Schach
Die größten Partien der Schachgeschichte
Kellerdrache - 18. Jun '18
Nachdem es ja einen Thread gibt indem es um die besten Spieler aller Zeiten geht, möchte ich hier einen eröffnen der sich ihren Schöpfungen widmet. Objektive Kriterien gibt es ja hier so gut wie keine, aber es würde mich schon interessieren welche Partien euch so richtig beeindruckt haben.
Natürlich gehe ich mit gutem Beispiel voran und nenne euch meine zwei Beispiele:
1. Rubinstein - Rotlewi. Positionelle Schönheit, das stärkste Läuferpaar der Schachgeschichte und brilliante Kombinationen in einer einzigen Begegnung.
2. Karpov-Kasparov. Die Partie mit dem Kraken-Springer, der das komplette Spiel lahmlegt
Natürlich gehe ich mit gutem Beispiel voran und nenne euch meine zwei Beispiele:
1. Rubinstein - Rotlewi. Positionelle Schönheit, das stärkste Läuferpaar der Schachgeschichte und brilliante Kombinationen in einer einzigen Begegnung.
2. Karpov-Kasparov. Die Partie mit dem Kraken-Springer, der das komplette Spiel lahmlegt
Tschechov - 18. Jun '18
@Rubinstein-Rotlewi: Habe ich mir gerade angesehen. Beeindruckend, vor allem das Finishing.
Vabanque - 18. Jun '18
Hm, ich hab mal angefangen, eine Liste zu machen, aber die wurde dann viel zu lang, und ich möchte ja auch nicht bloß die Partien hinschreiben, sondern zumindest so wie Kellerdrache eine Kurzcharakteristik der Partie dazuschreiben.
Rotlewi - Rubinstein (so herum, denn Rubinstein hatte Schwarz) wäre schon auch ein Kandidat bei mir.
Die 'Krakenspringerpartie' ist natürlich schon sehr eindrucksvoll und außerdem schachhistorisch bemerkenswert, und ich weiß natürlich, dass sie häufig unter die besten Partien aller Zeiten gerechnet wird, aber ich finde, es gibt etliche schönere Partien von Kasparov, wo auch sein schillernder Stil besser zur Geltung kommt (z.B. natürlich die gegen Topalov (1999) mit der Königsjagd bis auf die weiße Grundreihe). Die 'Krakenpartie' ist mehr so eine Art Erdrückungsschach, was gar nicht richtig zu Kasparov passt.
Rotlewi - Rubinstein (so herum, denn Rubinstein hatte Schwarz) wäre schon auch ein Kandidat bei mir.
Die 'Krakenspringerpartie' ist natürlich schon sehr eindrucksvoll und außerdem schachhistorisch bemerkenswert, und ich weiß natürlich, dass sie häufig unter die besten Partien aller Zeiten gerechnet wird, aber ich finde, es gibt etliche schönere Partien von Kasparov, wo auch sein schillernder Stil besser zur Geltung kommt (z.B. natürlich die gegen Topalov (1999) mit der Königsjagd bis auf die weiße Grundreihe). Die 'Krakenpartie' ist mehr so eine Art Erdrückungsschach, was gar nicht richtig zu Kasparov passt.
Vabanque - 18. Jun '18
Die von SF hetral in dem anderen Thread (größte Spieler aller Zeiten) erwähnte Partie
Steinitz - v. Bardeleben, 1895
gehört natürlich auch hierher.
Man kann Steinitz mögen oder auch nicht (ich zähle mich eher zu den letzeren), aber diese Partie ist auch heute noch verblüffend: ein ungedeckter Turm, der etliche Züge lang auf der 7. Reihe wütet und nie geschlagen werden kann, weil sonst schnelles Matt oder Damenverlust erfolgen würde ... und am Ende erfolgt das Matt dann auch so (ob Schwarz den Turm nimmt oder nicht).
Hierher gehört ganz bestimmt auch die Partie
Botwinnik - Capablanca, AVRO 1938.
Hier spielt Botwinnik unter Aufgabe seines Damenflügels auf Königsangriff, und der Clou ist eine Kombination, die mit einem Ablenkungsopfer am Damenfllügel beginnt, um dann mit einem weiteren Opfer am Königsflügel die Entscheidung herbeizuführen, wobei Botwinnik noch berechnen musste, dass sein König sich den Schachgeboten durch die schwarze Dame durch die Flucht nach vorn (im wahrsten Sinne des Wortes) entziehen kann.
Von den Partien aus neuerer Zeit sind die von mir oben schon erwähnte Partie
Kasparov - Topalov 1999 (mit der Königsjagd übers ganze Brett)
und
Anand - Topalov (4. Matchpartie der WM in Sofia 2010, die für ein WM-Match überhaupt ungewöhnlich reich an inhaltsreichen und spannenden Partien war)
herausragend.
Steinitz - v. Bardeleben, 1895
gehört natürlich auch hierher.
Man kann Steinitz mögen oder auch nicht (ich zähle mich eher zu den letzeren), aber diese Partie ist auch heute noch verblüffend: ein ungedeckter Turm, der etliche Züge lang auf der 7. Reihe wütet und nie geschlagen werden kann, weil sonst schnelles Matt oder Damenverlust erfolgen würde ... und am Ende erfolgt das Matt dann auch so (ob Schwarz den Turm nimmt oder nicht).
Hierher gehört ganz bestimmt auch die Partie
Botwinnik - Capablanca, AVRO 1938.
Hier spielt Botwinnik unter Aufgabe seines Damenflügels auf Königsangriff, und der Clou ist eine Kombination, die mit einem Ablenkungsopfer am Damenfllügel beginnt, um dann mit einem weiteren Opfer am Königsflügel die Entscheidung herbeizuführen, wobei Botwinnik noch berechnen musste, dass sein König sich den Schachgeboten durch die schwarze Dame durch die Flucht nach vorn (im wahrsten Sinne des Wortes) entziehen kann.
Von den Partien aus neuerer Zeit sind die von mir oben schon erwähnte Partie
Kasparov - Topalov 1999 (mit der Königsjagd übers ganze Brett)
und
Anand - Topalov (4. Matchpartie der WM in Sofia 2010, die für ein WM-Match überhaupt ungewöhnlich reich an inhaltsreichen und spannenden Partien war)
herausragend.
Kellerdrache - 19. Jun '18
Ich war mit meinen zwei Partien etwas sparsam. Vermutlich werden mir jeden Tag neue einfallen. Hier erstmal zwei neue Beispiele.
1. Reti-Aljechin. Aljechin beginnt den Angriff auf die Fianchetto-Stellung recht herkömmlich und Reti verteidigt sich findig. Dann aber geht er in der Flut taktischer Verwicklungen unter
2. Robert Byrne-Fischer. Ein Opfer wie aus heiteren Himmel. Der Angriff wird dann mit Fischers gnadenloser und fehlerfreier Konsequenz zu Ende geführt.
1. Reti-Aljechin. Aljechin beginnt den Angriff auf die Fianchetto-Stellung recht herkömmlich und Reti verteidigt sich findig. Dann aber geht er in der Flut taktischer Verwicklungen unter
2. Robert Byrne-Fischer. Ein Opfer wie aus heiteren Himmel. Der Angriff wird dann mit Fischers gnadenloser und fehlerfreier Konsequenz zu Ende geführt.
Vabanque - 19. Jun '18
Diese zwei Partien waren neulich auch auf meiner zu langen Liste, die ich nicht gepostet habe :)
Nun ist mir aufgefallen, dass die beiden neuzeitlichen Partien, die ich gestern genannt habe, beide von Topalov verloren wurden.
In der Tat ist auch bei anderen großen Partien der neueren Schachgeschichte Topalov der Leidtragende, z.B. bei berühmten Niederlagen gegen Kramnik, Anand und Ivantschuk.
'Warum verliert er auch immer so schön?' könnte man jetzt ausrufen!
Aber Topalov hat schon auch selber ein paar Partien zu bieten, die unter die ganz großen Partien gerechnet werden dürfen:
- Topalov vs Aronian, Wijk an Zee 2006, wo er mit einem Qualitäts- und anschließendem Figurenopfer das gegnerische Zentrum aufbricht und dann mit einer kompakten Bauernmasse im Zentrum vorschreitet
- Topalov vs Kramnik, Wijk an Zee 2008, die Partie mit DEM Springeropfer auf f7, also dem vielleicht berühmtesten Springeropfer auf f7 der Schachgeschichte
Beide Partien waren bereits in den Kommentierten Spielen zu sehen, wie übrigens auch die von SF Kellerdrache erwähnte Partie Réti - Aljechin, Baden Baden 1925.
Nun ist mir aufgefallen, dass die beiden neuzeitlichen Partien, die ich gestern genannt habe, beide von Topalov verloren wurden.
In der Tat ist auch bei anderen großen Partien der neueren Schachgeschichte Topalov der Leidtragende, z.B. bei berühmten Niederlagen gegen Kramnik, Anand und Ivantschuk.
'Warum verliert er auch immer so schön?' könnte man jetzt ausrufen!
Aber Topalov hat schon auch selber ein paar Partien zu bieten, die unter die ganz großen Partien gerechnet werden dürfen:
- Topalov vs Aronian, Wijk an Zee 2006, wo er mit einem Qualitäts- und anschließendem Figurenopfer das gegnerische Zentrum aufbricht und dann mit einer kompakten Bauernmasse im Zentrum vorschreitet
- Topalov vs Kramnik, Wijk an Zee 2008, die Partie mit DEM Springeropfer auf f7, also dem vielleicht berühmtesten Springeropfer auf f7 der Schachgeschichte
Beide Partien waren bereits in den Kommentierten Spielen zu sehen, wie übrigens auch die von SF Kellerdrache erwähnte Partie Réti - Aljechin, Baden Baden 1925.
Kellerdrache - 20. Jun '18
Ja, es gibt ein paar Spieler die wirklich auffällig viele 'schöne' Niederlagen produziert haben. Neben Topalov fallen mir da noch Bogoljubow (z.B. gegen Aljechin und Reti) und Shirov (gegen Polgar und Ivantschuk) ein.
Vabanque - 20. Jun '18
Ja stimmt, Bogoljubows Niederlagen sind tatsächlich viel bekannter als seine (teils ja ebenfalls recht schönen!) Siege.
Shirov dürfte für seine Siege aber trotzdem bekannter sein als für seine Niederlagen :)
Tartakower ist auch noch so ein Fall mit auffallend vielen schönen Niederlagen.
Nimzowitsch, Marshall, Janowski haben auch viele schöne Niederlagen produziert, etliche davon allerdings gegen Größen wie Aljechin, Lasker und Capablanca.
Nakamura scheint in der Gegenwart so ein Fall zu sein, wo die Niederlagen berühmter wurden als die Siege, obwohl es von ihm so einige richtig schöne Siege gibt.
Shirov dürfte für seine Siege aber trotzdem bekannter sein als für seine Niederlagen :)
Tartakower ist auch noch so ein Fall mit auffallend vielen schönen Niederlagen.
Nimzowitsch, Marshall, Janowski haben auch viele schöne Niederlagen produziert, etliche davon allerdings gegen Größen wie Aljechin, Lasker und Capablanca.
Nakamura scheint in der Gegenwart so ein Fall zu sein, wo die Niederlagen berühmter wurden als die Siege, obwohl es von ihm so einige richtig schöne Siege gibt.
Vabanque - 20. Jun '18
Oh Mann, wenn ich mir meinen letzten Beitrag so durchlese, muss ich ja lauthals lachen, wie oft da von 'schönen (!) Niederlagen' geschrieben wird :))
ketchuplover - 20. Jun '18
Donald Byrne v. Bobby Fischer 1956 "Game of the Century" . Botvinnik reportedly said "We will have to start keeping an eye on this boy" see it at ajschess.com/lifemasteraj/byrne-fisch_1.html
Anderssen v. Dufresne 1852 The Evergreen Partie "You can see the hand of a master "-Paul Morphy view it at chessgames.com/perl/chessgame?gid=1018961&kpage=
Anderssen v. Dufresne 1852 The Evergreen Partie "You can see the hand of a master "-Paul Morphy view it at chessgames.com/perl/chessgame?gid=1018961&kpage=
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