Schach

10 dumme Wege ein Schachspiel zu verlieren

Mikrowelle - 26. Aug '18
chess.com/article/view/the-10-silliest-ways-to-lose-a-chess-game

FM LuisFSiles

1. Das Handy klingelt: Ruslan Ponomariov verliert daher während 2003 European Championship, als diese Regel kurz eingeführt war. Lustig daran: Er hatte Geburtstag und es war der Fide Präsident, der in anrief um ihm zu gratulieren.

2. Bemerkungen auf der dem Notationsformular: Wesley So verliert gegen Akobian einen ganzen Punkt, weil er sich selbst motivierende Kommentare zufügt.

3. Handschlag verweigern:GM Ivan Cheparinov gegen GM Nigel Short. Cheparinov verweigert zweimal Shorts Angebot. Nach Protest von Short lässt er sich dazu herab, um nicht vorzeitig den Punkt zu verlieren.

4. Die Zeitvorgaben des Turniers nicht zu kennen: Carlsen kommt in der ersten Runde des Norway Chess 2015 etwas spät und bekommt daher die Ansage zu den Zeitkontrollen nicht mit. So spielt er im Glauben nach dem 60. Zug einen weiteren Zeitaufschlag zu erhalten und vergeigt eine komplett gewonnene Partie gegen Topalov wegen Zeitüberschreitung.

5. Betrunken: Im stark besetzten Kalkutta Open 2009 setzt sich ein sehr starker europäischer GM und ehemaliger Europameister deutlich unter dem EInfluss von Alkohol stehend ans Brett, schläft mehrfach ein und verliert am Ende durch Zeitüberschreitung.

6. Dresscode nicht beachtet: GM Anton Kovalyov verlässt den 2017 FIDE World Cup, weil der Schiedsrichter nicht nur seine Shorts bemängelte sondern angeblich auch zu ihm sagte: Du siehst aus wie ein Zigeuner.

7. Auf den falschen Button klicken: Geht nur im Online Chess: Nakamura-Hou Yifan klickt bei den Speed Championships auf den "Aufgeben" Knopf anstatt des "Remis anbieten" Die Zuschauer waren geschockt aber Yifans Reaktion war nicht minder heftig. (Bei Chessmail geht so etwas durch die Nachfragefunktion nicht so einfach)

8. Du denkst du stehst total auf Verlust, aber in Wirklichkeit.....

9. Ein Madonna Konzert besuchen. Bei den offenen holländischen Meisterschaften 1990 wurden folgende Züge gespielt:1. e4 f6 2. d4 g5 3. Qh5# 1-0. Die eigentliche Story dahinter:Der Verlierer, mittlerweile Pressechef des Wijk an See Turniers, hatte Karten für das Madonna Konzert und wollte dies nicht verpassen.

10. Den schlechtesten Zug spielen. (Dame herschenken, Matt in eins übersehen usw.)
Tschechov - 26. Aug '18
Punkt 10 dürfte den meisten hier bekannt vorkommen...
Voyaman - 26. Aug '18
Schöner Artikel ! :)
freak40 - 26. Aug '18
:-))

Schön, gefällt mir
Schlafabtausch - 28. Aug '18
pUnk 4 kann ich nciht nachvollziehen: Ok, er hat die ansage nicht mitbekommen..aber die Regeln werden doch vorher irgendwo schriftlich festgehalten worden sein...es müsste doch zur Grundlage eines Jeden sportlers gehören diese vorab zu studieren, also auch die konkreten >Turnierregeln, in welche die zeit festgelegt ist.
toby84 - 28. Aug '18
Naja normalerweise genügt es, einen groben Rahmen zu kennen. Ich denke nicht, dass es notwendig ist, sich mental darauf vorzubereiten, ob insgesamt 180 oder 210 Minuten gespielt werden. Das gilt es erst während des Spieles selbst zu berücksichtigen. Nachdem es in Unterfranken neue Richtlinien zur Zeitkontrolle mit Inkrement gab, kamen selbst nach zwei Runden noch Spieler vor dem Spiel zum Spielführer, um zu fragen, wie genau das jetzt nochmal mit der Zeitkontrolle war ;)

Wenn wir also annehmen, dass Carlsen die Rahmenbedingungen grob gelesen hat und dass er nicht beabsichtigte, zu spät zum Turnier zu erscheinen, hatte er die 210 vielleicht noch von einem ähnlichen Turnier im Kopf und hielt es deshalb nicht für nötig, nochmal gezielt nachzufragen. Die 210 sind übrigens ein von mir angenommener Wert auf Basis der üblichen Zeiten in den von mir gespielten Ligen.
Kaffeejunkie - 29. Aug '18
5.... ich bin weder GM noch Europameister, überhaupt habe ich nur mit geschlossenen Augen über punkt 10 nachgedacht :-P
Schlafabtausch - 30. Aug '18
Aber wenn er es eben nicht für nötig hielt oder die Zeit nur ungenau kannte, dann war das doch genauso eine ungenaue Vorbereitung, wie alles andere sonst auch wäre. Wie gesagt, ist man dann ja selbst schuld.
Vabanque - 30. Aug '18
Ein 'Kaffeejunkie' wird aber niemals am Brett einschlafen, sondern höchstens nicht durch die Dopingkontrolle (Punkt 11, der oben fehlt) kommen, da er zu viel Koffein im Körper hat :-)
toby84 - 30. Aug '18
@Schlafabtausch: spielst du denn reale Turniere? Inwiefern beeinflusst das Wissen über die genauen Bedenkzeiten deine Vorbereitung? Ich kann das einfach noch nicht richtig nachvollziehen.

Für mich ist der genaue Modus etwas, das er auch einfach nochmal hätte erfragen können, als er am Spiellokal ankam. Turniervorbereitung ist etwas, was deutlich vor Turnierbeginn passieren muss, wie eine gezielte Verbesserung der Spieltechnik, eine Analyse der Spielweise der Gegner und Anpassung an diese,...
Schlafabtausch - 10. Sep '18
Ja spiele ich. Naja, ist ja schonmal ein unterschied ob geblitzt wird oder Langschach gespeitl wird, also muss man sich schon um die Bedenkzeit kümmern..bei Blitzpartien kann man evtl. andere Eröffnungen spielen als bei langen etc...Auf so einem Level wie der Herr Carlsen spielt kommt mit Sicherheit auch noch dazu: anreise planen, Zeitpuffer, Essenpausen planen usw.

Ob man nun 20 oder 30 Minuten Zeit hat etc...als Sportler hat man die regeln zu kennen, also auch die Turnierregeln, wie will man sich sonst drann halten?

Natürlich reicht eine UNGEFÄHRE Zeitvorstellung, das ist aber eben auch nur eine UNGEFÄHRE vorbereitung. Schach ist ein Präzisionssport, man muss nämlich in jedem Zug nicht irgendeine Antwort finden, sondern genau DIE eine Richtige..und das unter Zeitdruck. Und sowas gehört halt auch zur Präzision. Jedenfalls auf so einem Level kann ich das nicht nachvollziehen.
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