Schach
Carlsen kann verlieren
Vabanque - 30. Aug '19
Natürlich wieder mal mein 'Spezialfreund' Ulrich Stock ;-)
Übrigens, gegen so einen genialen Spieler wie Ding Liren zu verlieren, ist auch für einen Carlsen keine Schande ...
Übrigens, gegen so einen genialen Spieler wie Ding Liren zu verlieren, ist auch für einen Carlsen keine Schande ...
Bluemax - 30. Aug '19
... von Ding Liren wird man noch hören ... , schreibt der Autor ? :-))
Immerhin ist er die aktuelle Nr. 3 der Welt !
Wie Gustafsson und Rabiega andernorts anmerkten, ist es auch Ding's erstes
wirklich großes Turnier das er gewonnen hat.
Ich gönne es ihm und hoffe er bekommt bald eine Chance auf ein WM- Match.
Immerhin ist er die aktuelle Nr. 3 der Welt !
Wie Gustafsson und Rabiega andernorts anmerkten, ist es auch Ding's erstes
wirklich großes Turnier das er gewonnen hat.
Ich gönne es ihm und hoffe er bekommt bald eine Chance auf ein WM- Match.
Vabanque - 30. Aug '19
Ich hoffe auch darauf, denn das gäbe wahrscheinlich interessantere Partien als gegen die Sicherheitsstrategen Karjakin bzw. Caruana :-)
Vabanque - 30. Aug '19
Eine Partie von Ding Liren habe ich vorigen Monat in den Kommentierten Spielen vorgestellt:
/forum/topic.html?key=13e28b32086a42c1&sv=8
Ein weiterer Sieg Dings (gegen Aronian) war von mir in Planung gewesen, aber das Interesse an den kommentierten Spielen ist z.Zt. offenbar nicht so groß, dass sich dies lohnen würde.
/forum/topic.html?key=13e28b32086a42c1&sv=8
Ein weiterer Sieg Dings (gegen Aronian) war von mir in Planung gewesen, aber das Interesse an den kommentierten Spielen ist z.Zt. offenbar nicht so groß, dass sich dies lohnen würde.
freak40 - 30. Aug '19
@ Vabanque
Völlig daneben!
Ich freue mich immer sehr, wenn was veröffentlich wird.
Dank guter (kluger) Kommentierung ist es ein Genuß plus Lerneffekt....bei mir eigentlich hoffnungslos.....seufz....
Wenn du was auf Lager hast: Her damit :-)
Völlig daneben!
Ich freue mich immer sehr, wenn was veröffentlich wird.
Dank guter (kluger) Kommentierung ist es ein Genuß plus Lerneffekt....bei mir eigentlich hoffnungslos.....seufz....
Wenn du was auf Lager hast: Her damit :-)
duennbraddel - 30. Aug '19
Ren Dingli oder Liren Ding (kann mir den Namen nie so genau merken) spielt jedenfalls auf ganz hohem Niveau. Cheapeau. Eine Frage noch von mir an die zahlreischen Sinolgen hier: Wie spricht man ihn im chinesischen Sportfernsehen aus? Ding Lilen? ;-)
Vabanque - 30. Aug '19
Ding ist jedenfalls der Nachname. Die Chinesen stellen den Vornamen immer nach. Das haben sie mit den Schweizern gemeinsam :-)
Mikrowelle - 30. Aug '19
Das ist bei uns im Rheinland genauso. Schmitte Pitter, Müllers Wern, Bauers Herm und Schmitze Ferd lassen grüßen.
Schlafabtausch - 18. Sep '19
Ich spiele wie CARLSEN! Ich kann nämlich auch verlieren!
Vabanque - 18. Sep '19
Ich habe auch schon etliche fette Patzer von Grossmeistern gesehen, die ich selber problemlos auch so hingekriegt hätte ;-)
Schlafabtausch - 19. Sep '19
Ich habe wenignstens noch NIE bei der Schach WM verloren. Und Ich habe überhaupt noch nichtmals jemals gegen eine Großmeister verloren
Famulus - 28. Okt '19
Aber schon lange nicht mehr verloren
Schachweltmeister Magnus Carlsen hat sich einen ganz besonderen Rekord gesichert: Der 28 Jahre alte Norweger blieb zum Abschluss des Turniers auf der Isle of Man in der 101. Partie in Serie ungeschlagen. kicker.de/760751/artikel/schachweltmeister_carlsen_bricht_rekord
Schachweltmeister Magnus Carlsen hat sich einen ganz besonderen Rekord gesichert: Der 28 Jahre alte Norweger blieb zum Abschluss des Turniers auf der Isle of Man in der 101. Partie in Serie ungeschlagen. kicker.de/760751/artikel/schachweltmeister_carlsen_bricht_rekord
Vabanque - 28. Okt '19
Vielleicht hat er ja tatsächlich das Verlieren verlernt, und die Überschrift des Thread stimmt gar nicht mehr? ;-)
Nein, niemand ist unbesiegbar. Capablanca hatte es von 1916 - 1924 geschafft, 8 Jahre lang keine Partie zu verlieren. Und dann passierte es doch mal wieder ... auch diese Superhirne sind nur Menschen und daher fehlbar.
Aber beeindruckend sind diese Leistungen schon.
Nein, niemand ist unbesiegbar. Capablanca hatte es von 1916 - 1924 geschafft, 8 Jahre lang keine Partie zu verlieren. Und dann passierte es doch mal wieder ... auch diese Superhirne sind nur Menschen und daher fehlbar.
Aber beeindruckend sind diese Leistungen schon.
Famulus - 09. Nov '19
Ohne Carlsen geht spiegel.de/sport/sonst/wie-schach-auch-ohne-magnus-carlsen-spa..
Vabanque - 10. Nov '19
Da sieht man mal wieder, wie die Wahrnehmung von Schach in der Öffentlichkeit aussieht. In meiner Jugend kannte man wenigstens noch 2 Spieler, zuerst Karpov und Korchnoi und später Karpov und Kasparov (die wegen ihrer ähnlich klingenden Namen von Nichtschachspielern dann auch noch häufig verwechselt wurden).
Jetzt kennt 'man' offenbar nur noch Carlsen. Wie steht es mit seinen Vorgängern im WM-'Amt', Anand und Kramnik? Werden die in der Öffentlichkeit nicht mehr gewürdigt? Oder wie sieht es mit den engsten Verfolgern von Carlsen aus, also mit Caruana und Ding Liren? Hätten die nicht auch ein Recht darauf, in der Öffentlichkeit wenigstens wahrgenommen zu werden?
Abgesehen davon, dass viele Schachfreunde ihre Lieblingsspieler sowieso nicht nach den Turniererfolgen auswählen, sondern nach dem Spielstil. Lieblingsspieler sind immer diejenigen, deren Partien einem am besten gefallen. Und das muss nicht unbedingt der amtierende Weltmeister sein, und wird es in vielen Fällen auch nicht sein. Trotzdem ist der jeweils amtierende Weltmeister natürlich immer hoch zu achten, allein schon wegen der überragenden sportlichen Leistung.
Nur muss ein Turnier, bei dem Carlsen fehlt, deswegen keineswegs uninteressanter sein, wieso auch?
Die Nachwelt beurteilt die Bedeutung eines Schachturniers durchaus auch nach dem Elo-Schnitt der Teilnehmer, aber nicht ausschließlich. Sondern auch danach, wie viele Partien herauskamen, die in die Schachgeschichte oder gar in die Lehrbücher eingegangen sind. Und das müssen nicht immer die Partien zwischen den Top-Teilnehmern sein.
Jetzt kennt 'man' offenbar nur noch Carlsen. Wie steht es mit seinen Vorgängern im WM-'Amt', Anand und Kramnik? Werden die in der Öffentlichkeit nicht mehr gewürdigt? Oder wie sieht es mit den engsten Verfolgern von Carlsen aus, also mit Caruana und Ding Liren? Hätten die nicht auch ein Recht darauf, in der Öffentlichkeit wenigstens wahrgenommen zu werden?
Abgesehen davon, dass viele Schachfreunde ihre Lieblingsspieler sowieso nicht nach den Turniererfolgen auswählen, sondern nach dem Spielstil. Lieblingsspieler sind immer diejenigen, deren Partien einem am besten gefallen. Und das muss nicht unbedingt der amtierende Weltmeister sein, und wird es in vielen Fällen auch nicht sein. Trotzdem ist der jeweils amtierende Weltmeister natürlich immer hoch zu achten, allein schon wegen der überragenden sportlichen Leistung.
Nur muss ein Turnier, bei dem Carlsen fehlt, deswegen keineswegs uninteressanter sein, wieso auch?
Die Nachwelt beurteilt die Bedeutung eines Schachturniers durchaus auch nach dem Elo-Schnitt der Teilnehmer, aber nicht ausschließlich. Sondern auch danach, wie viele Partien herauskamen, die in die Schachgeschichte oder gar in die Lehrbücher eingegangen sind. Und das müssen nicht immer die Partien zwischen den Top-Teilnehmern sein.
Tschechov - 10. Nov '19
Ich als bald 53jähriger kenne aus meiner Jugend auch nur die von dir genannten K´s (und als Kind natürlich Bobby Fischer; den Nachnamen seines Kontrahenten aus der SU fanden wir als Kinder natürlich zum Brüllen komisch). Ich glaube, das hing aber auch mit der Existenz der Sowjetunion zusammen. Kortschnoi war ja ausgewandert und auch Kasparov galt als nicht linientreu. Schon insofern war mehr Pfeffer in den Duellen.
Vabanque - 10. Nov '19
Mehr politischer Pfeffer meinst du wohl ... womit doch jede Diskussion hier wieder bei der Politik landet ;-)
Turbohans - 10. Nov '19
Das lässt sich bei den beiden (Kasparov und Kortschnoi) wohl nicht vermeiden, dass da etwas Politik dabei ist.
Frei nach dem Motto.... ich mach mir das Forum, so wie ich es will.
Frei nach dem Motto.... ich mach mir das Forum, so wie ich es will.
Vabanque - 10. Nov '19
Für das Aufsehen der WM-Matchs in der Öffentlichkeit sorgt die Politik ... oder der 'Toilettenkrieg' im WM-Match Kramnik-Topalov, der noch unschöner war ... die Bedeutung des Matchs sollte allerdings an der schachlichen Qualität der Partien gemessen werden, und wird es auch. Die WM-Kämpfe zwischen Karpov und Kasparov waren ja auch schachlich auf Top-Niveau, Kortschnoi dagegen brach zweimal gegen Karpov kläglich ein. Schachlich waren diese Duelle wohl mit die schwächsten WM-Kämpfe der Schachgeschichte, und da reißt auch die Politik nichts mehr raus, wenn der eine (Karpov) in Top-Form, der andere (Kortschnoi) in Flop-Form spielt.
Tschechov - 10. Nov '19
Natürlich kann die Politik aus einem schlechten sportlichen Ereignis kein gutes machen. Die Fallhöhe zwischen Erwartung und Wirklichkeit ist dann umso größer. Aber die bizarren Begleitumstände bleiben doch im Gedächtnis, glaube ich zumindest. Wenn ich mich jetzt recht erinnere (damals verfolgte ich noch kein Schach, ich habe das später gelesen), kam es sogar zum Streit über einen der von einem der beiden Kontrahenten (ich glaube, es war Kortschnoi) während des Duelle verzehrten Joghurts. Die andere Seite vermutete, der Joghurt könne eine Botschaft darstellen (also so in dem Sinne von : Ananasjoghurt=Spiel jetzt auf Sieg). Aber wirklich wichtig sind solche Sachen natürlich nicht und daß einem eben sie und nicht der Wettkampf als solcher im Gedächtnis blieben, dürfte deine Einschätzung bestätigen, Vabanque.
Vabanque - 10. Nov '19
Wobei ich noch einmal nachgesehen habe: Meine Erinnerung bezüglich der Ergebnisse war nicht korrekt gewesen. Im ersten Duell 1978 war Kortschnoi tatsächlich gegenüber Karpov nur knapp unterlegen, im zweiten Duell hatte ich es richtig in Erinnerung, da gewann Karpov überlegen mit 6 : 2.
Aber auch aus dem ersten Match sind mir jetzt kaum Partien in Erinnerung, mit Ausnahme der achten, die Karpov mit Weiß in einer Spanischen Partie spektakulär im Angriff gewann. Deswegen hatte ich wohl von dieser einen Partie fälschlich auf den ganzen Wettkampf geschlossen.
Beim WM-Match Spassky-Fischer hat's die Politik ja auch nicht rausgerissen, Spassky spielte überraschenderweise völlig enttäuschend, und das, obwohl er vorher gegen Fischer eine positive Bilanz hatte. Obwohl Fischer natürlich völlig zu Recht den Titel erwarb, ist es für mich nach wie vor unverständlich, warum das Match so oft als das 'WM-Match des Jahrhunderts' bezeichnet worden ist.
Die WM-Kämpfe zwischen Karpov und Kasparov dagegen gingen immer sehr knapp aus, einmal sogar unentschieden, was damals aber dazu führte, dass Kasparov den Titel behielt. Nachdem Kasparov Karpov den Titel einmal abgenommen hatte, konnte Karpov ihn nie wieder zurückerobern, obwohl ihm Kasparov letztlich immer nur um eine winzige Nasenlänge voraus war.
Aber auch aus dem ersten Match sind mir jetzt kaum Partien in Erinnerung, mit Ausnahme der achten, die Karpov mit Weiß in einer Spanischen Partie spektakulär im Angriff gewann. Deswegen hatte ich wohl von dieser einen Partie fälschlich auf den ganzen Wettkampf geschlossen.
Beim WM-Match Spassky-Fischer hat's die Politik ja auch nicht rausgerissen, Spassky spielte überraschenderweise völlig enttäuschend, und das, obwohl er vorher gegen Fischer eine positive Bilanz hatte. Obwohl Fischer natürlich völlig zu Recht den Titel erwarb, ist es für mich nach wie vor unverständlich, warum das Match so oft als das 'WM-Match des Jahrhunderts' bezeichnet worden ist.
Die WM-Kämpfe zwischen Karpov und Kasparov dagegen gingen immer sehr knapp aus, einmal sogar unentschieden, was damals aber dazu führte, dass Kasparov den Titel behielt. Nachdem Kasparov Karpov den Titel einmal abgenommen hatte, konnte Karpov ihn nie wieder zurückerobern, obwohl ihm Kasparov letztlich immer nur um eine winzige Nasenlänge voraus war.
Tschechov - 10. Nov '19
Spassky vs. Fischer: Spassky fiel danach in der Sowjetunion in Ungnade. Er war wohl das, was man in anderen Sportarten (vielleicht ja aber auch im Schach) als trainingsfaul bezeichnet. Solche Duelle hinterlassen immer einen schlechten Nachgeschmack, weil man sich fragt: Wie wäre das Duell wohl ausgegangen, wenn BEIDE Kontrahenten in Topform gewesen wären? Fischer hätte vermutlich trotzdem gewonnen, aber ich könnte mir vorstellen, daß er selbst mit dem Verlauf des Matches nicht ganz zufrieden war. Spassky brachte Fischer um den Nachweis, daß er Spassky auch in dessen Bestform besiegt hätte. Erinnert ein bißchen an den ersten Kampf zwischen Muhamamd Ali und Joe Frazier 1971.Bereits vor dem ersten Gongschlag zum Kampf des Jahrhunderts hochgejubelt, blieb der Kampf die Antwort auf die Frage, wer wirklich die Nummer eins war, eigentlich schuldig. Denn Ali gab an diesem Abend bestimmt nicht sein Bestes.
Vabanque - 11. Nov '19
Ja, das ist eben das Problem mit Kämpfen, die solche Vorschusslorbeeren bekommen. Lieber erst hinterher den Lorbeer spendieren ;-)
Im Boxen kann ich leider nicht mitreden, aber im Schach sehe ich folgende Kandidaten für das tatsächliche 'WM-Match des 20. Jahrhunderts':
1) Lasker - Schlechter 1910: Ging zwar unentschieden aus, so dass Lasker den Titel behielt, aber Schlechter führte vor der letzten Partie, die er nur remis hätte halten müssen. Stattdessen spielte er in über-riskanter Weise (die überhaupt nicht sein Stil war!) auf Sieg - und verlor. Diese letzte Partie wird auch heute noch heftig diskutiert. Aber auch insgesamt ist der Kampf auf einem Niveau, das auch heute noch nicht übertroffen ist. Sogar die Remispartien sind interessant und ausgekämpft.
2) Botwinnik-Bronstein 1951: Wieder ein unentschiedener Wettkampf, so dass auch hier Botwinnik als amtierender Weltmeister den Titel behielt. Die Parallelen zum Lasker-Schlechter-Match gehen aber noch viel weiter: Hier ist es die 23. und vorletzte Partie, die nach wie vor Gegenstand erbitterter Diskussionen ist. Viele glauben immer noch der Verschwörungstheorie, dass Bronstein von sowjetischen Funktionären angewiesen wurde, diese Partie zu verlieren. Man wird das nie beweisen, leider aber auch nicht endgültig widerlegen können.
3) Botwinnik - Tal 1960: Der Wettkampf, den der junge Tal sensationell mit 12,5:8,5 gewann, indem er Botwinnik mit inkorrekten, aber verwirrenden Opfern konfrontierte. Dass dies nicht nur - wie Tal bereits vorher vielfach demonstriert hatte - gegen schwächere Großmeister (natürlich ist GM und schwach eigentlich ein Widerspruch, aber ich denke, jeder weiß, was gemeint ist) funktionierte, sondern sogar gegen den amtierenden Weltmeister, schockierte die Schachwelt. Tal verlor zwar den Weltmeistertitel bereits ein Jahr später an Botwinnik zurück, doch seinem bleibenden Ruhm hat das nicht geschadet.
4) Karpov - Kasparov 1985: Das oben von mir schon erwähnte 2. Match der beiden vielleicht berühmtesten Dauer-Widersacher der Schachgeschichte. Nachdem das 1. Match 1984 unter mysteriösen Umständen vom korrupten FIDE-Präsidenten Campomanes (obwohl FIDE-Präsident und korrupt, ist das nicht fast eine Tautologie?) abgebrochen worden war, zeigte sich Kasparov 1985 in Hochform und ging schon mit einem Auftaktsieg in Führung. Mit dem Endresultat von 13:11 wurde er mit 22 Jahren der bisher jüngste Weltmeister der Schachgeschichte (Tal war bei Erringung des Titels 23 gewesen, Carlsen erreichte den Titel später auch mit 23). Anders als im Fall Tal-Botwinnik konnte Karpov den Titel im Rückkampf 1986 nicht zurückholen, wie auch in keinem der Folgekämpfe, obwohl die Resultate immer sehr knapp ausfielen.
Im Boxen kann ich leider nicht mitreden, aber im Schach sehe ich folgende Kandidaten für das tatsächliche 'WM-Match des 20. Jahrhunderts':
1) Lasker - Schlechter 1910: Ging zwar unentschieden aus, so dass Lasker den Titel behielt, aber Schlechter führte vor der letzten Partie, die er nur remis hätte halten müssen. Stattdessen spielte er in über-riskanter Weise (die überhaupt nicht sein Stil war!) auf Sieg - und verlor. Diese letzte Partie wird auch heute noch heftig diskutiert. Aber auch insgesamt ist der Kampf auf einem Niveau, das auch heute noch nicht übertroffen ist. Sogar die Remispartien sind interessant und ausgekämpft.
2) Botwinnik-Bronstein 1951: Wieder ein unentschiedener Wettkampf, so dass auch hier Botwinnik als amtierender Weltmeister den Titel behielt. Die Parallelen zum Lasker-Schlechter-Match gehen aber noch viel weiter: Hier ist es die 23. und vorletzte Partie, die nach wie vor Gegenstand erbitterter Diskussionen ist. Viele glauben immer noch der Verschwörungstheorie, dass Bronstein von sowjetischen Funktionären angewiesen wurde, diese Partie zu verlieren. Man wird das nie beweisen, leider aber auch nicht endgültig widerlegen können.
3) Botwinnik - Tal 1960: Der Wettkampf, den der junge Tal sensationell mit 12,5:8,5 gewann, indem er Botwinnik mit inkorrekten, aber verwirrenden Opfern konfrontierte. Dass dies nicht nur - wie Tal bereits vorher vielfach demonstriert hatte - gegen schwächere Großmeister (natürlich ist GM und schwach eigentlich ein Widerspruch, aber ich denke, jeder weiß, was gemeint ist) funktionierte, sondern sogar gegen den amtierenden Weltmeister, schockierte die Schachwelt. Tal verlor zwar den Weltmeistertitel bereits ein Jahr später an Botwinnik zurück, doch seinem bleibenden Ruhm hat das nicht geschadet.
4) Karpov - Kasparov 1985: Das oben von mir schon erwähnte 2. Match der beiden vielleicht berühmtesten Dauer-Widersacher der Schachgeschichte. Nachdem das 1. Match 1984 unter mysteriösen Umständen vom korrupten FIDE-Präsidenten Campomanes (obwohl FIDE-Präsident und korrupt, ist das nicht fast eine Tautologie?) abgebrochen worden war, zeigte sich Kasparov 1985 in Hochform und ging schon mit einem Auftaktsieg in Führung. Mit dem Endresultat von 13:11 wurde er mit 22 Jahren der bisher jüngste Weltmeister der Schachgeschichte (Tal war bei Erringung des Titels 23 gewesen, Carlsen erreichte den Titel später auch mit 23). Anders als im Fall Tal-Botwinnik konnte Karpov den Titel im Rückkampf 1986 nicht zurückholen, wie auch in keinem der Folgekämpfe, obwohl die Resultate immer sehr knapp ausfielen.
Famulus - 12. Nov '19
Vabanque - 12. Nov '19
@Famulus: Das wäre einen eigenen Thread wert gewesen.
Es ist allerdings nichts Neues, dass sich Spitzenspieler mit Schachverbänden überwerfen. Naiditsch hat sogar ganz radikale Konsequenzen gezogen und spielt für Aserbaidschan. Kasparov hat seinerzeit einen eigenen Weltschachverband, die PCA, gegründet. Nur ist das irgendwie im Sande verlaufen, weiß jemand Näheres?
Vielleicht sollten die Top100-Spieler sich zusammentun, geschlossen aus der FIDE austreten und einen eigenen Schachverband gründen.
Nur wird das nie geschehen, weil gute Spieler meist keine guten Organisatoren sind. Sogar schon in den kleinen Vereinen, in denen ich seinerzeit war, waren die besten Spieler nie im Vorstand, und diejenigen, die im Vorstand waren und die ganze Organisation machten, spielten in der letzten Mannschaft. Und in der Mannschaft selbst spielte der Mannschaftsführer meist an einem hinteren Brett. Ich glaube nicht, dass all dies Zufall ist.
Es ist allerdings nichts Neues, dass sich Spitzenspieler mit Schachverbänden überwerfen. Naiditsch hat sogar ganz radikale Konsequenzen gezogen und spielt für Aserbaidschan. Kasparov hat seinerzeit einen eigenen Weltschachverband, die PCA, gegründet. Nur ist das irgendwie im Sande verlaufen, weiß jemand Näheres?
Vielleicht sollten die Top100-Spieler sich zusammentun, geschlossen aus der FIDE austreten und einen eigenen Schachverband gründen.
Nur wird das nie geschehen, weil gute Spieler meist keine guten Organisatoren sind. Sogar schon in den kleinen Vereinen, in denen ich seinerzeit war, waren die besten Spieler nie im Vorstand, und diejenigen, die im Vorstand waren und die ganze Organisation machten, spielten in der letzten Mannschaft. Und in der Mannschaft selbst spielte der Mannschaftsführer meist an einem hinteren Brett. Ich glaube nicht, dass all dies Zufall ist.
Vabanque - 12. Nov '19
Ich zitiere aus dem Link davor:
spiegel.de/sport/sonst/wie-schach-auch-ohne-magnus-carlsen-spa..
>>Schach- und Fußball-Weltverband befänden sich seit ein paar Monaten in Gesprächen über eine Kooperation, sagt Dvorkovich dem SPIEGEL.
Diese soll in drei Bereichen stattfinden:
Schach soll in Fußballschulen gefördert werden
Die Fide will im Bereich Management von der Fifa lernen
Fußballstars sollen Schachturniere besuchen und promoten
Davon verspricht sich Dvorkovich mehr Sichtbarkeit seines Sports.<<
Ich finde das zum Brüllen.
spiegel.de/sport/sonst/wie-schach-auch-ohne-magnus-carlsen-spa..
>>Schach- und Fußball-Weltverband befänden sich seit ein paar Monaten in Gesprächen über eine Kooperation, sagt Dvorkovich dem SPIEGEL.
Diese soll in drei Bereichen stattfinden:
Schach soll in Fußballschulen gefördert werden
Die Fide will im Bereich Management von der Fifa lernen
Fußballstars sollen Schachturniere besuchen und promoten
Davon verspricht sich Dvorkovich mehr Sichtbarkeit seines Sports.<<
Ich finde das zum Brüllen.
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