Smalltalk
Noch'n Gedicht
Docmabuse - 20. Nov '04
Die Meister
Ein Mensch sitzt da,ein schläfrig trüber,
Ein andrer döst ihm gegenüber.
Sie reden nichts,sie stieren stumm,
Mein Gott,denkst Du,sind die zwei dumm!
Der eine brummt,wie nebenbei
Ganz langsam:Tc6-c2
Der andre wird allmählich wach
und knurrt:Da3-g3:Schach!
Der erste,weiter nicht erregt,
Starrt vor sich hin und überlegt.
Dann plötzlich,vor Erstaunen platt,
Seufzt er ein einzig Wörtlein:Matt!
Und die Du hielst für niedre Geister,
Erkennst Du jetzt als hohe Meister!
(Eugen Roth)
Ein Mensch sitzt da,ein schläfrig trüber,
Ein andrer döst ihm gegenüber.
Sie reden nichts,sie stieren stumm,
Mein Gott,denkst Du,sind die zwei dumm!
Der eine brummt,wie nebenbei
Ganz langsam:Tc6-c2
Der andre wird allmählich wach
und knurrt:Da3-g3:Schach!
Der erste,weiter nicht erregt,
Starrt vor sich hin und überlegt.
Dann plötzlich,vor Erstaunen platt,
Seufzt er ein einzig Wörtlein:Matt!
Und die Du hielst für niedre Geister,
Erkennst Du jetzt als hohe Meister!
(Eugen Roth)
herbi - 21. Nov '04
Ja, dazu noch ein Gedicht:
Trauriger Fall
Ein Mensch, der manches liebe Jahr
mit seinem Weib zufrieden war,
dann aber plötzlich Blut geleckt hat,
denkt sich "Varietas delectat-"*
und schürt sein letztes schwaches Feuer
zu einem wilden Abenteuer.
Jedoch bemerkt er mir Erbosen,
dass seine alten Unterhosen
ausschließlich ehelichen Augen
zur Ansicht, vielmehr Nachsicht, taugen
und dass auch seine alten Hemden
ein fremdes Weib noch mehr befremden,
dass, kurz, in Hose, Hemd und Socken
er Welt und Halbwelt nicht kann locken.
Der Mensch, der innerlich noch fesche,
nimmt drum, mit Rücksicht auf die Wäsche,
endgültig Abschied von der Jugend
und macht aus Not sich eine Tugend.
(Eugen Roth)
* Die Verschiedenheit erfreut
Trauriger Fall
Ein Mensch, der manches liebe Jahr
mit seinem Weib zufrieden war,
dann aber plötzlich Blut geleckt hat,
denkt sich "Varietas delectat-"*
und schürt sein letztes schwaches Feuer
zu einem wilden Abenteuer.
Jedoch bemerkt er mir Erbosen,
dass seine alten Unterhosen
ausschließlich ehelichen Augen
zur Ansicht, vielmehr Nachsicht, taugen
und dass auch seine alten Hemden
ein fremdes Weib noch mehr befremden,
dass, kurz, in Hose, Hemd und Socken
er Welt und Halbwelt nicht kann locken.
Der Mensch, der innerlich noch fesche,
nimmt drum, mit Rücksicht auf die Wäsche,
endgültig Abschied von der Jugend
und macht aus Not sich eine Tugend.
(Eugen Roth)
* Die Verschiedenheit erfreut
dergaertnerwars - 21. Nov '04
Au weiaaah, der arme Mann war wohl verheiratet, denn anders kann ick mir das nicht erklären? Doch eines ist sicher, sowie der faule Kompromiss gemacht, die Liebe wird nicht lange währen, der Mann zum Hansel degradiert, wird ausgelacht.))
Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden