Schach

Bitte um Einpflegung von Grobs Angriff

Tschechov - 09. Jan '24
Bei chessmail werden in der Übersicht der gespielten Partien stets die gängigen Eröffnungen, bspw. Damengambit, Französisch, Spanisch usw., angegeben. Wenn ich richtig unterrichtet bin, ist Bedingung für Angabe der Eröffnung bei chessmail ihre Darstellung bei Wikipedia. Da Grobs Angriff - 1. g4 ... - über einen entsprechenden Eintrag verfügt, bitte ich darum, diese Eröffnung hier bei cm einzupflegen. Sie kommt nicht häufig vor, zugegeben, aber darin sehe ich kein Gegenargument.
Vabanque - 09. Jan '24
Grobs Angriff kommt wirklich nicht häufig vor, und gilt auch nicht als empfehlenswert, außer als Überraschungswaffe, vor allem im Blitz. 1. g4 hinterlässt gleich am Königsflügel deutliche Schwächen.
Weiß spielt auf das Gambit 1. g4 d5 2. Lg2 Lxg4 3. c4 c6 4. Db3 (oder auch zuerst 4. cxd5 und dann Db3), aber erstens muss Schwarz nicht so antworten. und zweitens erlangt Schwarz auch dann Vorteil, wenn er auf diese weiße Spielweise eingeht.
a2a3 - 09. Jan '24
Die Anderssen-Eröffnung (1. a3) wird auch nicht erkannt 😯
Vabanque - 09. Jan '24
Und die Amar-Eröffnung 1. Sh3 auch nicht.
Tschechov - 09. Jan '24
@ Vabanque: Ist mir bei 2195 beendeten Partien auch erst zweimal untergekommen und beide Male habe ich dann mit Schwarz gewonnen. Allerdings hat Sf Lasker1965 das mal mit Zugumstellung gegen mich gespielt und mich so aus der Fassung gebracht, daß ich die Partie verlor.
a2a3 - 09. Jan '24
Habe schon wieder was dazu gelernt, Vabanque 👍

Im Netz ist folgendes zu finden:

Die Ammoniak-Eröffnung basiert auf der chemischen Formel von Ammoniak (NH3) und der Tatsache, dass Ammoniak, wie diese Eröffnung, "stinkt". Andere Bezeichnungen für diese Eröffnung sind Amar-Eröffnung, Pariser Eröffnung und Betrunkene-Springer-Eröffnung.
toby84 - 09. Jan '24
https://de.wikipedia.org/wiki/Unregelm%C3%A4%C3%9Fige_Er%C3%B6..

Sh3 wird hier als amar-eröffnung gelistet.
letztendlich muss shaack wissen, ob er solche ausnahmevarianten in seine eröffnungsliste einpflegen will.
Vabanque - 09. Jan '24
Ich kenne 1. Sh3 auch nur als Amar-Eröffnung, bei den anderen Namen habe ich jetzt etwas dazu gelernt, obwohl es sich dabei wohl eher um Spaßnamen handelt😉
Vabanque - 09. Jan '24
In dem Wikipedia-Link werden gut spielbare (Orang-Utan, Larsen, Königsfianchetto) und völlig absurde Eröffnungen über einen Kamm geschoren😐
toby84 - 09. Jan '24
da steht ja auch nirgendwo, dass die seite schlechte eröffnungen abhandelt. sie handelt selten gespielte eröffnungen ab.
Vabanque - 09. Jan '24 Bearbeitet
Wobei 'selten' ein dehnbarer Begriff ist. Die absurden Eröffnungen werden schon noch ein ganzes Stück seltener gespielt als die anderen. Vincent Keymer meinte in dem Fernseh-Interview ja schon bei 1. f2-f4 (womit die Moderatorin eröffnete), dies sei 'sehr selten', und wusste darauf auch erstaunlicherweise nichts Rechtes (kommt wohl in seinem Repertoire nicht vor, also Leute, gegen Keymer unbedingt 1. f4 spielen, um ihn aus seiner Vorbereitung zu werfen!), und jetzt kommt 1. f4 in der Wikipedia-Liste gar nicht mal vor. Dabei werden 1. g3 und 1. b3 sogar noch häufiger gespielt als 1. f4 (laut Datenbank chesstempo.com).

(Edit: Berichtigung)
Alapin2 - 09. Jan '24
Wiki-Liste ohne 1) f4!?... Geht garnicht!!!
Bird, Tartakower, Larsen.... und Alapin2 (remis gegen Karsten Müller, damals noch kein GM).😁😜😀
Ist die Listung nicht egal? Wenn ich e4 e5 Sc3 Sf6 Sf3 Sc6 d4 spiele, steht da auch immer "Wiener Partie".
Vabanque - 09. Jan '24
Ja, durch Zugumstellung entstandene Eröffnungen werden nicht berücksichtigt. In deinem Beispiel bleibt es nach 1. e4 e5 2. Sc3 bei der Anzeige von 'Wiener Partie', ganz egal, was später noch draus wird (in diesem Fall ein Schottisches Vierspringerspiel).

Man kann z.B. ja auch über 1. e4 Sc6 2. Sf3 e5 3. Lb5 Spanisch (und mit 3. Lc4 Italienisch) erreichen, trotzdem beharrt das System auf 'Nimzowitsch'.
toby84 - 10. Jan '24
"Wiki-Liste ohne 1) f4!?... Geht garnicht!!!
Bird, Tartakower, Larsen.... und Alapin2 (remis gegen Karsten Müller, damals noch kein GM).😁😜😀"

ich habe mich einmal im leben für die bayerische jugendeinzelmeisterschaft qualifiziert (um dort wenig erfolg zu haben). aber zufällig bin ich im selben zug heimgefahren wie der bayerische meister, und der war damals zumindest der meinung, dass 1. f4 ein ganz schlechter zug ist 😉

hat tartakower nicht prinzipiell gerne abenteuerliches zeug gespielt? ^^ zumindest steht in obiger wiki-liste unter der amar-eröffnung:

"Hier gibt es eine Gambit-Variante dieser Eröffnung, die das Pariser Gambit genannt wird. Es ist jedoch sehr zweifelhaft, da nach seiner Zugfolge 1. Sg1–h3?! d7–d5 2. g2–g3 e7–e5 3. f2–f4?! Schwarz nicht nur das Zentrum, sondern nach 3. … Lc8xh3 4. Lf1xh3 e5xf4 5. 0–0 f4xg3 6. h2xg3 auch einen gesunden Mehrbauern besitzt (so gespielt zuerst in einer Partie Tartakower-Lilienthal, Paris 1933)."
Vabanque - 10. Jan '24 Bearbeitet
>>aber zufällig bin ich im selben zug heimgefahren wie der bayerische meister, und der war damals zumindest der meinung, dass 1. f4 ein ganz schlechter zug ist 😉
<<

Das stimmt natürlich so nicht, kann gar nicht stimmen, denn dann wäre ja auch Holländisch (1. d4 f5 bzw. 1... f5 nach anderen weißen Zügen wie 1. c4 oder 1. Sf3) eine ganz schlechte Eröffnung für Schwarz. Mit 1. f4 spielt Weiß Holländisch mit vertauschten Farben und einem Mehrtempo (das freilich schwer auszunutzen ist).

Lasker hat seine berühmte Partie gegen Bauer (das ist die mit dem doppelten Läuferopfer) mit 1. f4 eröffnet, und nicht nur Tartakower (der ja angeblich 'schräges Zeug' spielte, bloß merkwürdigerweise oft mit Erfolg) hat gerne 1. f4 eröffnet, sondern auch Larsen, der damit eine berühmte Partie gegen Spassky (und der war nicht bloß der Mann, der gegen Fischer verlor!) gewann. Auch Kramnik spielte gelegentlich 1. f4. Hübner spielte gegen Pomar zwar nicht im ersten Zug f4, aber nach 3 Zügen wurde es dann doch ein 'Leningrad Bird', d.h. die holländische Leningrad-Variante (warum ist die eigentlich nicht schon längst in St. Petersburg-Variante umgetauft?) mit vertauschten Farben (f4 und g3).
toby84 - 10. Jan '24
mit d4 f5 hast du doch eine ganz andere festlegung als mit f4. das lässt sich also nicht unbedingt direkt vergleichen. grundsätzlich kann man wohl mit absolut jeder eröffnung gewinnen, besonders wenn sie den gegner in unerwartete konstellationen zwingt und man selbst sich darin auskennt und der gegner nicht. aber das ist ja alles nicht die frage, sondern wie shaack entscheiden kann, welche eröffnungen es einzupflegen lohnt und welche nicht. ich kann es durchaus nachvollziehen, dass er sich einfach daran orientiert, was er auf wikipedia findet, und dass er "ungewöhnliche eröffnungen" nach dessen definition weglässt.
Vabanque - 10. Jan '24
Auf 1. f4 ist aber auch d5 die weitaus häufigste Antwort, und damit hat man tatsächlich Holländisch mit vertauschten Farben. Lässt sich denn mit einem anderen Antwortzug auf 1. f4 die vermeintliche Schwäche dieses Anfangszuges besser ausnutzen? Man hat es mit 1. f4 e5 (Froms Gambit) versucht, aber bei beiderseits korrektem Spiel sind die Chancen laut Theorie wohl ziemlich ebenbürtig, eine Widerlegung ist das also keinesfalls. Psychologisch (wenn auch nicht objektiv) ist es vielleicht am besten, auf 1. f4 mit Sf6, c5 oder g6 zu antworten, um den Weißen über die weiteren Pläne noch im Unklaren zu lassen. Aber irgendwelche Schwierigkeiten macht man Weiß damit natürlich dann auch nicht.

Im Übrigen erkennt chessmail ja 1. f4 als 'Bird-Eröffnung'.
Vabanque - 10. Jan '24
>>aber das ist ja alles nicht die frage, sondern wie shaack entscheiden kann, welche eröffnungen es einzupflegen lohnt und welche nicht. ich kann es durchaus nachvollziehen, dass er sich einfach daran orientiert, was er auf wikipedia findet, und dass er "ungewöhnliche eröffnungen" nach dessen definition weglässt.<<

Und in dieser Frage ist das von Alapin angesprochene Problem sowieso das größere, nämlich dass durch Zugumstellung entstandene Eröffnungen vom System nicht als solche erkannt werden.
Grobs Angriff zu implementieren (was ja das Anliegen des Threads war), dürfte programmiertechnisch geringen Aufwand bieten (vermute ich zumindest mal), aber wenn etwas ein 'schlechter Eröffnungszug' ist, dann jedenfalls viel eher 1. g4 als 1. f4.

Unter den 'ungewöhnlichen' Eröffnungen bei Wikipedia befinden sich ja auch solche, die ganz bestimmt nicht schlecht sind, nur aber deswegen kaum selbständige Bedeutung haben, da sie fast immer in andere Eröffnungssysteme übergehen, z.B. d3, e3 oder c3. Z.B. führt 1. d3 oft zum Königsindischen Angriff, der aber - da durch Zugumstellung entstanden - dann wieder nicht erkannt wird.
shaack - 10. Jan '24 Bearbeitet
Hier die Gesamtliste als Download:
https://www.chessmail.de/downloads/cm2_game_openings.xlsx

Einfach mit Excel bearbeiten, Änderungen markieren und mir zusenden, an chessmail.support@gmail.com

Wichtig ist, dass genau diese Art der Notation eingehalten wird. Beispiel:
Caro-Kann, e2e4c7c6
Damengambit, d2d4d7d5c2c4

Manche Eröffnung können auch mehrere Pfade haben.

Danke schonmal! shaack
toby84 - 10. Jan '24 Bearbeitet
"Manche Eröffnung können auch mehrere Pfade haben."

sprich: es gibt dann beispielsweise zwei einträge für "spanische_partie", oder wird das anders eingetragen? und längere zugfolgen werden bevorzugt, so dass die wiener partie noch etwas anderes werden kann?
shaack - 10. Jan '24 Bearbeitet
Ja genau, mehrere Einträge. In der Excel ist das z.B. bei Benoni-Verteidigung, Wolga-Gambit und Nimzowitsch-Indische_Verteidigung so. Und richtig, längere Zugfolgen werden bevorzugt. Englische_Eröffnung (c2c4) wird später eventuell zu Damenindische_Verteidigung (c2c4g8f6d2d4e7e6g1f3b7b6) etc.
toby84 - 10. Jan '24 Bearbeitet
na dann tobt euch mal aus, ihr wiener partie-sanen 🙂

das hier ist übrigens wieder so ein thread, von dem man sich wünschen würde, dass er irgendwie markiert werden kann, da auch in zukunft relevant.

#chessmail_funktionalität 🙃
Vabanque - 10. Jan '24
>>wiener partie-sanen<<

Schönes Wortspiel😉Das wären aber dann die, die 'gesunde' Partien spielen😁
Vabanque - 10. Jan '24
>>Englische_Eröffnung (c2c4) wird später eventuell zu Damenindische_Verteidigung (c2c4g8f6d2d4e7e6g1f3b7b6) etc.<<

Oder Übergang zu anderen indischen Systemen. Aus dem reinen 1. c4 kann wirklich noch alles Mögliche werden. Das eigentliche 'Englisch' ist wohl nur 1. c4 e5 (manchmal auch Bremer Partie genannt) oder 1. c4 c5 (Symmetrievariante).