Kommentierte Spiele

Bemerkenswerte Endspiele (VII): Portisch - Filip

Vabanque - 23. Jul '16
Lajos Portisch Miroslav Filip Budapest | 09 | 1961 | D58 | 0:1
8
7
6
5
4
3
2
a
1
b
c
d
e
f
g
h
1. c4 Nachdem das letzte Läuferpaar-Endspiel von Sämisch überraschend gut ankam, bringe ich hier noch eines von dieser Sorte. Gespielt hat es der tschechische GM Miroslav Filip (1928-2009), der sich selbst scherzhaft als den 'größten GM' bezeichnete (er maß 2,06 m), gegen den ungarischen GM Lajos Portisch, der seinerzeit zur Weltspitze zählte, obwohl er das Unglück besaß, dass seine Niederlagen meist viel bekannter wurden als seine Siege. Und auch in dieser Partie bekleckert sich Portisch nicht gerade mit Ruhm, so dass C77 wohl wieder von 'schwarzes Läuferpaar gegen passives weißes Spiel' sprechen wird ... e6 2. d4 d5 3. Sc3 Le7 4. Sf3 Sf6 5. Lg5 O-O 6. e3 Das 'Orthodoxe Damengambit' (das allerdings nichts mit Strenggläubigkeit zu tun hat), von vielen als die langweiligste aller Eröffnungen beschrieben. Naja, wir werden sehen. h6 7. Lh4 b6 Die Tartakower-Variante, die das Problem der Entwicklung des schwarzen Damenläufers durch Fianchettierung zu lösen versucht. (Ein anderer Plan ist, auf den Vorstoß e6-e5 zu spielen.) 8. Ld3 Lb7 9. O-O c5 Die entstandene (fast) symmetrische Bauernstruktur bezeichnete man seinerzeit auch als die 'Normalstellung' des Abgelehnten Damengambits. 10. De2 xd4 11. xd4 Nun entsteht also die typische Isolani-Stellung. Das Nehmen mit dem Springer wirkt farblos, ist aber evtl. sogar die bessere Option. xc4 12. Lxc4 Sc6 Der Damenbauer ohne stützende Nachbarn wird sofort beschossen. Der dahinter stehende Plan ist allerdings ein anderer, wie man gleich sieht. 13. Tad1 Sb4 Das logische Verfahren, das Feld vor dem feindlichen Isolani (hier d5) als Operatonsbasis für die eigenen Figuren zu nutzen. Denn dort sind sie nicht von einem feindlichen Bauern vertreibbar. 14. Se5 Optisch sieht die weiße Stellung ja recht gut aus, und Botwinnik hat in ähnlichen Stellungen oftmals das Angriffsspiel mit dem Isolani demonstriert. Aber Portisch war kein Botwinnik, Angriff lag ihm nicht sehr. Sbd5 Der schöne Platz ist besetzt, und schon droht Sf4, wonach die De2 und zugleich der Bauer g2 angegriffen wären. 15. f4 Versucht aus der Not eine Tugend zu machen. Sf4 ist verhindert, und die Aufrollungsaktion f4-f5 geplant. Sxc3! Man muss im Schach wissen, wann man einen Vorteil für einen anderen aufgeben kann bzw. sollte. Durch diesen Tausch wird der Weiße von seinem Isolani befreit, weil dieser wieder einen unterstützenden Nachbarn erhält, aber eben dieser unterstützende Nachbar wird seinerseits ein rückständiger schutzbedürftiger Bauer werden. 16. xc3 Sd5 Das war die mit Sxc3 verbundene Idee. Jetzt hängt c3 mit Gabeldrohung, und auch der Lh4. 17. Le1 Pariert beide Drohungen. Die Frage ist, ob Lxe7 hier evtl. besser war. Tc8 Bindet den Lc4 an, der wegen Sxc3 nicht ziehen kann. 18. Tc1? Weiß möchte den Lc4 beweglich machen (z.B. Lb3 nebst c3-c4, um den stark stehenden Sd5 zu vertreiben), aber er übersieht die folgenden kleine Kombination. Txc4!! Sehr stark. Schwarz erzielt damit zwar keinen Materialgewinn, aber er erreicht eine deutliche positionelle Überlegenheit. 19. Dxc4
Falls nämlich 19. Sxc4 La6 , so kann Weiß den Sc4 nicht aus der Fesselung befreien, ihn aber auch nicht weiter decken, so dass er ihn durch Dc7 verliert. Eine durchaus verblüffende Wendung!
Se3 20. De2 Sxf1 21. Dxf1 Dd5 Sehr unangenehm für Weiß. Hier ist die Dame schwer zu vertreiben (nach c4 hinge ja d4), und bindet zudem die weißen Kräfte an die Verteidigung von g2. 22. Df3 Portisch steuert den Damentausch an, um sich vom Druck zu befreien. Alternativ kam in Betracht, mit Tc2 erstmal g2 zu überdecken und danach Dd3 zu spielen, um eventuelles c4 zu ermöglichen. Aber erstens kann Schwarz Letzteres mit b6-b5 leicht verhindern, und zweitens kann die schwarze Dame auch gut nach e4 ausweichen. b5 Auch jetzt sichert Schwarz durch die Erschwerung von weißem c4 der jeweils auf d5 befindlichen Figur einen guten Sitzplatz. 23. Dxd5 Lxd5 24. Tb1 a6 25. Kf2 Tc8 Natürlich ist das Verspeisen des Bauern a2 wegen Ta1 nebst Txa6 weiter unattraktiv. Filip visiert lieber den rückständigen Bauern c3 an. Sein Spiel in dieser Partie ist durchweg logisch, klar und verständlich. 26. Ld2 g5 Dieser Zug dient allgemein dem Zweck, Linien und insbesondere Diagonalen zu öffnen; ein Standardverfahren in Stellungen, wo man das Läuferpaar hat. 27. g3 f6 28. Sd3
Nach 28. Sg6? Ld8! wäre der Sg6 ohne Rückzug und würde durch Kg7 oder Le4 (Gabel!) abgeholt, z.B. 29. xg5 xg5 30. h4 um den Springer nach Kg7 mit h5 zu decken Le4 31. Te1 Lxg6
Kf7 29. Ke3 Ld6 30. Ta1 Weiß deckt nicht etwa jetzt doch den a2, sondern plant a4. Dazu kommt es aber nicht, weil Schwarz jetzt ein wenig flotter agiert. xf4+ 31. Sxf4 Schlägt er mit dem Bauern, so dringt nach Tg8 der Turm nach g2 ein. Lc4 Allerdings muss Weiß jetzt immer mit e6-e5 rechnen. 32. Kf2 a5 33. Sg2 Weicht dem Vorstoß des schwarzen e-Bauern aus und bereitet eine Springerwanderung vor, aber bedroht nicht wirklich den schwarzen h-Bauern, da Schwarz auf weißes Lxh6 momentan immer Th8 nebst Txh2 spielen könnte. La3 34. Se1 h5 35. Lc1 Der La3 war schon lästig geworden. Ld6 Noch wird das Läuferpaar nicht aufgegeben! 36. a3 e5 37. Sf3 Ld5 38. Lb2 c3 hing jetzt. Lxf3! Nun aber ist der richtige Moment gekommen, sich von dem Läuferpaar zu Gunsten anderer Vorteile zu trennen. 39. Kxf3 xd4 40. xd4 Tc2 41. Lc1 Ke6 Nicht nur das Eindringen des Turms auf die vorletzte Reihe, sondern auch das Eindringen des Königs war Filips Ziel. Das Schlagen des weißen h-Bauern hat sekundäre Bedeutung. 42. Tb1 b4 Der dritte Vorteil, den Schwarz für das Läuferpaar eingetauscht hat, wird offenbar: er kann sofort einen Freibauern bilden, der auch sehr stark ist, weil er von Turm und König unterstützt werden kann. 43. xb4 xb4 44. Lf4 Droht Lxd6 nebst Txb4. Tc3+ 45. Le3
Ein hübsches Matt in der Brettmitte ergibt sich nach 45. Ke4? f5#
Und 45. Ke2 Lxf4 46. xf4 b3 47. Kd2 Th3 ist auch verloren für Weiß.
Kd5 46. Ke2 Kc4 Totale Herrschaft auf den weißen Feldern! 47. Ld2 Tc2 48. Tc1 Wenn Weiß diesen Turmtausch nicht anbietet, setzt Schwarz weiter mit b3-b2 und ggf. La3 und Tc2-c1 fort; wenn Weiß dies verhindert, indem er seinen König auf d1 stellt, dringt der schwarze König auf d3 ein. Txc1 49. Lxc1 Kc3 50. Kd1 b3 Der Rest ist einfach. 51. d5 b2 52. Lxb2+ Kxb2 53. Kd2 Kb3 54. Kd3 f5! Dem weißen König ist jetzt der Weg verlegt. Er gerät in Zugzwang und büßt letzten Endes alle seine Bauern ein. Weiß gab daher (endlich) auf. Eine ausgezeichnete Leistung des tschechischen GM.
PGN anzeigen[Event "Budapest"]
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[Result "0-1"]
[White "Lajos Portisch"]
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Filip"]
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1. c4

{Nachdem das letzte Läuferpaar-Endspiel von Sämisch überraschend gut

ankam, bringe ich hier noch eines von dieser Sorte. Gespielt hat es

der tschechische GM Miroslav Filip (1928-2009), der sich selbst

scherzhaft als den 'größten GM' bezeichnete (er maß 2,06 m), gegen den

ungarischen GM Lajos Portisch, der seinerzeit zur Weltspitze zählte,

obwohl er das Unglück besaß, dass seine Niederlagen meist viel

bekannter wurden als seine Siege. Und auch in dieser Partie bekleckert

sich Portisch nicht gerade mit Ruhm, so dass C77 wohl wieder von

'schwarzes Läuferpaar gegen passives weißes Spiel' sprechen wird ...}

e6 2. d4 d5 3. Nc3 Be7 4. Nf3 Nf6 5. Bg5 O-O 6. e3 {Das 'Orthodoxe

Damengambit' (das allerdings nichts mit Strenggläubigkeit zu tun hat),

von vielen als die langweiligste aller Eröffnungen beschrieben. Naja,

wir werden sehen.} h6 7. Bh4 b6 {Die Tartakower-Variante, die das

Problem der Entwicklung des schwarzen Damenläufers durch

Fianchettierung zu lösen versucht. (Ein anderer Plan ist, auf den

Vorstoß e6-e5 zu spielen.)} 8. Bd3
Bb7 9. O-O c5 {Die entstandene (fast) symmetrische Bauernstruktur

bezeichnete man seinerzeit auch als die 'Normalstellung' des

Abgelehnten Damengambits.} 10. Qe2 cxd4 11. exd4 {Nun entsteht also

die typische Isolani-Stellung. Das Nehmen mit dem Springer wirkt

farblos, ist aber evtl. sogar die bessere Option.} dxc4 12. Bxc4 Nc6

{Der Damenbauer ohne stützende Nachbarn wird sofort beschossen. Der

dahinter stehende Plan ist allerdings ein anderer, wie man gleich

sieht.} 13. Rad1 Nb4 {Das logische Verfahren, das Feld vor dem

feindlichen Isolani (hier d5) als Operatonsbasis für die eigenen

Figuren zu nutzen. Denn dort sind sie nicht von einem feindlichen

Bauern vertreibbar.} 14. Ne5 {Optisch sieht die weiße Stellung ja

recht gut aus, und Botwinnik hat in ähnlichen Stellungen oftmals das

Angriffsspiel mit dem Isolani demonstriert. Aber Portisch war kein

Botwinnik, Angriff lag ihm nicht sehr.} Nbd5 {Der schöne Platz ist

besetzt, und schon droht Sf4, wonach die De2 und zugleich der Bauer g2

angegriffen wären.}
15. f4 {Versucht aus der Not eine Tugend zu machen. Sf4 ist

verhindert, und die Aufrollungsaktion f4-f5 geplant.} Nxc3! {Man muss

im Schach wissen, wann man einen Vorteil für einen anderen aufgeben

kann bzw. sollte. Durch diesen Tausch wird der Weiße von seinem

Isolani befreit, weil dieser wieder einen unterstützenden Nachbarn

erhält, aber eben dieser unterstützende Nachbar wird seinerseits ein

rückständiger schutzbedürftiger Bauer werden.} 16. bxc3 Nd5 {Das war

die mit Sxc3 verbundene Idee. Jetzt hängt c3 mit Gabeldrohung, und

auch der Lh4.} 17. Be1 {Pariert beide Drohungen. Die Frage ist, ob

Lxe7 hier evtl. besser war.}Rc8 {Bindet den Lc4 an, der wegen Sxc3

nicht ziehen kann.} 18. Rc1? {Weiß möchte den Lc4 beweglich machen

(z.B. Lb3 nebst c3-c4, um den stark stehenden Sd5 zu vertreiben), aber

er übersieht die folgenden kleine Kombination.} Rxc4!! {Sehr stark.

Schwarz erzielt damit zwar keinen Materialgewinn, aber er erreicht

eine deutliche positionelle Überlegenheit.} 19. Qxc4 ({Falls nämlich}

19. Nxc4 Ba6 {, so kann Weiß den Sc4 nicht aus der Fesselung befreien,

ihn aber auch nicht weiter decken, so dass er ihn durch Dc7 verliert.

Eine durchaus verblüffende Wendung!}) 19...
Ne3 20. Qe2 Nxf1 21. Qxf1 Qd5 {Sehr unangenehm für Weiß. Hier ist die

Dame schwer zu vertreiben (nach c4 hinge ja d4), und bindet zudem die

weißen Kräfte an die Verteidigung von g2.} 22. Qf3 {Portisch steuert

den Damentausch an, um sich vom Druck zu befreien. Alternativ kam in

Betracht, mit Tc2 erstmal g2 zu überdecken und danach Dd3 zu spielen,

um eventuelles c4 zu ermöglichen. Aber erstens kann Schwarz Letzteres

mit b6-b5 leicht verhindern, und zweitens kann die schwarze Dame auch

gut nach e4 ausweichen.} b5 {Auch jetzt sichert Schwarz durch die

Erschwerung von weißem c4 der jeweils auf d5 befindlichen Figur einen

guten Sitzplatz.} 23. Qxd5 Bxd5 24. Rb1 a6 25. Kf2 Rc8 {Natürlich ist

das Verspeisen des Bauern a2 wegen Ta1 nebst Txa6 weiter unattraktiv.

Filip visiert lieber den rückständigen Bauern c3 an. Sein Spiel in

dieser Partie ist durchweg logisch, klar und verständlich.}
26. Bd2 g5 {Dieser Zug dient allgemein dem Zweck, Linien und

insbesondere Diagonalen zu öffnen; ein Standardverfahren in

Stellungen, wo man das Läuferpaar hat.} 27. g3 f6 28. Nd3 ({Nach} 28.

Ng6? Bd8! {wäre der Sg6 ohne Rückzug und würde durch Kg7 oder Le4

(Gabel!) abgeholt, z.B.} 29. fxg5 hxg5 30. h4 {um den Springer nach

Kg7 mit h5 zu decken} Be4 31. Re1 Bxg6
) 28... Kf7 29. Ke3 Bd6 30. Ra1 {Weiß deckt nicht etwa jetzt doch den

a2, sondern plant a4. Dazu kommt es aber nicht, weil Schwarz jetzt ein

wenig flotter agiert.} gxf4+ 31. Nxf4 {Schlägt er mit dem Bauern, so

dringt nach Tg8 der Turm nach g2 ein.} Bc4 {Allerdings muss Weiß jetzt

immer mit e6-e5 rechnen.} 32. Kf2 a5 33. Ng2 {Weicht dem Vorstoß des

schwarzen e-Bauern aus und bereitet eine Springerwanderung vor, aber

bedroht nicht wirklich den schwarzen h-Bauern, da Schwarz auf weißes

Lxh6 momentan immer Th8 nebst Txh2 spielen könnte.} Ba3 34.
Ne1 h5 35. Bc1 {Der La3 war schon lästig geworden.} Bd6 {Noch wird das

Läuferpaar nicht aufgegeben!} 36. a3 e5 37. Nf3 Bd5 38. Bb2 {c3 hing

jetzt.} Bxf3! {Nun aber ist der richtige Moment gekommen, sich von dem

Läuferpaar zu Gunsten anderer Vorteile zu trennen.} 39. Kxf3 exd4 40.

cxd4
Rc2 41. Bc1 Ke6 {Nicht nur das Eindringen des Turms auf die vorletzte

Reihe, sondern auch das Eindringen des Königs war Filips Ziel. Das

Schlagen des weißen h-Bauern hat sekundäre Bedeutung.} 42. Rb1 b4 {Der

dritte Vorteil, den Schwarz für das Läuferpaar eingetauscht hat, wird

offenbar: er kann sofort einen Freibauern bilden, der auch sehr stark

ist, weil er von Turm und König unterstützt werden kann.} 43. axb4

axb4 44. Bf4 {Droht Lxd6 nebst Txb4.} Rc3+ 45. Be3 ({Ein hübsches Matt

in der Brettmitte ergibt sich nach} 45. Ke4? f5#) ({Und}
45. Ke2 Bxf4 46. gxf4 b3 47. Kd2 Rh3 {ist auch verloren für Weiß.})

45... Kd5 46. Ke2 Kc4 {Totale Herrschaft auf den weißen Feldern!} 47.

Bd2 Rc2 48. Rc1 {Wenn Weiß diesen Turmtausch nicht anbietet, setzt

Schwarz weiter mit b3-b2 und ggf. La3 und Tc2-c1 fort; wenn Weiß dies

verhindert, indem er seinen König auf d1 stellt, dringt der schwarze

König auf d3 ein.}
Rxc1 49. Bxc1 Kc3 50. Kd1 b3 {Der Rest ist einfach.} 51. d5 b2 52.

Bxb2+ Kxb2 53. Kd2 Kb3 54. Kd3 f5! {Dem weißen König ist jetzt der Weg

verlegt. Er gerät in Zugzwang und büßt letzten Endes alle seine Bauern

ein. Weiß gab daher (endlich) auf. Eine ausgezeichnete Leistung des

tschechischen GM.}
0-1
Kellerdrache - 24. Jul '16
Ein sehr schönes und lehrreiches Endspiel. Vor allen Dingen ein gutes Beispiel dafür was für eine aktive und aggressive Figur der König im Endspiel sein kann ( und muss !!). Ich würde fast sagen das Portisch hier hauptsächlich verliert weil er es nicht vermag seinen König aktiv einzusetzen.
Es stimmt das Portisch, im Gegensatz zu seinen Landsleuten Adorjan, Ribli und Sax ein trockener Positionsspieler war, der selten so im Endspiel vorgeführt wurde wie es hier dem "großen" Filip gelingt.
Vabanque - 24. Jul '16
Irgendwann finde ich schon noch mal eine schöne Partie von Portisch, die er gewinnt, auch wenn mir jetzt wirklich keine geläufig wäre (dagegen fallen mir auf Anhieb mindestens 5 Partien ein, die er spektakulär verliert).

Weil du das jetzt schreibst, dass der König im Endspiel aggressiv werden muss (!!), das ist zwar ja auch meine ständige Rede ('Wenns Personal knapp wird, muss der Chef persönlich eingreifen'), aber auch da kenne ich ein schönes Gegenbeispiel: ein Endspiel von Kashdan, das dieser gewinnt ohne seinen König ein einziges Mal aus der Rochadestellung heraus gezogen zu haben. Damit hast du mir die Idee für eine weitere Folge der Serie gegeben :))
Vabanque - 24. Jul '16
Mit Siegen gegen Euwe, Smyslov, Tal, Keres und Unzicker war Filip übrigens auch tatsächlich ein Großer, nicht bloß von der Körpergröße, auch wenn er heute weitgehend vergessen ist.
Kellerdrache - 24. Jul '16
Eine neue Reihe ? Worüber ? Faule Chefs (Könige) ? Dazu kenne ich auch ein paar Beispiele ;-))
Vabanque - 24. Jul '16
Aus dem Leben oder aus dem Schach? ;)
Kellerdrache - 25. Jul '16
Leider in beidem ! Ich hab sowohl den Geschäftsführer erlebt der zusammen mit dem Hausmeister bei der Hauptversammlung zusätzliche Tische aus dem Keller getragen hat als auch denjenigen der in mitten der größten Katastrophe mit seiner Frau Essen ging. Im Schach werden falsche Entscheidungen glücklicherweise schneller und konsequenter bestraft als im Berufsleben ;-))