Kommentierte Spiele

Wie spielt man Gambit? Nr.1 (mit Variationenanzeige)

shaack - 18. Dez '15
Hallo, zum Test des neuen Viewer Kellerdraches kommentiertes Spiel mit der Anzeige von Variationen:
Crisovan Chatelain 1955 | D00 | 1:0
8
7
6
5
4
3
2
a
1
b
c
d
e
f
g
h
1. d4 d5 2. e4 Das Blackmar-Diemer-Gambit. Erfunden von zwei obskuren Herren hat es einen ebenso zweifelhaften Ruf wie seine Erfinder. Die Theorie-Päpste halten es für inkorrekt und ich werde mich nicht wagen ihnen zu widersprechen. Aber das ist eben ein Urteil der Theorie. In der Praxis bietet es viele Chancen und empfiehlt sich vor allem für Blitzschach. Selber habe ich es gerne gespielt um mit Zugumstellung Skandinavisch zu vermeiden . Weiß opfert einen Bauern um den schwarzen Einfluß im Zentrum zu beseitigen und Entwicklungsvorsprung zu erlangen. xe4 3. Sc3 Sf6 4. f3 xf3 5. Sxf3 Weiß hat gar nicht versucht den Bauern zurück zu bekommen. Als Kompensation hat er eine Figur mehr entwickelt und Diagonalen für beide Läufer.
Ganz wilde Gesellen spielen hier auch 5. Dxf3 und opfern einen zweiten Bauern, aber ich will ja mein Publikum vorsichtig an das Gambitspiel heranführen.
Lf5 6. Lc4 e6 7. O-O Le7 8. Lg5
Sehr oft gespielt wird auch 8. Se5 das erlaubt Springer und Läufer mit dem g-Bauern anzugreifen. Trödelt Schwarz zu lange mit der Rochade geht auch schon ein hübsches Opfer. z.B Sc6 9. Sxf7 Kxf7 10. Txf5 da der e-Bauer durch den Lc4 gefesselt ist bekommt man die geopferte Figur sofort zurück Dxd4+ 11. Dxd4 Sxd4 12. Tf2
Sbd7 Ein Fehler, sowohl strategisch wie taktisch. Crisovans Angriff dreht sich um die f-Linie. Eine schnelle Rochade hätte die Stellung entschärft. 9. d5! Sxd5
Die andere Möglichkeit wäre xd5 10. Lxd5 Sxd5 Jetzt hängt auf g5 auch der Läufer, aber es geht alles gut 11. Sxd5 Lxg5 12. Sxg5 Dxg5 13. Sxc7+ Das muss man natürlich sehn wenn man d5 spielt. Ke7 14. De2+ Le6 15. Txf7+ der Läufer auf e6 ist durch die Dame gefesselt und nach Kxf7 dringt Weiß mit 16. Dxe6+ entscheidend ein.
10. Lxd5 Lxg5 Auf exd5 folgt die gleiche Variante wie nach 9...exd5 11. Lxb7 Tb8 12. Sxg5 Txb7 Nimmt die Falsche der beiden Figuren.
Obwohl Dxg5 13. Lc6 Dd8 14. Txf5 xf5 15. Dd2 mit der Drohung Te1+ auch nicht verlockend aussieht.
13. Sxf7 Der König wird aus seinem Haus geholt Kxf7 14. Txf5+ Sf6
xf5 15. Dd5+ und der Turm b7 geht verloren
15. Txf6+ xf6
Nach Kxf6 käme 16. Df3+ mit Turmgewinn
und nach Dxf6 16. Dd7+ gefolgt von Tf1
16. Dh5+ Ke7 Besser ist wohl Kg7 wonach ich keine überzeugende Fortsetzung mehr gefunden habe 17. Td1 Da nicht mehr soviel Material übrig ist muss jeder mitarbeiten Dg8 18. Dc5+ Kf7
Ke8 würde nach 19. Dc6+ wieder den Turm b7 gewinnen.
19. Td7+ Kg6
Ke8 wäre nach 20. De7# matt.
20. Se2 es droht 21.Sf4+ Kh6 22. Dh5 matt e5 21. De3 Tb4
Oder Dc4 22. Dg3+ Kf5 23. Dh3+ Kg6 24. Sd4+ xd4 25. Td5+
24. Sd4 ed4 25. Dg4+ Kh6 26. Dg7+ Kh5 27. g4+
22. Dg3+ Kf5 23. Dd3+ Ke6 24. Dd5+ Kf5 25. Sg3+
PGN anzeigen
[Date "1955"]
[White "Crisovan"]
[Black "Chatelain"]
[Result "1-0"]
[ECO "D00"]
[PlyCount "49"]

1. d4 d5 2. e4 {Das Blackmar-Diemer-Gambit. Erfunden von zwei obskuren Herren
hat es einen ebenso zweifelhaften Ruf wie seine Erfinder. Die Theorie-Päpste
halten es für inkorrekt und ich werde mich nicht wagen ihnen zu widersprechen.
Aber das ist eben ein Urteil der Theorie. In der Praxis bietet es viele
Chancen und empfiehlt sich vor allem für Blitzschach. Selber habe ich es gerne
gespielt um mit Zugumstellung Skandinavisch zu vermeiden . Weiß opfert einen
Bauern um den schwarzen Einfluß im Zentrum zu beseitigen und
Entwicklungsvorsprung zu erlangen.} dxe4 3. Nc3 Nf6 4. f3 exf3 5.
Nxf3 {Weiß hat gar nicht versucht den Bauern zurück zu bekommen. Als
Kompensation hat er eine Figur mehr entwickelt und Diagonalen für beide Läufer.}
({Ganz wilde Gesellen spielen hier auch} 5. Qxf3 {und opfern einen zweiten Bauern, aber
ich will ja mein Publikum vorsichtig an das Gambitspiel heranführen.})
Bf5 6. Bc4 e6 7. O-O Be7 8. Bg5 ({Sehr oft gespielt wird auch} 8. Ne5
{das erlaubt Springer und Läufer mit dem g-Bauern anzugreifen. Trödelt Schwarz
zu lange mit der Rochade geht auch schon ein hübsches Opfer. z.B} Nc6 9. Nxf7
Kxf7 10. Rxf5 {da der e-Bauer durch den Lc4 gefesselt ist bekommt man die
geopferte Figur sofort zurück} Qxd4+ 11. Qxd4 Nxd4 12. Rf2) Nbd7 {
Ein Fehler, sowohl strategisch wie taktisch. Crisovans Angriff dreht sich um
die f-Linie. Eine schnelle Rochade hätte die Stellung entschärft.} 9. d5! Nxd5
({Die andere Möglichkeit wäre} 9... exd5 10. Bxd5 Nxd5
{Jetzt hängt auf g5 auch der Läufer, aber es geht alles gut} 11. Nxd5 Bxg5 12.
Nxg5 Qxg5 13. Nxc7+ {Das muss man natürlich sehn wenn man d5 spielt.} Ke7 14.
Qe2+ Be6 15. Rxf7+ {der Läufer auf e6 ist durch die Dame gefesselt und nach}
Kxf7 {dringt Weiß mit} 16. Qxe6+ {entscheidend ein.}) 10. Bxd5 Bxg5 {
Auf exd5 folgt die gleiche Variante wie nach 9...exd5} 11. Bxb7 Rb8 12. Nxg5
Rxb7 {Nimmt die Falsche der beiden Figuren.} ({Obwohl} 12... Qxg5 13. Bc6 Qd8
14. Rxf5 exf5 15. Qd2 {mit der Drohung Te1+ auch nicht verlockend aussieht.})
13. Nxf7 {Der König wird aus seinem Haus geholt} Kxf7 14. Rxf5+ Nf6 (14... exf5
15. Qd5+ {und der Turm b7 geht verloren}) 15. Rxf6+ gxf6 ({Nach} 15...Kxf6
{käme} 16. Qf3+ {mit Turmgewinn})({und nach} 15...Qxf6 16.Qd7+ {gefolgt von Tf1}) 16.
Qh5+ Ke7 {Besser ist wohl Kg7 wonach ich keine überzeugende Fortsetzung mehr gefunden habe}
17. Rd1 {Da nicht mehr soviel Material übrig ist muss jeder mitarbeiten} Qg8
18. Qc5+ Kf7 (18...Ke8 {würde nach} 19. Qc6+ {wieder den Turm b7 gewinnen.}) 19.
Rd7+ Kg6 (19...Ke8 {wäre nach} 20. Qe7# {matt.}) 20. Ne2 {
es droht 21.Sf4+ Kh6 22. Dh5 matt} e5 21. Qe3 Rb4 ({Oder} 21... Qc4 22. Qg3+
Kf5 23. Qh3+ Kg6 (23... Qg4) 24. Nd4+ exd4 25. Rd5+ (24. Nd4 exd4 25. Qg4+ Kh6
26. Qg7+ Kh5 27. g4+)) 22. Qg3+ Kf5 23. Qd3+ Ke6 24. Qd5+ Kf5 25. Ng3+ 1-0
Beule - 18. Dez '15
Klasse Stefan!!! Respekt, ich persönlich finde die Tatsache, das man sich die PGN jetzt anzeigen lassen kann und den Umstand, das die Züge und Erklärungen jetzt mitscrollen ganz besonders gelungen.
Echt Sauber!!
Hasenrat - 18. Dez '15
Das ist toll! Ich glaube, das wird diesem Forum ganz neuen Auftrieb geben! Ich freue mich noch einmal so darauf, Partien nachzuspielen.
Schönen Dank dafür!
Vabanque - 18. Dez '15
Ja, so ist es schon viel besser! Nun hoffe ich bloß, dass ich für meinen nächsten Beitrag mit dem neuen Viewer zurecht komme und auch eine Partie auswähle, die schöne Varianten hat (genau die Art Partie, die ich bisher vermieden habe) ;)
shaack - 18. Dez '15
Der neue Viewer macht auf jeden Fall bessere Fehlermeldungen. Es wird genau angezeigt, wenn in einem PGN noch etwas falsch ist und die Stelle wo.

Falls hier im Forum noch Spiele sind, die einen Fehler bei der Anzeige haben, bitte mich in einer kurzen E-Mail mit Link benachrichtigen. Das wird dann behoben. Der neue Viewer braucht eine minimal andere Syntax, bzw. eine genauere Syntax.
Vabanque - 18. Dez '15
Ja, z.B. hier /forum/topic.html?key=a19ee0c4e08248d8&sv=12
zeigt der Viewer den Namen des Schwarzspielers nicht an, aus welchen Gründen auch immer ...
shaack - 18. Dez '15
Das liegt an den Leerzeilen in den Metadaten:
[Result "1-0"]
[White "Hakan Akvist"]
[Black

"Gennadi Kuzmin"]
[ECO "B83"]
[PlyCount "43"]

... behebe ich gleich.
shaack - 18. Dez '15
Also folgendes mag der neue Editor nicht so:
- Leerzeichen vor NAGs, also statt: "26. f3 $4" besser so: "26. f3$4".
- Nach einem Kommentar die Wiederholung der Zugnummer für Schwarz: "{Kommentar} 18..." einfach weglassen.
Vabanque - 18. Dez '15
Ah ja, danke für die Tipps! Das wird mir beim Erstellen der neuen Beiträge sehr hilfreich sein!

Die Leerzeilen kamen übrigens vom Kopieren aus einem anderen Editor, in dem ich die pgn-Files bearbeitet habe.
pirc_ - 19. Dez '15
Also ich bekomme keine Varianten hin...welche Zeichen benutz ihr, damit man Varianten anklicken kann...wenn ich die einfach in den Kommentar schreibe geht es nicht, wenn ich sie da in irgendwelche Klammern, ob eckig oder rund oder geschweift setzte geht es auch nicht....grübel
lg pirc_
shaack - 19. Dez '15
Varianten werden mit runden Klammern geschrieben und nicht in den Kommentar, sondern umgekehrt in Varianten können Kommentare sein:

8. Bg5 ({Sehr oft gespielt wird auch} 8. Ne5
{das erlaubt Springer und Läufer mit dem g-Bauern anzugreifen. Trödelt Schwarz
zu lange mit der Rochade geht auch schon ein hübsches Opfer. z.B} Nc6 9. Nxf7
Kxf7 10. Rxf5 {da der e-Bauer durch den Lc4 gefesselt ist bekommt man die
geopferte Figur sofort zurück} Qxd4+ 11. Qxd4 Nxd4 12. Rf2)

Wie im Beispiel oben, kannst Du Dir anschauen, wenn Du auf "PGN anzeigen" klickst.
pirc_ - 19. Dez '15
Ah danke...gewöhnungsbedürftig aber funktioniert...man muss halt für den zug vorher die geschweiften klammern zu und dannach wieder aufmachen ... jetzt klappts...;-)
lg pirc_ ♫♫
shaack - 19. Dez '15
Es gibt Programme, die man zum Editieren nutzen kann. Da weiss ich aber nicht, welche sich besonders eigenen. Das von Vabanque scheint relativ gut zu sein.
shaack - 19. Dez '15
Ich bin mit dem Hauptentwickler des Viewers in Kontakt getreten: github.com/mliebelt/PgnViewerJS
Er freut sich über den regen Austausch hier bei chessmail und wenn er Zeit findet, hilft er, indem er die zwei bekannten Fehler mit NAGs und Zugnummer für Schwarz behebt. Für mich wäre das leider sehr aufwändig. Ideal ist natürlich, wenn man PGNs ohne händische Nachbearbeitung hier direkt aus verschiedenen Programmen rein stellen kann.
pirc_ - 19. Dez '15
nur mal so für DAUs wie mich, was iss ein NAG? ;-)...Google sagt es sei was mit Zucker oder die Nationale Auto Gesellschaft...:-))
Vabanque - 19. Dez '15
Ich muss leider zugeben, dass es den 'relativ guten Editor' gar nicht gibt. Denn nachdem der alte Viewer die mit verschiedenen Editoren (Arena, Tarrasch) bearbeiteten Files leider oft nicht genommen hatte, war ich irgendwann dazu übergegangen, die pgns im normalen Texteditor zu bearbeiten, wodurch ich die Kontrolle über Klammern etc. behielt.
Die Leerzeichen oder gar Leerzeilen entstanden dann beim Kopieren.
Vabanque - 19. Dez '15
Nebenbei gesagt, ich weiß auch nicht, was ein NAG ist ...
shaack - 19. Dez '15
NAGs: en.wikipedia.org/wiki/Numeric_Annotation_Glyphs

Also z.B: statt e4! kann man wohl auch e4$1 schreiben. !, !!, ?? und so ist inzwischen "traditional". Ist nicht so wichtig würde ich mal sagen. ;-) Ich weiss jetzt auch nicht, ob der neue Viewer z.B. $136 "White has moderate time control pressure" unterstützt.
shaack - 19. Dez '15
Was mir grade auffällt "$22 White is in zugzwang". Zugzwang, ein englisches Wort. "Zackzwäng"? :)
shaack - 19. Dez '15
"$9 worst move" haha. Den muss man auch erst mal finden.
Vabanque - 19. Dez '15
zugzwang, eines der (wenigen) deutschen Lehnwörter im Englischen. rucksack und kindergarten sind auch noch solche, haben aber nichts mit Schach zu tun ;)
Vabanque - 19. Dez '15
Ach, den worst move zu finden ist oft gar nicht so schwer. Ich habe schon Partien gespielt, da gingen in einer gewissen Stellung so ziemlich alle Züge bis auf einen einzigen, der verlor. Und ich habe ihn gefunden :))
pirc_ - 19. Dez '15
Zugzwang und Zeitnot sind, nach meinem Kenntnisstand, Worte die international im Schach verwendet werden.
Genauso wie beispielsweise J adoube nur als französisches Wort im Schach existiert. Das deutsche Wort dafür "„Ich habe nicht vor, mit dem Stein zu ziehen, den ich soeben zu berühren trachte, sondern rücke diesen lediglich zurecht, auf daß er ordentlich in der Mitte des Feldes stehen möge, und ich bitte deswegen höflichst, in diesem Falle von einer Berührt-Geführt-Reklamation abzusehen"(E.Golf) wäre sicherlich auch zu lange im Spiel ;-)
Vabanque - 19. Dez '15
Ja ja, der Ekkehard Golf mit seinem witzigen Schachlexikon ;)
Hasenrat - 19. Dez '15
Gibt auch einen Schach-Thriller-Roman "Zugzwang" von Ronan Bennett - wenn noch jemand was für den schwarz-weiß karierten Gabentisch sucht, das nicht zu speziell und zu trocken ausfallen soll ... ;-)
Vabanque - 19. Dez '15
Hatte ich vor Jahren mal angefangen zu lesen, war mir aber zu düster und depressiv ...
Hasenrat - 19. Dez '15
Düster u. depressiv?? :-D Okay ...
Ja, gut, Nebelschwaden, Mord u. Totschlag, das Zarenreich in Agonie ..., wenn ich mich auch richtig erinnere ... - aber immerhin viel Schachszenenkolorit, nicht nur Beiwerk.
Vabanque - 19. Dez '15
Aber historisch nicht korrekt, soweit ich mich erinnere ...
Hasenrat - 19. Dez '15
Schachhistorisch oder (und) allgemeinhistorisch? Künstlerische Freiheit! ;-)
Vabanque - 19. Dez '15
Ich wage da mal nur die schachhistorische Seite zu beurteilen ...
Hasenrat - 19. Dez '15
Da habe ich auch hier einen Schachroman-Literaturtipp, historisch inkorrekt, künstlerisch frei und wahr - und bis auf die Charakterzeichnung Aljechins auch völlig undüster und undepressiv:
Fabio Stassi: La rivincita di Capablanca. Rom 2008 / dt.: Die letzte Partie. Zürich 2009
Vabanque - 19. Dez '15
Hab ich auch gelesen, gefiel mir eigentlich gut, aber auch da ist mir die historische Unkorrektheit aufgestoßen :)
Hasenrat - 19. Dez '15
SF Vabanque, du bist zu perfekt! ;-)

Aber bevor ich diesen PGN-Workshop weiter zuliterarisiere, rege ich lieber einen weiteren Buchthread im Forum "Aufgaben" (?!) an: Schachromansammlung - was fehlt an ... ;-)
Vabanque - 19. Dez '15
Ich glaube, die Liste wird nicht lang :)
Hasenrat - 19. Dez '15
Ouh du, täusche dich nicht! Natürlich nicht im Ansatz zu vergleichen mit der schachtheoretischen Bibliographie ...
Vabanque - 19. Dez '15
Na, dann schreib mal die Liste der dir bekannten Schachromane ... bin gespannt :)
Hasenrat - 19. Dez '15
a) Was ist ein Schachroman? Oder ab wann kann ein Roman als Schachroman gelten?
b) würde da eher auf die sog. "Schwarmintelligenz" setzen, wenn es an die Listenerstellung ginge (aber bestimmt gibt es sowas irgendwo im Netz schon längst) ... ;-)
Hasenrat - 19. Dez '15
Schach von Wuthenow ist z. B. kein Schachroman! ;-)
Hasenrat - 19. Dez '15
Interessante Differenzierung wäre auch: Romane/Belletristik von mehr oder weniger notorisch passionierten oder sogar professionellen Schachspielern!

Schwarz-weiße Erzählungen von Vlastimil Hort z. B.!
Vabanque - 19. Dez '15
Schach von Wuthenow, ja, haha, das ist mir auch schon mal aufgefallen, dass das nichts mit Schach zu tun hat :)

Bis jetzt haben wir:

- Fabio Stassi: Die letzte Partie

- Ronan Bennett: Zugzwang

Selbstverständlich ist:

- Thomas Glavinic: Karl Haffners Liebe zum Unentschieden

Ich füge noch hinzu:

- Vladimir Nabokov: Lushins Verteidigung

Nur dann geht mir die Puste bereits aus, wie es scheint ... ich erinnere mich noch an (nicht gelesen):

- Fernando Arrabal: Hohe Türme trifft der Blitz

- Ronald Jakob Humm: Spiel mit Valdivia

Wer kennt mehr?
Vabanque - 19. Dez '15
Interessant auch deine Fragestellung, ab wann ein Roman als Schachroman gelten kann.

In

Gustav Meyrink: Der Golem

tritt ja der historische Schachspieler Rudolf Charousek leibhaftig auf. Trotzdem ist der Roman wohl kaum als Schachroman zu bezeichnen. Charousek ist doch eher eine Randfigur, und selbst wenn er einer der Hauptdarsteller wäre, wäre der Roman noch immer nicht zwingend ein Schachroman, außer die Handlung hätte wirklich etwas mit Schach zu tun. Hat sie aber nicht.
Hasenrat - 19. Dez '15
Ooh, Gustav Meyrinks Golem ..., ein Buch, das auf mich in jugendlichen Jahren den allerstärksten Eindruck gemacht hat!! Ja, ja ..., düster und depressiv ..., das ist wohl mehr meine Welt ... :-\
Hasenrat - 19. Dez '15
Yoko Ogawa: Schwimmen mit Elefanten. Berlin 2014
Vabanque - 19. Dez '15
Meyrink ist eigentlich mehr esoterisch als einfach bloß düster und depressiv.
Hasenrat - 19. Dez '15
Ich erinnere v. a. fahle Mondscheinfrühlingsnächte als ich es las ... also das Sujet bzw. Stimmung u. Rahmen sind schon romantisch kafkaesk, hoffmannesk ...
Es ist interessant, ob man "düster & depressiv" mehr ästhetisch oder psychologisch auffasst ...

Zu allererst übrigens ist wohl die Schachnovelle v. Zweig zu nennen!
Vabanque - 19. Dez '15
Stimmt, die war jetzt zu selbstverständlich, um erwähnt zu werden :)
Hasenrat - 20. Dez '15
Robert Löhr: Der Schachautomat
Vabanque - 22. Dez '15
Es gibt ja auch noch 'Schachmatt' von Stephen Carter, aber ich habs nicht gelesen, hat es es wirklich mit Schach zu tun?