solchen Zug hätte ich bestimmt nie gedacht. Der sieht wirklich seltsam aus. Aber eine Widerlegung fällt mir jetzt natürlich auch nicht ein. Der geschilderte Plan ist ja plausibel.
Zu 1. Lb2: Freilich hatte ich an dieser Stelle ('Großbauer') nicht weitergedacht, wie Schwarz das auch ausnutzen könnte. Da haben wir evtl. wieder den Unterschied zwischen optischer und tatsächlicher Schwäche.
Zu 2. Ta3: An einen solchen Zug hätte ich bestimmt nie gedacht. Der sieht wirklich seltsam aus. Aber eine Widerlegung fällt mir jetzt natürlich auch nicht ein. Der geschilderte Plan ist ja plausibel.